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'Unterstützen die Schweizer Bischöfe Abtreibung?'

1. Februar 2013 in Schweiz, 7 Lesermeinungen
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Mit einer Stellungnahme weist Josef Seifert, Mitglied der Päpstlichen Akademie für das Leben, einen Ausweg aus der Pattsituation zwischen der Volkinitiative „Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache“ und den Schweizer Bischöfen. Von Petra Lorleberg


Liechtenstein (kath.net/pl) „Unterstützen die Schweizer Bischöfe Abtreibung?“ Dies fragte der Philosophieprofessor Josef Seifert, Gründer und Präsident der Internationalen Akademie für Philosophie in Liechtenstein, der ordentliches Mitglied der „Päpstlichen Akademie für das Leben“ ist. In seiner bisher nur auf Englisch zur Verfügung stehenden Stellungnahme ging er auf die öffentlich ausgetragenen Differenzen zwischen der Schweizer Volksinitiative „Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache“ und der Schweizer Katholischen Bischofskonferenz (SKB) ein, kath.net hat mehrfach berichtet, und machte konkrete Lösungsvorschläge. Die Volksinitiative „Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache“ wurde u.a. vom St. Gallener Bischof Markus Büchel (damals schon designierter Vorsitzender der SKB) und vom Einsiedler Abt Martin Werlen öffentlich kritisiert.

„Die Hauptziele der Initiative“ sollten, führte Seifert aus, von den Bischöfen selbstverständlich „vollständig und mit ganzem Herzen unterstützt werden, denn sie beruhen auf der Tatsache, dass Abtreibungen keine Gesundheitsmaßnahme und kein Heilmittel sind und dass Schwangerschaft keine Krankheit ist“ und dass weiterhin die erzwungene Mitfinanzierung sowohl die Gewissensfreiheit wie auch die Religionsfreiheit verletze. „Die Kritik, dass die Schweizer Bischöfe nicht unmissverständlich und einhellig ihre Übereinstimmung mit diesen Zielen erklärt haben, scheint gerechtfertigt zu sein. Ich denke, dass die Bischöfe jetzt mit einer unmissverständlichen und klaren Position gegen solche Abtreibungsfinanzierung an die Öffentlichkeit gehen sollten“. Die Tatsache, dass die bisherige Formulierung der Volksinitiative nicht genüge, rechtfertige keineswegs, dass sich die Schweizer Bischöfe „in diesem Punkt so vage ausdrücken“, urteilte Seifert. Das absolute Nein zur Finanzierung der Abtreibung durch die Öffentlichkeit oder durch die verpflichtende Gesundheitsversicherung sollte von jedem gesprochen werden, „besonders aber von den katholischen Bischöfen“.


Seifert erläuterte in seiner Stellungnahme im Einzelnen, wo er die gegenwärtigen Begründungen der Volksinitiative tatsächlich als unzulänglich formuliert einstuft und dass diese Formulierungen eine Unterstützung durch die katholischen Bischöfe unwahrscheinlich machten. Die Formulierung „Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache“ wirke „wie ein tragischer Fehler“, korrekt wäre die Formulierung „Verpflichtende Gesundheitsversicherungen dürfen keine Abtreibung finanzieren“ gewesen. Eine solche Finanzierung zur Privatsache zu erklären sei nicht kompatibel zu ihrer Verurteilung als Verbrechen. Außerdem führe die Volksinitiative „nicht nur zweitrangige sondern sogar unwürdige Argumente als Hauptvorteile dieser Entscheidung auf“. Da die Volksinitative „Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache“ aber schon als Volkinitiative im Sinne des Schweizerischen Gesetzes anerkannt worden ist, bedeute dies für die Volksinitiative einen neuen Anlauf mit grundsätzlicher Neuformulierung.

Seifert schlug vor, dass sich die Bischöfe jetzt „mit jenen vereinigen, die die Initiative vorantreiben“, statt leise zu bleiben und sich „durch ihre Stille zu Mitarbeitern des Verbrechens der Abtreibung“ zu machen“. Es gehe darum, nun zu tun, was schon vor dem ersten Gang der Pro-Life-Vertreter an die Öffentlichkeit hätte geschehen sollen: „gemeinsam nach einem sinnvollen Text für eine Volksinitiative zu suchen, nach einem Text, dem beide Seiten zustimmen können. Dies sei wichtig, damit die Bischöfe nicht „den öffentlichen Eindruck“ hinterließen, „dass sie die guten Pro-Life-Leute im Stich lassen“ oder gar, dass sie dies „tatsächlich tun“.

Die Stellungnahme im englischen Original in voller Länge: „Do the Swiss Bishops Support Abortion?”


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