12 Dezember 2012, 16:00
Fünf Mythen über Gottesdienste in der frühen Kirche
 
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Ein Patristiker aus den USA betreibt ‚Entmythologisierung’ über Zelebrationsrichtung, Handkommunion, Liturgiesprache, die Rolle der Laien und die konstantinische Wende.

Bedford (kath.net/jg)
Michael Foley, Professor für Patristik an der Baylor University in Texas, nimmt in einem Artikel im CRISIS Magazin fünf Mythen über die Liturgie der Heiligen Messe in der frühen Kirche auf Korn.

1. Zelebrationsrichtung
In den 1930-er Jahren seien viele Liturgieexperten der Ansicht gewesen, die Priester in der frühen Kirche hätten die heilige Messe zum Volk gewandt gefeiert. Dies wurde mit den frei stehenden Altären begründet, die in vielen frühen Kirchen gefunden wurden. Neuere Untersuchungen ergaben, dass das Volk und der Priester die heilige Messe nach Osten gewandt feierten, wie es beispielsweise der Oratorianer Uwe Michael Lang in seinem Buch „Conversi ad dominum“ zeige, schreibt Foley.

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2. Handkommunion
Ähnlich sei es hinsichtlich der Kommunion gewesen, fährt Foley fort. Vor fünfzig Jahren waren alle Experten der Meinung, in der frühen Kirche sei die Kommunion den Gläubigen in die Hand gegeben worden. Heute ist man sich nicht mehr so sicher. Die Handkommunion war Brauch in einigen Gemeinden der frühen Kirche, aber die Mundkommunion sei wahrscheinlich genau so alt. Die Kommunion wurde auch nur von Priestern ausgeteilt, nicht von Laien.

Papst Benedikt XVI., der die Kirchenväter genau kenne, spende jedenfalls ausschließlich die Mundkommunion, schreibt Foley.

3. Liturgiesprache
Ein weiterer Mythos besagt, die frühe Kirche hätte die heilige Messe in der Landessprache gefeiert. Tatsächlich wurde die Messe während der ersten drei Jahrhunderte in Rom in griechischer Sprache gefeiert, die nur wenige der Gläubigen verstanden haben. Die später erstellte lateinische Übersetzung unterschied sich in der Sprache deutlich von der Alltagssprache. Sie enthielt hebräische und griechische Worte und Wendungen und war voller archaischer Ausdrücke.

4. Laien
Auch die Rolle der Laien war in der frühen Kirche nicht so ausgeprägt, wie es ein weiterer Mythos behauptet. Es gab stattdessen mehr Weihegrade. Damit sind die sogenannten „niederen Weihen“ gemeint, die heute noch im außerordentlichen Ritus gespendet werden.

5. Prä- versus postkonstantinische Kirche
Hinter all diesen Mythen stehe ein „Meta-Mythos“. Dieser behaupte, dass es einen Bruch in der Kirche gegeben habe, nachdem der römische Kaiser Konstantin das Christentum zu Beginn des vierten Jahrhunderts legalisiert hatte. Aus der einfachen und unverfälschten „Kirche des Volkes“ sei nach der konstantinischen Wende eine klerikale und hierarchische Kirche geworden. Tatsächlich überwog die Kontinuität.

Selbst wenn die Mythen wahr wären, würde das alleine keine Rückkehr in die frühkirchliche Ära rechtfertigen, schreibt Foley abschließend. Papst Pius XII. habe bereits 1947 davor gewarnt, die Vergangenheit zu idealisieren und alles abzulehnen, was sich mit Zustimmung der Kirche im Lauf der Jahrhunderte organisch entfaltet habe (Mediator Dei 64).








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