Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Marx erlaubt Segnung homosexueller Paare
  2. George Weigel an Kardinal Hollerich: Hat die Kirche Christus zweitausend Jahre lang missverstanden?
  3. Gericht verhandelt über Diskriminierung einer Lebensschutzgruppe an der Uni Heidelberg
  4. Trump gegen Papst Leo: Wenn Weltpolitik auf das „Heilige“ trifft
  5. Leo XIV. über Papst Franziskus: Ein großes Geschenk für die Welt
  6. Diplomatischer Coup: US-Präsident Trump verhindert Hinrichtung von acht Frauen im Iran
  7. „Wenn man der Wahrheit einen Namen geben möchte, ist das sicher Gott“
  8. Kardinal Koch betont den zutiefst christozentrischen Charakter des Pontifikats von Papst Leo XIV.
  9. Ein Brief vom Papst an die Kardinäle und der Stilwechsel in Rom
  10. Viel Lärm um nichts?
  11. Der 6. Münchner Marsch fürs Leben setzt ein starkes Zeichen für das Lebensrecht
  12. Renaissance des Glaubens: Amerikas junge Männer kehren in die Kirchen zurück
  13. Finanzströme des Islam-Terrors: Hisbollah-Netzwerke bis nach Österreich aktiv
  14. Papst um Entspannung bemüht: Reden in Afrika sind keine Fern-Debatte mit Trump
  15. Israel: Haftstrafe für zwei Soldaten nach schwerem Vandalismus an Kruzifix

Was kaum jemanden verstört: k.o.-Tropfen und eine Vergewaltigung

26. Jänner 2013 in Deutschland, 17 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Aufgrund ihrer Achtung vor dem Leben steht die Kirche nun wieder am medialen Pranger. Der Aufschrei der Medien, der Politiker und der zahlreichen Kommentatoren ist schon fast als hysterisch zu bezeichnen. Ein Gastkommentar von Monika Hein


Köln (kath.net) Die Abweisung einer offenbar vergewaltigten Frau durch zwei katholische Kliniken der Cellitinnen in Köln hat eine hartherzige und erbarmungslose Diskussion über die betroffenen Krankenhäuser und die Kirche insgesamt ausgelöst. Die extremste Konsequenz nach Vorstellung einer Politikerin (Grüne) soll die Streichung katholischer Kliniken aus dem Krankenhausplan sein.

Ich habe mir die Mühe gemacht, einen Großteil der Berichterstattung im Kölner Stadtanzeiger und die Pressemitteilungen der Cellitinnen nachzulesen. Mehrere Vorgänge, die zu einem etwas differenzierteren Bild führen, sind mir dabei aufgefallen:

In der von der Klinik unabhängigen, aber auf dem Gelände des St.-Vinzenz-Hospitals (eines der beiden betroffenen katholischen Krankenhäuser) gelegenen Notfallpraxis hat eine „Testerin“ im Oktober 2011 nach angeblich ungeschütztem Sex die „Pille danach“ verlangt und diese von Kassenärzten dann auch verschrieben bekommen. Dies sei bei drei weiteren katholischen Einrichtungen ebenso gelungen und wäre dann der Bistumsleitung gemeldet worden. In einem Rundschreiben der Caritas vom 13.02.2012 hat das Erzbistum Köln allen katholischen Krankenhäusern das strikte Verbot der „Pille danach“ eingeschärft.

Im Juli 2011 wurde die anonyme Spurensicherung nach Sexualstraftaten (ASS) eingerichtet. Fünf Kölner Krankenhäuser beteiligen sich derzeit an diesem Projekt. Die beiden betroffenen Kliniken der Cellitinnen sind schon vor Monaten aus der ASS ausgestiegen und wurden auch nicht mit Untersuchungs-Sets versorgt. („Nur eine Kommunikationspanne?“ vom 17.01.2012 KStA)


Der Pressemitteilung der Cellitinnen vom 21.01.2013 ist folgende Stellungnahme zu entnehmen: „Wir haben mit den diensthabenden Ärztinnen gesprochen und können uns nun ein genaueres Bild der Ereignisse vom 15. Dezember 2012 machen“, erläutert Christoph Leiden, Leiter der Unternehmenskommunikation. Demnach hat sich die mutmaßlich vergewaltigte Frau nie bei einem Arzt aus dem St. Vinzenz-Hospital und Heilig Geist-Krankenhaus vorgestellt. Es ging ausschließlich um eine telefonische Beratung zwischen der Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung, in deren verantwortlicher Behandlung sich die junge Frau bereits befand, und den diensthabenden Ärztinnen der beiden Krankenhäuser. Im vorliegenden Fall stellte sich für beide Klinikärzte die Frage nach einer vollumfänglichen Weiterbehandlung. Da sich die Patientin bereits in ärztlicher Obhut befand und katholische Krankenhäuser keine Notfallkontrazeption ausstellen und ausgeben dürfen, empfahlen die beiden Krankenhausärztinnen unabhängig voneinander, alle Maßnahmen im Sinne der Patientin aus einer Hand z. B. im Krankenhaus Hofweide oder in der Uniklinik durchzuführen.“

Die Ärztin aus der Notfallpraxis wusste offensichtlich um die lebensschützende Haltung des katholischen Krankenhauses und gab an, dass das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer bereits ein Rezept für die „Pille danach“ und ein Aufklärungsgespräch von ihr bekommen hätte. Doch was ist, wenn die junge Frau nach dem traumatischen Erlebnis der K.o.-Tropfen und der möglichen Vergewaltigung stationär aufgenommen werden muss? Dann muss die „Pille danach“ doch in den Räumen des katholischen Krankenhauses verabreicht werden. Die Antwort und Reaktion der Krankenhausärzte ist absolut nachvollziehbar und in keiner Weise skandalös.

