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Marco d'Aviano wird am 27. April selig gesprochen

1. Jänner 2003 in Österreich, keine Lesermeinung
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Der aus Friaul stammende Kapuziner hatte entscheidenden Anteil an der Befreiung Wiens 1683


Vatikan/Wien (kath.net/PEW)
Der Kapuzinerpater Marco d'Aviano, der bei der Befreiung Wiens 1683 eine entscheidende Rolle spielte, wird von Papst Johannes Paul II. am 27. April in Rom selig gesprochen werden. Dies teilten die Kapuziner in Wien am Mittwoch mit. Das Grab von Marco d'Aviano befindet sich in der Wiener Kapuzinerkirche.

Marco d'Aviano wurde 1631 als Carlo Domenico Cristofori in der friulanischen Stadt Aviano geboren. Mit 17 Jahren trat er in den Kapuzinerorden ein und wurde im Jahr 1655 zum Priester geweiht. Viele Jahre führte er ein verborgenes Leben im Orden. Erst 1664 wurde sein charismatisches Predigertalent entdeckt. Von da an durchzog er als Prediger Italien und Mitteleuropa, rüttelte hunderttausende lau gewordene Christen auf und bewirkte zahlreiche Bekehrungen und wunderbare Heilungen.

Als vertrauer Berater des römischen Kaisers Leopold I. und als päpstlicher Legat war er entscheidend beteiligt an der Befreiung Wiens von der osmanischen Belagerung 1683. Er erreichte die Einigung der zerstrittenen Führer des Entsatzheeres und beschleunigte so die Befreiung der Residenzstadt des Kaisers. In den Jahren nach der Befreiung Wiens versuchte er mit großer Geduld und Ausdauer die Zwistigkeiten unter den Christen auszuräumen. Pater Marco d'Aviano starb am 13. August 1699 im Beisein des Kaiserpaares im Wiener Kapuzinerkloster. Das Seligsprechungsverfahren wurde 1912 eingeleitet.

Die Wiener Kapuziner plädieren für eine historisch korrekte und am heutigen Verständnishorizont orientierte Sicht ihres großen Mitbruders. Vor mehr als 300 Jahren sei die Befreiung von der tödlichen Bedrohung durch das osmanische Machtstreben das "Gebot der Stunde und notwendige Voraussetzung für einen dauerhaften Frieden in Freiheit" gewesen. Die Zeiten hätten sich gewandelt, "längst nicht mehr sind die Türken unsere Feinde". Die Bedrohung des Glaubens und des Friedens sei aber heute radikaler denn je. Mehr denn je sei es daher auch Verantwortung eines jeden, für den Frieden in Freiheit zu wirken und zu beten.

Es gehe heute darum, Europa eine Seele zu geben, indem auf dem festen Grund des Glaubens die Maßstäbe gesucht werden, die Frieden und Gerechtigkeit ermöglichen. Dazu gehöre es auch, mit mehr Festigkeit zur europäischen Identität zu stehen, "die im Christentum ihre Wurzeln hat", ohne deshalb andere Kulturen geringzuschätzen. Im Hinblick auf das Wirken von Marco d'Aviano gehe es aber auch darum, ganzheitliche Heilung zu suchen, "nicht nur 'Wellness', sondern Heil-Sein des ganzen Menschen von innen heraus durch den Frieden mit Gott", betonen die Kapuziner.



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