Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  2. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  3. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  4. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  5. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  6. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  7. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  8. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  9. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  10. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  11. „Gemeinnutz vor Eigennutz“: Bischof erntet Kritik für NS-Vergleich in Richtung AfD
  12. Papst antwortet auf Leserbrief eines Atheisten
  13. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  14. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  15. Kärntner Ordinaritaskanzler: Rechthaberei in der Kirche überwinden

Sind die USA noch ein christlich geprägtes Land?

13. November 2012 in Kommentar, 24 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Im deutschsprachigen Europa begrüßt eine große Mehrheit den Wahlausgang in den USA. Doch was bedeutet er für die mächtigste Nation der Welt? Ein Kommentar von Uwe Siemon-Netto / idea


Washington D.C. (kath.net/idea) Seit 1964 habe ich fast jeden Wahlkampf in den USA journalistisch begleitet. Nie zuvor musste ich aufstöhnen: Kyrie eleison – Herr, erbarme dich! Diesmal tat ich es. Dies hat nichts mit Barack Obamas (Foto) Hautfarbe zu tun, sondern hängt mit Amerikas Sinnkrise zusammen, die sich in der obszön teuren, von Gier, Verleumdungen, Halb- und Unwahrheiten geprägten Kampagne widerspiegelte. Sie währte 17 Monate, kostete fünf Milliarden Euro und entstellte das Gesicht der Demokratie zur Fratze.

Die größte Schuldnernation der Welt

Eine knappe Mehrheit bestätigte Obama im Amt, obwohl unter ihm die Staatsschuld auf 12,3 Billionen Euro hochgeschnellt war und damit die Wirtschaftskraft der USA übersteigt. Die Führungsmacht ist jetzt die größte Schuldnernation, und das angesichts von Gefahren, die alle Welt bedrohen: des radikal-islamischen Terrorismus, des sich zur Atommacht entwickelnden Irans, der Erstarkung Chinas und der Bedrängnisse Europas. Geistlich gesehen hat aber ein anderer Aspekt dieses Wahlausgangs Gewicht: Er zeigt, dass das christlich geprägte Amerika infolge des Generationswechsels und der Macht der heruntergekommenen Medien rasant zurückweicht. Dafür folgendes Indiz: Die Amerikaner wählten einen Präsidenten wieder, dessen Parteimanifest neuerdings das Bekenntnis zur Homo-Ehe und zum uneingeschränkten Recht werdender Mütter, ihre Leibesfrucht zu töten, enthält.


Seit 1973 56 Millionen Kinder am Leben gehindert

Obamas radikales Bekenntnis zur Kultur des Todes bescherte ihm unter anderem zwei Drittel der Stimmen lediger weißer Frauen, die 18 % der Wählerschaft ausmachten. Seinem republikanischen Gegner Mitt Romney fehlte die Zivilcourage, diese Frauen zu fragen:
Machen Amerikanerinnen wirklich ihre Vorstellung von weiblicher Würde an ihrem „Recht“ fest, ungeborene Kinder zu entsorgen? Die Republikaner distanzierten sich darüber hinaus von zweien ihrer Senatskandidaten, weil diese – der eine rhetorisch ungeschickt, der andere mit theologischer Präzision – für das Lebensrecht von Föten eintraten. Letzterer, Richard Mourdock, löste viel Polemik mit seiner Aussage aus, dass auch das nach einer Vergewaltigung im Mutterleib entstehende Leben gottgewollt sei. Selbst die Kommentatoren vorgeblich konservativer Sender begriffen nicht das christliche Paradox, das in meiner Gemeinde jedem Konfirmanden einleuchtet: Natürlich sind Vergewaltigungen ein Verstoß gegen den Willen Gottes. Aber das Leben, das infolge dieser Sünde gedeiht, ist – wie alles Leben – seine Schöpfung.

Die „Latinos“ wurden unterschätzt

Die Folge dieser Episode war, dass beide verloren. Die Republikaner verpassten also die Mehrheit im Senat. Dieser aber muss die Ernennung höchster Bundesrichter durch den Präsidenten absegnen. Die Chance, den Obersten Gerichtshof mit einer Mehrheit von Lebensrechtlern zu besetzen, wurde somit auf Jahrzehnte vertan – und dies, nachdem seit 1973 bereits 56 Millionen Kinder im Mutterleib umgebracht worden sind. Obama verdankt seinen Sieg vor allem einer Koalition nicht wirklich zusammenpassender Minderheiten: dazu gehören die Schwarzen, die Homosexuellen, Jungwähler und auch die meisten Wähler lateinamerikanischer Provenienz. Diese „Latinos“ – meist treue Katholiken oder Evangelikale – teilen die konservativen Werte der Republikaner, wurden aber von diesen sträflich vernachlässigt. Nach dem Debakel vom 6. November beginnen republikanische Parteistrategen ihr Augenmerk auf diese stürmisch anwachsende Volksgruppe zu richten. Vielleicht kann damit im Wahljahr 2016 Amerikas scheinbar unaufhaltsames Absinken im ethischen Treibsand gestoppt werden – sofern der Herr der Geschichte den USA nicht auf lange Zeit den Rücken zuwendet, was viele nachdenkliche Amerikaner befürchten.

Der gebürtige Leipziger Uwe Siemon-Netto ist Leiter des Zentrums für Lutherische Theologie und Öffentliches Leben in Capistrano Beach, Kalifornien.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

USA

  1. US-Botschafter am Heiligen Stuhl, Burch: „Die moralische Autorität der Kirche ist unübertroffen“
  2. US-Familien ziehen in Bundesstaaten, die von Republikanern regiert werden
  3. Jesse Jacksons wechselnde Positionen zum Lebensschutz
  4. Puerto Rico ändert Strafrecht – Ungeborene als Menschen anerkannt
  5. Mein Held des Monats: Marco Rubio – Ein Weckruf für das Abendland
  6. US-Gesundheitsministerium setzt sich für medizinisches Personal ein, das Abtreibungen ablehnt
  7. Kalifornien: 90 Millionen US-Dollar für Planned Parenthood
  8. Traditionsbruch: New Yorks Bürgermeister Mamdani nicht bei Installation von Erzbischof Hicks
  9. Papst Leo XIV. ernennt Lebensschützer zum neuen Erzbischof von Denver
  10. „Recht auf Gebet“: Trump-Administration erlässt neue Richtlinien für US-Schulen







Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDUNG nur mehr bis 25. MÄRZ möglich!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  4. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  5. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  6. "Europa hat die Gefahr der islamischen Republik Iran noch immer nicht begriffen"
  7. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  8. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  9. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  10. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  11. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  12. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  13. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  14. „Gemeinnutz vor Eigennutz“: Bischof erntet Kritik für NS-Vergleich in Richtung AfD
  15. Ein Gott, der nichts mehr verlangt

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz