Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  2. Die US-Bischöfe fördern die natürliche Familienplanung
  3. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  4. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  5. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  6. Pax tecum – Wenn der Papst über Frieden spricht
  7. 'Weihnachten im Juli': Der Gedenktag der Heiligen Drei Könige
  8. "Ein Schisma und mein Ausstieg aus der Priesterbruderschaft St. Pius X."
  9. Vatikan dementiert Berichte über Ende des Rupnik-Verfahrens
  10. Papst Leo: „So können wir als Christen das Alter leben: gebrechlich, aber zugleich berufen“
  11. Vatikan stuft schottische Mönche nach unerlaubter Bischofsweihe als exkommuniziert ein
  12. Medjugorje: Brandanschlag und Schändungen kurz vor Jugendfestival
  13. Deutsches Auswärtiges Amt verzichtet auf Genderschreibweise
  14. Papst ruft zu christlichem Lebensstil im Urlaub auf
  15. Ahmad Mansour: „Nennen wir es beim Namen: Es ist der Islamismus“

'Herr, schenke mir Sinn für Humor'

3. Februar 2013 in Chronik, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Seit bald 500 Jahren beten Christen verschiedener Konfessionen Thomas Mores Gebet um die Gabe, die Dinge nicht immer todernst zu sehen


Wien (kath.net/KAP) "Grant me, O Lord, a sense of good humor" (Herr, schenke mir Sinn für Humor): Seit bald 500 Jahren beten Christen verschiedener Konfessionen dieses Gebet um Humor und um die Gabe, die Dinge nicht immer todernst zu sehen. Zugeschrieben wird das Gebet dem englischen Heiligen Thomas More (Thomas Morus), der am 6. Juli 1535 den Märtyrertod erlitt. Er wurde wegen angeblichen Hochverrats an Heinrich VIII. vor dem Tower in London auf dem Schafott hingerichtet.

Das Gebet um Humor ist in mehreren Varianten überliefert. Die bekannteste ist jene, die sich auch auf einer Steintafel in der Kathedrale von Chester befindet.

Dort heißt es: "Grant me, O Lord, good digestion, and also something to digest. Grant me a healthy body, and the necessary good humor to maintain it. Grant me a simple soul that knows to treasure all that is good and that doesn't frighten easily at the sight of evil, but rather finds the means to put things back in their place. Give me a soul that knows not boredom, grumblings, sighs and laments, nor excess of stress, because of that obstructing thing called 'I'. Grant me, O Lord, a sense of good humor. Allow me the grace to be able to take a joke to discover in life a bit of joy, and to be able to share it with others."

Übersetzt wurde dies mit den Worten: "Schenke mir eine gute Verdauung, Herr, und auch etwas zum Verdauen. Schenke mir Gesundheit des Leibes mit dem nötigen Sinn dafür, ihn möglichst gut zu erhalten. Schenke mir eine heilige Seele, Herr, die im Auge behält, was gut und rein ist, damit sie sich nicht einschüchtern lässt vom Bösen, sondern Mittel findet, die Dinge in Ordnung zu bringen. Schenke mir eine Seele, der die Langeweile fremd ist, die kein Murren kennt und kein Seufzen und Klagen, und lasse nicht zu, dass ich mir allzu viel Sorgen mache um dieses sich breit machende Etwas, das sich 'Ich' nennt. Herr, schenke mir Sinn für Humor. Gib mir die Gnade, einen Scherz zu verstehen, damit ich ein wenig Glück kenne im Leben und anderen davon mitteile."


Scherzen noch bei der Hinrichtung

Seinen Humor, für den Thomas More bekannt war, hatte er sich bis zuletzt bewahrt. Eine Anekdote erzählt, dass er den Henker bei seiner Hinrichtung gebeten habe, beim Zuschlagen mit dem Beil auf seinen Bart zu achten, da dieser keinen Hochverrat begangen habe.

Thomas More, später mit dem Adelstitel Sir versehen, wurde am 7. Februar 1478 in London geboren. Er war zunächst Jurist und wurde 1503 Mitglied des englischen Unterhauses, zog sich jedoch bald zu Studien in Löwen und Paris aus dem politischen Leben zurück, da seine Anträge gegen Steuergesetze Heinrichs VII. dessen Unwillen erregt hatten. Unter Heinrich VIII. begann für More eine steile politische Karriere: Er wurde 1518 Mitglied des "Privy Council" (Geheimer Staatsrat), 1523 Sprecher des Unterhauses und 1529 Lordkanzler.

