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Studie: Abtreibung erhöht Risiko für psychische Erkrankung

17. Mai 2013 in Chronik, 1 Lesermeinung
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Neuseeländische Forscher: "Seelische Gesundheit der Frau" ist als Indikation für Abtreibung wissenschaftlich nicht haltbar


Wellington (kath.net/KAP) Wird eine unerwünschte Schwangerschaft per Abtreibung beendet, so wird dadurch das Risiko für psychische Probleme eher größer statt geringer. Das haben neuseeländische Forscher im "Australian and New Zealand Journal of Psychiatry" dargelegt. Das Ergebnis ihrer Studie ist brisant: Viele Länder - darunter Österreich - stellen die Abtreibung derzeit sogar bis zur Geburt straffrei, wenn letzterer ein vorhersehbarer, unabwendbarer "schwerer Schaden für die körperliche oder seelische Gesundheit der Schwangeren" unterstellt wird. Allein in Großbritannien wurden 186.000 der 200.000 Abtreibungen des Jahres 2011 mit dem Hinweis auf den Schutz der Psyche durchgeführt.

Diesen vom Gesetzgeber angenommenen "therapeutische Effekt" der Abtreibung überprüfte David M. Fergusson von der Universität Otago im Rahmen der "Christchurch Health and Development Study" (CHDS), einer Kohortenstudie mit 1.265 Menschen des Geburtenjahrgangs 1977. Fünf Kategorien wurden berücksichtigt: Mögliche Angstzustände, Depressionen, Alkoholmissbrauch, illegaler Drogenkonsum und Suizidalität.


Das Team um Fergusson stellte fest, dass eine Abtreibung nicht mit einer Reduktion des Risikos für psychische Probleme assoziiert war. Das Gegenteil war der Fall: Nach erfolgter Abtreibung fanden sich Hinweise auf eine moderate Steigerung des Risikos insbesondere für Alkohol- und Drogenmissbrauch, aber auch für Angst und Suizidgefahr. Damit bestätigten sich Ergebnisse der bisher umfangreichsten Metaanalyse zum Thema, die 2011 im "British Journal of Psychiatry" veröffentlicht wurde: Zehn Prozent aller psychischen Probleme bei Frauen stehen demnach im direkten Zusammenhang mit einer Abtreibung.

Ausdrücklich wies Studienleiter Fergusson darauf hin, dass nichts auf die therapeutische Wirkung der Abtreibung bei der Verringerung der psychischen Risiken deutet, vergleicht man diese Fälle mit Frauen, die ein Kind nach unerwünschter oder ungeplanter Schwangerschaft doch zur Welt brachten. Für Kliniker sei es somit "inakzeptabel", eine große Zahl von Abtreibungen aus Gründen zu genehmigen, für die es derzeit keine wissenschaftlichen Beweise gibt.

Fergusson, der sich selbst als Atheist bezeichnet und kein Abtreibungsgegner ist, hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Studien über den negativen Effekt von Abtreibung auf die psychische Gesundheit publiziert. Wie das Wiener Institut für medizinische Anthropologie und Bioethik (IMABE) hinwies, zeigte er bereits 2006, dass Abtreibung die Entstehung von Depressionen begünstigt: Fast jede zweite Frau unter 25 entwickle demnach infolge einer Abtreibung schwere Depressionen, so Fergusson damals im "Journal of Child Psychology and Psychiatry".

Copyright 2013 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten.


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