19 November 2012, 16:30
Heuchelei in der ungeheuerlichsten Form
 
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Der internationalen Abtreibungslobby ist dies hochwillkommen für eine neue Agitation: Eine irische Schwangere war gestorben, angeblich wegen Abtreibungsverweigerung. Ein kath.net-KLARTEXT von Weihbischof Andreas Laun (Salzburg)

Salzburg (kath.net)
Als die Meldung in den Zeitungen auftauchte, dass eine Frau gestorben sei, weil die Ärzte im „katholisch bestimmten Irland“ eine Abtreibung verweigert hatten, war klar, dass dieser „Fall“ der internationalen Abtreibungs-Lobby hoch willkommen sein würde, um eine neue Agitation zu starten, und so kam es auch.

Was war geschehen? KATH.NET hatte folgendermaßen berichtet: Nach Angaben von irischen Medien wurde die 31-Jährige Ende Oktober mit starken Rückenschmerzen in das Universitätsklinikum Galway eingeliefert. Dort diagnostizierten die Ärzte eine beginnende Fehlgeburt, weigerten sich aber den Berichten zufolge, eine Tötung des 17 Wochen alten ungeborenen Kindes vorzunehmen, weil dessen Herz noch schlug. Erst nachdem keine Herztöne mehr zu vernehmen gewesen seien, hätten die Mediziner den Eingriff durchgeführt. In der Zwischenzeit habe sich die Frau jedoch eine Blutvergiftung zugezogen, an der sie wenige Tage später gestorben sei. Die Frau soll, so der Ehemann, wiederholt eine Abtreibung gewünscht haben, und daraufhin hätten die Ärzte auf die Rechtslage verwiesen und die Abtreibung verweigert mit dem Hinweis: ‚Dies ist ein katholisches Land‘. In Irland sind Abtreibungen gesetzlich verboten.“ Berichtet wird zudem: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte 2010 die irische Regierung ermahnt, die Regelungen für Abtreibungen zu überarbeiten. Das ist bisher nicht geschehen. Im Gegenteil, das Parlament in Dublin lehnte einen Antrag der Sozialistischen Partei ab, der Abtreibungen allgemein bei Frauen erlauben wollte, die durch eine Schwangerschaft gesundheitlich gefährdet sind.

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Jetzt, angesichts des aktuellen Todesfalles, meldeten die sozialistischen Abgeordneten Clare Daly und Joan Collins: Eben solche Todesfälle wollten wir mit unserem Antrag verhindern, und verlangten eine Untersuchung. Aber eine solche ist, wie auch gemeldet wurde, bereits im Gang.

Soweit der Bericht! Was sagt dazu die katholische Kirche? Genauer: Was sagt dazu ein katholischer Bischof und jeder Katholik, der die Lehre der Kirche kennt und auch hinter ihr steht?

Erstens: Weder weiß man bereits, wie die Situation der Frau mit ihrem Kind wirklich war, noch was die Ärzte getan und überlegt haben. Dazu kommt: Journalisten und Politiker sind keine Gynäkologen und können weder ein eigenes medizinisches noch ein moralisches Urteil auf Grund einer so weitgehend unbekannten Faktenlage abgeben. Was man wirklich weiß ist und jeder Mensch beurteilen kann ist nur: Eine Schwangere ist gestorben und auch das Kind ist tot.

Zweitens: Die moralische Entrüstung, die sich vor allem gegen die katholische Kirche richtet, aber so tut, als gehe es um das Wohl der Frauen und Kinder, ist Heuchelei in der ungeheuerlichsten Form: Dieselben Leute, die sich jetzt entrüstet geben, bleiben stumm, wenn man ihnen berichtet, wie viele Frauen jährlich auch bei „klinisch korrekten“ Abtreibungen ums Leben kommen. Erst recht regen sie die Millionen der abgetriebenen Kinder nicht auf! Und wenn man ihnen dann noch beweist, dass die größten internationalen Abtreibungsorganisationen historisch aus der Rassenlehre der Nationalsozialisten hervorgegangen sind und dasselbe propagieren und auch dasselbe tun, was diese gedacht und getan haben, schweigen sie mit versteinerten Gesichtern!

Drittens: Was die katholische Kirche einfordert, ist einfach nur Rechtsstaatlichkeit. Und in einem Rechtsstaat, der diesen Ehrentitel verdient, stehen alle Menschen, von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod unter dem Schutz des Gesetzes, natürlich auch die Ungeborenen, die Behinderten und die Sterbenden.

Viertens: Die Kirche verteidigt das Recht auf Leben, sowohl das der Mutter als auch das des Kindes. Dass es medizinisch schwierige Fälle gibt, weiß sie, aber auch, dass diese dank einer fortgeschrittenen medizinischen Technik seltener geworden sind. Was das Eingreifen der Ärzte betrifft, hält sie fest: Der Arzt darf die Mutter behandeln, auch wenn dies als „Nebenfolge“ den Tod des Kindes herbeiführt. Und die Kirche kennt Fälle und achtet sie, bei denen die Mutter zugunsten des Lebens ihres Kindes auf die für sie notwendige Therapie verzichtet und den Tod auf sich genommen hat. Die Italienerin Gianna Molla hatte so entschieden und wurde inzwischen seliggesprochen. Aber es gibt Berichte über gar nicht so wenige Mütter, die genauso gehandelt haben, und dem Schreiber dieser Zeilen ist auch eine Jüdin bekannt, die genauso gehandelt hat!

Fünftens: Ist Abtreibungsverbot ein Nazi-Gesetz? Aber: Es galt nur für Deutsche. Was die Slawen betrifft, hatte Martin Bormann dieselben Pläne und Argumente entwickelt, wie sie heute von Planned Parenthood und ihren „Filialen“ weltweit, auch in Deutschland und Österreich, vertreten werden. Neonazis? Ja, es gibt sie, aber nur als kleine Gruppen, die man mit Hilfe der Polizei in Schach halten kann. Der Ort, wo Hitler wirklich weiter lebt, gefördert, finanziert und mit Preisen ausgezeichnet wird. ist jene Industrie des Todes, die mit Abtreibung Geld macht und unerwünschte Menschen vernichtet.

Sechstens: Wir müssen jedem Land dankbar sein, das sich gegen die scheinbar so übermächtige Kultur des Todes stellt und auch Ungeborene Kinder mit seinen Gesetzen schützt: Wir haben Irland zu danken für seine Standfestigkeit! Und zu danken ist allen Ländern, deren Politiker eine Wende herbeigeführt haben oder, wie die Ungarn, im Begriff sind, dies zu tun!







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