Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. ADIOS!
  2. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  3. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  4. Hat der Synodale Weg „die katholische Kirche in Deutschland in Machtspiel und Kampfzone verwandelt“?
  5. These: Der dreifaltige Gott soll in der Liturgie der Messe verkündet werden
  6. "Entsprechend klein ist die Lücke, die er hinterlässt"
  7. Synodaler Weg führte zu Streit und Verwerfung
  8. Vatikan dementiert Bericht über Abweisung Macrons durch den Papst
  9. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  10. Seligsprechungsprozess für Pater Alfred Delp SJ wird eröffnet
  11. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“
  12. US-Vizepräsident Vance wird erneut beim „March for Life“ teilnehmen und sprechen
  13. „Catholic Herald“: „Irlands schwindende Familien“
  14. Eine unerträgliche Verharmlosung des tatsächlichen NS-Unrechts!
  15. "Ich glaube, dass Gott das erste Selfie geschossen hat.“

Hat ein Schweizer Abt das Ei des Kolumbus gefunden?

20. November 2012 in Kommentar, 30 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Benediktinerabt Martin Werlen „gilt nun als einer der liberalen Vordenker der katholischen Kirche in Europa“, so die „Solothurner Zeitung“. Dafür gibt es Jubel aus St. Gallen, vom "Fußball-Papst" und von Hans Küng - Von Petra Lorleberg


Einsiedeln (kath.net/pl) Hat ein Schweizer Abt tatsächlich das Ei des Kolumbus gefunden? Diese Frage drängt sich auf, wenn man die Berichterstattung der „Solothurner Zeitung“ über die jüngsten Äußerungen von Martin Werlen (Foto), dem Abt der Benediktinerabtei Einsiedeln, liest. Werlen gilt nun laut der „Solothurner “ als einer der „liberalen Vordenker“ der katholischen Kirche in Europa. Denn „Medien in Frankreich und Österreich berichten über den Abt aus Einsiedeln“ und sogar der ORF habe Werlen zum Interview gebeten.

Worin besteht nun der Newswert der umjubelten Äußerungen von Martin Werlen? Der Abt der Benediktinerabtei Einsiedeln forderte in einer Broschüre die Aufhebung des Zölibats, den Dialog über die Priesterweihe für Frauen, auch kann er sich Laien – Frauen und Männer, Junge und Alte – als zeitlich befristete Kardinäle vorstellen. Dazu äußerte nun auch - wenig überraschend - Martin Büchel, der liberale und bei romtreuen Katholiken umstrittene Bischof von St. Gallen und zukünftiger Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, seine Zustimmung: „Abt Martin Werlen nimmt drängende Fragen der Gläubigen und unserer Zeit auf, benennt Probleme deutlich und denkt Lösungen an. Dies ist ein Anstoss für eine notwendige Diskussion in der Kirche, die mir ebenfalls ein grosses Anliegen ist. Darum bin ich ihm für sein Engagement dankbar.“

Da der Papst und viele andere über diese eklatanten Abweichungen von der kirchlichen Lehre nicht jubeln werden, muss das "Nihil Obstat" von einem anderen Papst besorgt werden. Die „Solothurner Zeitung“ ist hier einfallsreich und zitiert daher den „Fußball-Papst“ und Fifa-Präsidenten Sepp Blatter mit folgenden Worten: „Der Zölibat ist eine Erfindung des Mittelalters, der keine Verankerung in der Bibel findet“, ein „Anachronismus“. Herr Blatter wird seinerseits sicher Wert darauf legen, dass nicht jede und jeder, die kaum etwas vom Fußball verstehen, ihn in seinem Fachgebiet belehren. Doch seine Äußerungen über diese kirchliche Frage lässt vermuten, dass seine Kenntnisse in Geschichte und Bibel offenbar nicht größer sind als die manches Theologen im Fußball.

Auch Hans Küng, altbewährter Kirchenkritiker, darf Abt Martin in der Zeitung bejubeln: „Ich bewundere den Mut von Abt Martin und die Ausgewogenheit seiner Aussagen. Ich hoffe, dass sich nun die Bischöfe mit ihm solidarisieren. Auch damit er den Druck aus Rom aushalten kann.“ Worin der Druck aus Rom denn bestehe, wird aber nicht verraten. Es stellt sich außerdem die Frage, ob es wirklich noch Courage braucht, um sich innerhalb unserer Kirche kritisch zu äußern. Denn für diese Kritik ist einem der reiche Beifall sicher und es kommt auch keine nennenswerte Replik seitens der Hierarchie.

Selbst die KATH.NET-Leser kommen in der „Solothurner“ in den Blick. Die Zeitung bietet als Neuigkeit an, dass sich sogar in „konservativen Religionsforen wie ‚kath.net‘“ „einzelne Teilnehmer trauten, differenzierte Stellungnahmen abzugeben“. Darüber habe sich Abt Werlen gefreut. Eine andere Möglichkeit, sich differenziert und mutig zu äußern als jene, die Kirche grundsätzlich kritisieren und ändern zu wollen, wird in der „Solothurner“ nicht genannt. Auch die tatsächlich sehr große Bandbreite der kath.net-Leserkommentare wird nicht weiter beachtet.


KATH.NET hatte übrigens - trotz der bekannten Positionen von Abt Werlen - in der Zeit seiner schweren Erkrankung dazu aufgerufen, für ihn zu beten und hatte mehrfach sorgenvoll über seine Gesundheit berichtet: kath.net betet für Abt Martin Werlen mit dem ´Salve Regina´ (Chor der Stiftskirche Einsiedeln)


Kontakt-E-mail Kloster Einsiedeln: [email protected]

Foto Abt Martin Werlen: © www.kloster-einsiedeln.ch


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche

  1. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  2. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  3. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“
  4. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  5. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  6. Weihesakrament und Leitungsvollmacht
  7. "'Potestas sacra' für Laien: worum es letztlich geht"
  8. Meinungsfreiheit auf katholisch
  9. Die Jugend von heute, die neue Generation Alpha, „sucht Sinn, Rituale und Spiritualität“
  10. US-Erzbischof gibt Anweisung, politische Botschaft an Weihnachtskrippe sofort zu entfernen






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  3. ADIOS!
  4. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  5. "Entsprechend klein ist die Lücke, die er hinterlässt"
  6. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“
  7. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  8. Synodaler Weg führte zu Streit und Verwerfung
  9. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  10. Kardinal Zen: Papst Leo „ist wahrlich eine Leitungspersönlichkeit, die zuhören kann!“
  11. Katholikin Eva Vlaardingerbroek verliert Einreiseerlaubnis nach Großbritannien
  12. Hat der Synodale Weg „die katholische Kirche in Deutschland in Machtspiel und Kampfzone verwandelt“?
  13. Sterilisationen, schlechte Lebensbedingungen: Grönländer kritisieren dänische Herrschaft
  14. Maria 1.0: Immer wieder Deutschland - „Deutsch-Synodale“ Reformatoren schaffen Realität
  15. Entfremdung und Annäherung – Für einen Katholiken in Deutschland gibt es doch immer noch Rom

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz