06 Februar 2013, 13:48
Ich glaube an Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde
 
Hildegard13
 
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Benedikt XVI.: Der Glaube in der Zeit der Wissenschaft und Technik. Die Vielschichtigkeit der Schöpfungsberichte. Der Tweet des Tages. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Bei der heutigen Generalaudienz in der Aula „Paolo VI“ setzte Papst Benedikt XVI. seine Katechesen zum Glaubensbekenntnis fort und dachte über „Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde“ nach, der „am Anfang Himmel und Erde geschaffen hat“. Der Papst stellte sich die Frage, ob es in einem Zeitalter der Technik und der Wissenschaft Sinn habe, von „Schöpfung“ zu sprechen.

Die Bibel „ist kein Handbuch der Naturwissenschaften“, so Benedikt XVI. Vielmehr wolle sie die echte und tiefe Wahrheit über die Dinge verstehen lassen. Die Grundwahrheit der Schöpfungsberichte der Genesis besteht für den Papst darin, dass die Welt kein Zusammen von einander entgegengesetzten Kräften sei, „sondern ihren Ursprung und ihre Stabilität im Logos hat, in der ewigen Vernunft Gottes, der fortfährt, das Universum zu tragen“. So gebe es einen Plan für die Welt, der dieser Vernunft, dem Schöpfergeist entspringe. Der Glaube, dass an der Basis von allem dieser Schöpfergeist stehe, „erhellt jeden Aspekt des Daseins und gibt Mut, voll Vertrauen und Hoffnung das Abenteuer des Lebens anzugehen“.

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Der Glaube schließe die Fähigkeit ein, das Unsichtbare zu erkennen und dessen Spur in der sichtbaren Welt auszumachen. Der Gläubige „kann das große Buch der Natur lesen und dessen Sprache verstehen“. Notwendig aber sei die Heilige Schrift, in der „die menschliche Intelligenz im Licht des Glaubens den Interpretationsschlüssel für dass Verständnis der Welt zu finden vermag“. So sage die Heilige Schrift dem Menschen, „dass der Ursprung der Welt und unseres In-der-Welt-Seins nicht die Irrationalität und die Notwendigkeit ist, sondern die Vernunft und die Liebe und die Freiheit. Die Alternative besteht zwischen der Priorität der Irrationalität und der Notwendigkeit, oder der Priorität der Vernunft und der Liebe. Wir glauben an diese Position“.

„Wir sind nicht Gott, wir haben uns nicht allein geschaffen, wir sind Erde“, so Benedikt XVI. zum „Paradox des Menschseins“. Doch „wir entstammen dem guten Boden, durch das Wirken des Schöpfers“. So sei der Mensch klein gegenüber der Größe des Universums. Seine Kleinheit und Hinfälligkeit lebten „mit der Größe dessen zusammen, was die ewige Liebe Gottes für uns gewollt hat“. Die Schöpfungsberichte der Genesis offenbarten den „Plan Gottes für den Menschen“. Vor allem bekräftigten sie, dass Gott den Menschen aus dem Staub der Erde gemacht hätte. „Alle Menschen sind Staub“, so der Papst, „jenseits aller kultureller und geschichtlicher Andersheiten, jenseits jeden sozialen Unterschieds“: „Wir sind eine Menschheit, die mit der einen Erde Gottes geformt ist“.

Als zweites wichtiges Element betonte Benedikt XVI., dass der Mensch nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen ist: „Alle tragen wir in uns den Leben spendenden Atem Gottes, und jedes Menschenwesen steht unter dem besonderen Schutz Gottes“. Dies sei der tiefste Grund für die Unverletzlichkeit der Menschenwürde gegen jeden Versuch, die Person nach utilitaristischen und der Macht entsprechenden Kriterien in ihrem Wert herabzumindern“. Abbild Gottes zu sein verweise auch darauf, dass der Mensch nicht in sich selbst verschlossen sei, sondern in einer wesentlichen Beziehung zu Gott stehe.

Die „Schlange“ symbolisiere hierbei, sich alleine eine Welt aufbauen zu wollen, die Grenzen des Geschaffenseins, des Bösen und des Guten, der Moralität nicht anzuerkennen. Die „Schlange“ sehe die Abhängigkeit von der Schöpferliebe Gottes als eine Last, von der es sich zu befreien gelte, und erwecke den Verdacht, dass der Bund Gottes eine bindenden Kette sei, die der Freiheit beraubt. Wenn man aber die Beziehung mit Gott verfälscht und sich an seine Stelle setze, „werden alle anderen Beziehung verfälscht. Der Andere wird so zum Rivalen, zu einer Bedrohung“. Wenn der Mensch sich gegen Gott richte, „ so richtet er sich in Wirklichkeit gegen sich selbst, und das Böse tritt in die Welt ein.

Ein weiteres Bild aus den Schöpfungsgerichten sage, dass die Wirklichkeit, in der Gott den Menschen gestellt hat, kein Urwald ist, sondern ein Ort, den er schützt, nährt und bewahrt“. Der Mensch müsse die Welt als etwas anerkennen, das nicht auszubeutendes Eigentum sei, „sondern Geschenk, das es zu pflegen und zu bewahren gilt.“

Die Sünde bringe weitere Sünde hervor, und alle Sünden der Geschichte stünden in einem Zusammenhang. Darin besteht für Benedikt XVI. der Sinn der Ursünde. Kein Mensch lebe für sich allein. Der Mensch sei ein Beziehungswesen: „Ich bin ich selbst allein im Du und durch das Du, in der Liebesbeziehung mit dem Du Gottes und dem Du der anderen“. Die Sünde dagegen „zerstört alles“, indem sie die Beziehung mit Gott zerstört“. So verletze die Ursünde die menschliche Natur, und der Mensch könne nicht allein aus dieser Lage herauskommen. Nur wenn Gott zum Menschen komme und ihm die Hand reiche, „kann es zur Wiederherstellung der rechten Beziehungen kommen“. Dies geschehe in Jesus Christus.

Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Ganz herzlich grüße ich alle Brüder und Schwestern deutscher Sprache, heute besonders die Gruppe der Seminare von Eisenstadt, Wien und St. Pölten mit Weihbischof Anton Leichtfried. Ich freue mich, daß Sie da sind! Lassen wir uns im Wort Gottes und in den Sakramenten immer neu von der Liebe Christi einholen, mit der er uns in die Gemeinschaft mit dem Schöpfer und mit dem Nächsten zurückführen will. Der Herr schenke euch inneres Wachstum und sein Geleit auf allen euren Wegen. Danke.

Der Tweet des Tages:

Alles ist Gabe Gottes. Nur wenn wir diese lebenswichtige Beziehung zum Schöpfer anerkennen, finden wir Freiheit und Frieden.

Sunt Dei creata cuncta munera. Pendere haec a Conditore singula Ipso tantummodo agnoscentes nos libertatem adipiscemur pacemque.

Video der Generalaudienz - mit deutscher Übersetzung










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