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Kritik an Merkels Äußerungen zur Christenverfolgung

8. November 2012 in Weltkirche, 19 Lesermeinungen
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Deutsche Bundeskanzlerin hatte das Christentum als die weltweit am meisten verfolgte Religion bezeichnet. Kritik daran kommt von u.a. Human Rights Watch und Amnesty International und „Bündnis 90/Die Grünen“.


Berlin (kath.net/idea) Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte vor der EKD-Synode in Timmendorfer Strand bei Lübeck zur weltweiten Beachtung des Menschenrechts der Religionsfreiheit aufgerufen. Das Eintreten gegen religiöse Verfolgung sei Teil der deutschen Außenpolitik, sagte sie und bezeichnete das Christentum als die weltweit am meisten verfolgte Religion, kath.net hatte berichtet.

Diese Aussage wurde bei Menschenrechtsorganisationen und der Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ beanstandet.


Gegenüber der Nachrichtenagentur dapd lehnten es Vertreter von Human Rights Watch und Amnesty International sowie der UN-Sonderberichterstatter über Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Heiner Bielefeldt (Erlangen), ab, verfolgte Religionsgemeinschaften miteinander zu vergleichen. Alle bedrohten Minderheiten müssten geschützt werden.

Der rechtspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Jerzy Montag, nannte Merkels Äußerungen „verfehlt“. Bei der Bekämpfung von Menschenrechtsverletzungen sei es „nicht besonders hilfreich“, wenn man die Religionen gegeneinander ausspiele.

Kauder: Sorge um verfolgte Mitchristen

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, und der Generalsekretär der CSU, Alexander Dobrindt, nahmen Merkel in Schutz. Für Christen sei es selbstverständlich, „besonders das Schicksal unserer verfolgten Glaubensbrüder und -schwestern im Auge zu haben“, sagte Kauder gegenüber dapd. Vor allem in islamischen Ländern, etwa Irak, Nigeria und Ägypten, habe sich die Lage in den vergangenen Jahren immer weiter verschlechtert. Dobrindt warf den Grünen vor, dass Christenverfolgungen nicht in ihr „Multi-Kulti-Weltbild“ passten.

Laut einer im September veröffentlichten Studie des US-amerikanischen Pew-Forschungsinstituts (Washington) werden Christen in 111 Staaten wegen ihres Glaubens diskriminiert. Nach Informationen des Hilfswerks „Open Doors“ (Kelkheim bei Frankfurt am Main) werden weltweit rund 100 Millionen Christen wegen ihres Glaubens bedrängt. Das seien etwa 80 Prozent aller aus religiösen Gründen Verfolgten.


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