Als Vertrauter des Königs verteidigte er diesen gegen die Angriffe der Protestanten und verfasste unter dem Pseudonym W. Ross die Antwort auf eine Entgegnung Luthers.

Als Heinrich VIII. seine Ehe mit Katharina von Aragon für ungültig erklären ließ und sich anschließend selbst zum Oberhaupt einer eigenständigen anglikanischen Kirche machte, verweigerte Thomas More ihm die Gefolgschaft. Er wurde daraufhin wegen Hochverrats verurteilt und enthauptet.

Von der katholischen Kirche wurde Thomas More 1886 seliggesprochen. 400 Jahre nach seinem Märtyrertod sprach ihn Papst Pius XI. am 6. Juli 1935 heilig. Papst Johannes Paul II. proklamierte ihn 2001 zum Schutzpatron der Politiker. More genoss als Staatsmann bereits unter seinen Zeitgenossen höchstes Ansehen. Als sein Hauptwerk gilt "Utopia".

Bis heute Vorbild an moralischer Integrität

Leben und Werk dieses Humanisten, Juristen, Diplomaten und Politikers üben aber weit über den christlichen Bereich hinaus bis heute eine besondere Anziehungskraft aus. Pius XI., der ihn heiligsprach, bezeichnete ihn als Vorbild an moralischer Integrität für alle Christen.

More war ein ungewöhnlich gebildeter Mann, gleichzeitig fachkundiger Jurist und geschickter Unterhändler. Als Katholik setzte er sich konsequent für die Autorität des Heiligen Stuhls ein. Gleichzeitig focht er mit der Feder für ein humanes Miteinander der Menschen. Überzeugt von seinen Pflichten als Bürger und als Christ, scheute More in Treue zu seinem Gewissen auch kein Risiko. Mit seinem Märtyrertod gab er schließlich das höchste Zeugnis einer Einheit von Leben und Denken.

Bewundert wurde und wird dabei Mores außerordentlicher Humor. Er war verbunden mit steter Gelassenheit und der Fähigkeit zum Umgang mit gegensätzlichen Meinungen. Jenen, die ihn verurteilten, konnte er vergeben. Denn seine persönlichen Überzeugungen waren eng verbunden mit tiefem Respekt für die Freiheit der anderen.

Thomas Morus - Ein Kurzfilm von Schülern


Copyright 2013 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Heilige

  1. Schutzpatron der Schwimmer – die erstaunliche Geschichte des heiligen Adjutor von Vernon
  2. Die Bekehrung der beiden Gefängniswärter des Apostels Petrus in Rom
  3. Spaniens Mikel Merino feiert WM-Siegestreffer mit Gruß an den hl. Fermín
  4. USA: Schülerin bemalt in Großprojekt ihre katholische Schule mit lebensgroßen Heiligenfiguren
  5. „Von den Möglichkeiten, die wir heute haben, konnten Ansgar und Bonifatius nur träumen“
  6. Episode über Carlo Acutis als TV-Debüt von Scorseses Tochter
  7. Papst Leo XIV.: „Von den Berufungen ist die Ehe eine der edelsten und höchsten“
  8. Wird die PlayStation von Carlo Acutis die erste Gaming-Reliquie in der Kirchengeschichte?
  9. Vatikan: Carlo Acutis ist glaubwürdiges Vorbild für Jugendliche
  10. "Wenn ich keine Hoffnung im Herrn hätte, was würden wir in dieser Welt tun?"






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  3. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  4. Medjugorje: Brandanschlag und Schändungen kurz vor Jugendfestival
  5. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  6. DANKE JUSTIN! - Kanadischer Sänger bringt Stadion während WM-Finale mit „Halleluja“ zum Schweigen!
  7. Krebs und Paradies – Das Leben des 17-jährigen David Buggi
  8. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  9. Leo beruft den lehramtstreuen US-Erzbischof Cordileone in die Apostolische Signatur
  10. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  11. Erzdiözese Wien bestätigt Pensionierung von Dompfarrer Faber
  12. Ahmad Mansour: „Nennen wir es beim Namen: Es ist der Islamismus“
  13. "Ein Schisma und mein Ausstieg aus der Priesterbruderschaft St. Pius X."
  14. Birkenstock springt auf "Nun Girl Summer"-Trend auf: Animierte Filz-Nonne in Birkenstock-Sandalen
  15. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz