26 Oktober 2012, 08:00
Syrien: Entführter Priester ermordet aufgefunden
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Christenverfolgung'
Syrien: Entführter Priester ermordet aufgefunden
Dem griechisch-orthodoxen Geistlichen war die Kehle durchgeschnitten worden. Die Leiche habe «schreckliche Zeichen von Folter» aufgewiesen.

Damaskus/Rom (kath.net/KNA) Ein vor einer Woche entführter Priester ist am Donnerstag nahe Damaskus tot aufgefunden worden. Wie die libanesische Tageszeitung «L'Orient le Jour» unter Berufung auf Augenzeugen und die syrische Menschenrechtsorganisation «Syrian Observatory for Human Rights» berichtet, wurde dem griechisch-orthodoxen Geistlichen die Kehle durchgeschnitten.

Werbung
KiB Kirche in Not


Der Priester, der am vergangenen Freitag von bewaffneten Unbekannten entführt wurde, hatte nach Angaben der Zeitung über die Freilassung eines entführten christlichen Arztes verhandelt. Zuvor hatte er bereits durch Verhandlungen die Freilassung weiterer Personen erreicht. Am Donnerstagmorgen habe man seinen Leichnam unweit der islamisch-christlichen Kleinstadt Qatana 20 Kilometer westlich von Damaskus gefunden; der Geistliche war dort als Gemeindepriester tätig.

Der römische Pressedienst Fides (Donnerstag) berichtet unter Berufung auf einen geistlichen Mitbruder des Getöteten, die Leiche habe «schreckliche Zeichen von Folter» aufgewiesen. Er sei skalpiert und die Augen ausgerissen worden. Rebellen wie Regierung beschuldigten sich unterdessen gegenseitig im Zusammenhang mit dem Mord.

Fides berichtet weiter, die Entführer hätten von der Familie des Priesters zuvor noch rund 550.000 Euro Lösegeld verlangt. Diese sei aber nicht in der Lage gewesen, eine solche Summe aufzubringen. Die griechisch-orthodoxe Gemeinde ist laut dem Pressedienst mit rund 500.000 Mitgliedern die größte christliche Glaubensgemeinschaft in Syrien. Sie sei vorwiegend im Westen des Landes und in Damaskus angesiedelt.

Die in Wien ansässige Hilfsorganisation «Christian Solidarity International Österreich» (CSI) zitiert den ehemaligen Direktor einer melkitischen Schule in Aleppo, Vahan Hovagimian. Nach seinen Angaben seien rund 50.000 Söldner, viele davon aus Libyen, während der vergangenen Monate nach Syrien eingeschleust worden, um die Rebellen im Kampf gegen das Assad-Regime zu unterstützen. Die Rebellen bräuchten Geld für Waffennachschub. Daher hätten Entführungen von Christen durch bewaffnete Gruppen und Lösegeldforderungen zugenommen.

Nach Angaben Hovagimians wurden zuletzt zahlreiche Geschäfte von Christen geplündert und zerstört. Viele Christen erwögen den Weg in die Emigration.

(C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!










Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

Marx: Vielleicht „treten wir in eine neue Epoche des Christentums ein“ (146)

Marx und Rom ODER: Am deutschen Wesen soll die Weltkirche genesen (59)

Deutsche Bischofsrevolte gegen Rom (55)

„Konservative Katholiken sind ‚Krebszellen in der Kirche‘“ (45)

In der Politik müsste Marx jetzt seinen Hut nehmen! (44)

Erzbistum Köln: Gericht untersagt Hennes Behauptungen (31)

Umstrittenes DBK-Portal wettert gegen den Marsch für das Leben (28)

Kirchenrechtler Schüller: Game over! (27)

Kasper erstaunt über Reaktion in Deutschland auf das Papstschreiben (23)

Verhütung, Homosexualität: neue Moral am Institut Johannes Paul II. (23)

Marx: „Für Ihren beharrlichen Einsatz danke ich Ihnen herzlich“ (21)

Australien: Gesetz zwingt Priester zum Bruch des Beichtgeheimnisses (19)

Erzbischof Viganò warnt vor ‚neuer Kirche’ (19)

„Kein Zolibät (sic) mehr, mehr Rechte für Laien und Frauen“ (18)

Das Herz der Kirche (18)