Nach dieser Sammlung der verschiedenen Fakten stellen sich mir Fragen: Warum hat sich die behandelnde Ärztin der Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung nicht an eine der fünf Kölner Krankenhäuser gewendet, die sich am Projekt der ASS beteiligen und warum ruft sie nach der Auskunft des ersten katholischen Krankenhauses ausgerechnet noch ein katholisches Krankenhaus an? Wer hat die Krankenhäuser und die Ärzte denunziert? Der Aufschrei der Medien, der Politiker und der zahlreichen Kommentatoren ist schon fast als hysterisch zu bezeichnen. Aufgrund ihrer Achtung vor dem Leben steht die Kirche nun wieder am medialen Pranger. Die eigentliche Straftat, die k.o.-Tropfen und die Vergewaltigung verstören die Bevölkerung kaum.

Das Verhalten der obengenannten „Testerin“, die sich die „Pille danach“ unter Vortäuschung einer Notlage erschlichen hat, bewerte ich als falsch, da sie schlicht und einfach lügt. Wenn ich für christliche Einrichtungen die Einhaltung eines Gebotes Gottes fordere „Du sollst nicht töten“ kann ich nicht gegen ein anderes Gebot „Du sollst nicht lügen“ verstoßen. Doch in der Sache selbst geht es um Leben und Tod.

Nach der Lehre der katholischen Kirche beginnt das menschliche Leben mit der Verschmelzung von Ei und Samenzelle. Konsequent weiter gedacht ist die Tötung eines menschlichen Embryos, auch im nicht eingenisteten Stadium, für die Kirche in keiner Phase der Entwicklung hinnehmbar, wenn sie sich an die Gebote Gottes hält. Die Kirche kann nur so und nicht anders handeln , da für sie ein ungeborener Mensch die gleiche Würde und ein Recht auf Leben hat wie ein geborener. Ich habe allergrößten Respekt vor der furchtlosen und folgerichtigen Haltung des Erzbistums Köln mit seinem Oberhirten Kardinal Meisner.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Abtreibung

  1. ALfA: Antrag zur „Versorgung bei Schwangerschaftsabbrüchen“ verfehlt wirkliche Hilfe für Frauen
  2. Sängerin Nina Hagen bereut ihre Abtreibungen
  3. Prag: Tausende Demonstranten fordern bessere Hilfen für Schwangere
  4. Zwangsfinanzierung von Abtreibungen in Krankenversicherungen? Untersuchungen in 13 US-Bundesstaaten
  5. Schauspielerin Christina Applegate nennt Abtreibung ‚Mord‘ und ‚mein Kind töten‘
  6. Britisches Oberhaus stimmt für Abtreibungen bis zur Geburt
  7. Umfrage: Nur 23 Prozent der US-Amerikaner für Abtreibung ohne Einschränkung
  8. Spanische Bischofskonferenz besorgt über „Tendenz, Abtreibung zum Status eines ‚Rechts‘ zu erheben“
  9. Demokratischer Politiker aus Texas behauptet, die Bibel unterstützt Abtreibung
  10. Christdemokraten für das Leben (CDL): Lebensschutz ist nicht verhandelbar







Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Marx erlaubt Segnung homosexueller Paare
  3. „Wenn man der Wahrheit einen Namen geben möchte, ist das sicher Gott“
  4. "Derselbe Polarstern"
  5. Ein Brief vom Papst an die Kardinäle und der Stilwechsel in Rom
  6. George Weigel an Kardinal Hollerich: Hat die Kirche Christus zweitausend Jahre lang missverstanden?
  7. Der unerklärte Formatwechsel beim Konsistorium der Kardinäle im Januar
  8. Nach Extremerfahrung des Mondflugs: Artemis-Kommandant Wiseman fragte nach christlichem Seelsorger
  9. Trump gegen Papst Leo: Wenn Weltpolitik auf das „Heilige“ trifft
  10. Papst um Entspannung bemüht: Reden in Afrika sind keine Fern-Debatte mit Trump
  11. Viel Lärm um nichts?
  12. Kardinal Koch betont den zutiefst christozentrischen Charakter des Pontifikats von Papst Leo XIV.
  13. Der 6. Münchner Marsch fürs Leben setzt ein starkes Zeichen für das Lebensrecht
  14. Der Fall „Correctiv“: Ein journalistischer Sündenfall und seine Folgen
  15. Papst Leo XIV. setzt in Kamerun seine Friedenspredigten

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz