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Das Fest der Gendarmerie

8. Oktober 2012 in Aktuelles, 2 Lesermeinungen
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Die vergangenen Tage waren für die Ordnungshüter des Vatikans keine leichten. Ein Bericht vom Patronatsfest des päpstlichen Gendarmeriekorps. Von Ulrich Nersinger


Rom (kath.net/un) Der Posten der vatikanischen Gendarmerie am St. Anna-Tor des Vatikans ist ein Knotenpunkt im Leben des Kirchenstaates. Hier ist – abgesehen von St. Peter und den Vatikanischen Museen – der größte Publikumsverkehr zu verzeichnen. Wer dort Dienst tut, kann sich über mangelnde Arbeit nicht beschweren. Gendarmen regeln den Autoverkehr, wobei sie ihr Auge nicht nur auf die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung zu werfen haben, sondern auch die Ausweise der Fahrer gewissenhaft kontrollieren müssen. Auch die Gendarmen, die sich den Fußgängern zu widmen haben, ergeht es arbeitsmäßig nicht besser. Immer wieder müssen sie die Besucher auffordern, ihre Zugangsberechtigung vorzuweisen, und den, der keine besitzt, in das Passierscheinbüro lotsen. Der Postenkommandant im Wachthäuschen hat ein Multitasking-Talent zu sein; er nimmt ununterbrochen Telefonanrufe entgegen, lauscht den Durchsagen des Sprechfunks, lässt die Kontrollmonitore der Videoüberwachung nicht aus dem Blick – und findet dennoch ein freundliches Wort für den, der sich hilfesuchend an ihn wendet.


Die Gendarmen haben es in diesen Tagen nicht leicht. Auf der Kuppel der Petersbasilika ist ein „Aktivist“ in einem waghalsigen Manöver zu einem Vorsprung geklettert und hat dort ein Plakat gegen die italienische Wirtschaftspolitik befestigt. Die päpstlichen Ordnungshüter hatten sich zwischen einer schnellen Entfernung des Plakates und der Sicherheit des Politclowns zu entscheiden – und nahmen natürlich die letztere Option wahr. Im Prozess gegen den ehemaligen Kammerdiener des Heiligen Vaters sahen sich die Gendarmen unhaltbaren Vorwürfen ausgesetzt. Publikumswirksam hatte die Verteidigung vorgebracht, in der Zelle ihres Klienten habe Tag und Nacht Licht gebrannt und seine Unterbringung sei unbequem, ja unzumutbar gewesen. Das Licht brannte, um einen möglichen Suizidversuch des Mannes zu unterbinden, der jahrelang schamlos den Papst hintergangen hatte. Dass der „Corvo“ in der Kaserne des Gendarmeriekorps viele Vergünstigungen erfuhr, dass er das gleiche Essen wie seine Bewacher erhielt, dazu mussten sich die Gendarmen den Medien gegenüber nun eigens erklären.

Ihr alljährliches Fest hat die vatikanische Gendarmerie diesmal in den Oktober hinein verlegen müssen. Am Gedenktag ihres himmlischen Patrons, des heiligen Erzengels Michael, hatte der „Vatileaks“-Prozess begonnen. Zum Fest des Korps fand sich vor dem Gouverneurspalast der Vatikanstadt eine buntes, festlich gekleidete Schar ein: Verwandte und Freunde der Gendarmen, Bedienstete des Vatikans, Prälaten und Bischöfe der Römischen Kurie, eine Vielzahl von Kardinälen, Mitglieder des Adels wie die Fürsten Ruspoli und Pacelli, Stabsoffiziere der italienischen Streitkräfte und Minister der Republik Italien. Das Fest begann mit einer Parade. Mit klingendem Spiel zog die Musikkapelle der Gendarmerie (Foto) in brandneuer Uniform auf, es folgte eine Ehrenformation des Korps mit den Fahnen des Vatikanstaates und der Gendarmerie und dann die Elitepolizisten der „Schnellen Eingreiftruppe“ und der „Anti-Terror-Einheit“. Die „Vigili del Fuoco“, die Feuerwehrmänner des Papstes, beschlossen den Zug. Von den zahlreichen Grußadressen war die bedeutendste die des Heiligen Vaters. Benedikt XVI. sprach der Polizeitruppe seinen Dank und sein vollstes Vertrauen aus. Sein Privatsekretär, Prälat Georg Gänswein, war bei der Feier anwesend. Nach dem „Inno Pontificio“, der Papsthymne, und forscher Marschmusik erklangen auch ungewöhnliche Töne, wie das „O sole mio“.

Das Fest fand seinen Abschluss in den Gärten des Vatikans, ungezwungen, familiär. Selbst Kardinäle und Kurienbischöfe mischten sich unter die Anwesenden. Ehefrauen der Gendarmen schoben ihre Kinderwägen über den gepflegten Rasen. Domenico Giani, der Generalinspektor des Korps, und sein Kommandostab begrüßten die Gäste persönlich. Bei guter Verköstigung brachte die Musikkapelle der Gendarmerie nun auch Swing- und Jazzstücke zu Gehör. Vor einer imponierenden Kulisse, im Schatten von St. Peter, zeigte sich der Vatikan so ganz und gar nicht als düstere, mittelalterliche Bastion.

Foto vom Fest der vatikanischen Gendarmerie: © Ulrich Nersinger


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Lesermeinungen

 tempo 8. Oktober 2012 

Das macht Sinn. Alle würden davon profitieren.

Ist schon ein bisschen mehr als Caritas. Sie will Neuevangelisierung? Dann sollte die Kirche auch entsprechend präsent sein.
Präsent mit jungen Leuten. Beide große Kirchen haben einen großen Vorteil gegenüber jüngeren Sekten: Sie haben in den Städten Eingangsbereiche und Plätze. Die Kreispolizei kann auch Public Private Partnerships mit dem Sicherheitsdienst machen. Schließlich hat die Kirche gute Kontakte zum Staat.
(Aber bitte dunkelblaue oder schwarze Uniformen.)

Der Vorteil für die Wachleute: Produktivfaktor Nr. 5: Menschenkenntnis und Erfahrung sammeln; eine bessere Gelegenheit gibt es nicht.

Der Vorteil für die Bürger: Sicherheitsgefühl

Der Vorteil für Kirchenmitglieder: Die Kirche lebt und es wird wieder über Jesus geredet.


1
 
 tempo 8. Oktober 2012 

Das brauchen wir hier in Deutschland auch.

Natürlich ginge das hier nur als privater Sicherheitsdienst. Mann, Infoservice in Uniform auf der Kölner Domplatform.

Für den einen ein nicht lukrativer Job, für den anderen ein Traum. Als Uniformierter steht man wie ein Stein, der zur Mauer gehört, mitten in den Menschenströmen. Man kann sie ansprechen, ihnen helfen, und sie ermutigen eine Pause im Dom zu machen, ...


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