23 September 2012, 23:00
Neuer Ordensgeneral der Kartäuser gewählt
 
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Francois Marie Velut neuer Prior des französischen Mutterklosters der Kartäuser, die als strengste katholische Ordensgemeinschaft gelten

Marienau/Voiron (kath.net/KAP) Francois Marie Velut (64), bislang Prior der Kartause Portes in Benonces in der ostfranzösischen Region Rhone-Alpes, ist neuer General des Kartäuserordens. Die Mönche der Großen Kartause nahe dem ostfranzösischen Voiron wählten ihn als Nachfolger von Marcellin Theeuwes (76) zum Prior des Mutterklosters, wie die deutsche Kartause Marienau am Freitag auf Anfrage mitteilte. Die Prioren der 24 männlichen und weiblichen Kartausen weltweit bestätigten die Wahl; 20 von ihnen sind derzeit zum Generalkapitel in der Grande Chartreuse versammelt.

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Der Niederländer Theeuwes lebte seit 1997 im Mutterkloster und war seit 2005 Generalminister des Ordens. Ende August hatte Papst Benedikt XVI. seinen Amtsverzicht aus Krankheitsgründen angenommen.

Velut ist erst der 73. Ordensgeneral der Kartäuser in gut 900 Jahren. Die Gemeinschaft gilt als der strengste religiöse Orden der katholischen Kirche. Ihre Mitglieder leben völlig zurückgezogen und verstehen sich als "tot für die Welt", um sich im Gebet ganz Gott zu widmen. Der Tagesablauf der Mönche folgt einer strengen Ordnung und vollzieht sich meist im Schweigen. Einem breiteren Publikum wurde der Orden durch den preisgekrönten Dokumentarfilm "Die große Stille" des deutschen Regisseurs Philip Gröning aus dem Jahr 2005 bekannt.

Als Ordensgründer wird der heilige Bruno von Köln (1030-1101) geführt. Allerdings verfasste er keine Regel, sondern suchte vor allem die Einsamkeit, als er sich 1084 mit sechs Gefährten in einem abgeschiedenen Alpental bei Grenoble niederließ und die Vorgängersiedlung der heutigen Großen Kartause gründete. Die "Gebräuche" der Kartäuser wurden erst später aufgeschrieben. Der Wahlmodus des Ordensoberen ist seit 1128 unverändert.

1176 wurde der Orden vom Papst anerkannt. Durch Reformation,Religionskriege und Türkeneinfall gingen viele Kartausen verloren. Dengrößten Einschnitt stellten die Französische Revolution und dieSäkularisation dar, der die meisten verbliebenen Kartäuserkloster zum Opferfielen. Die einzigen drei Kartäuserkloster auf österreichischem Bodenstanden in Gaming, Aggsbach und Mauerbach. Die Klöster wurden alle 1782 imZuge der Kirchenreform von Kaiser Joseph II. aufgehoben.

Erst das 19. Jahrhundert brachte für den Kartäuserorden einen neuen Aufschwung. Heute gibt es weltweit 24 Kartausen - 18 Männer- und sechs Frauenklöster mit derzeit knapp 450 Mitgliedern.

Doku: Die Kartause von Marienau




Preisgekrönter Dokufilm über die Kartäuser: "Die Große Stille" - Der Trailer





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