04 September 2012, 11:30
Genderismus: Wegen Erfolglosigkeit in Konkurs
 
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Der Genderismus hat seine bisher schwerste Niederlage erlitten. Ein Gastkommentar von Andreas Unterberger

Wien (kath.net/www.Andreas-Unterberger.at) Es ist vielleicht die wichtigste Meldung seit langem – und ist dennoch oder vielleicht gerade deswegen von allen heimischen Medien unterdrückt worden: Ein großes Forschungsinstitut wird wegen Unwissenschaftlichkeit, wegen Sinn¬- und Erfolglosigkeit zugesperrt. Freilich nicht in Österreich – hier wird der Genderismus von unseren dummen Universitäten sogar immer öfter zum Pflichtfach gemacht. Vielmehr passierte das ausgerechnet im sozialistischen(!) Norwegen, also jenem Land, das laut vielen Studien bei der Genderpolitik an der Spitze liegt. Genauso verblüffend ist, wer den Konkurs der Genderforschung ausgelöst hat: Es war eine kritische Dokumentation des norwegischen Staatsfernsehens.

Ein solcher Gender-kritischer Beitrag ist in Österreichs Medien wohl undenkbar. Hierzulande wiederholen der ORF wie die Zeitungen lieber 50 Mal im Jahr die gleiche Manipulationsstatistik über ungleiche Bezahlung angeblich gleicher Arbeitsleistung. Sie alle gehen aber jeder kritischen Auseinandersetzung mit dem Genderthema aus dem Weg.

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Freilich soll man die Hoffnung nie ganz aufgeben. Hat doch sogar der ORF vor kurzem einen Beitrag gebracht, der ein anderes grün-linkes Dogma heftig angezweifelt hat, nämlich jenes von der menschengemachten globalen Erwärmung.

Ausgelöst wurde der Gender-Kollaps in Norwegen jedenfalls durch eine absolut sehenswerte und trotz ihrer Länge und ihres wissenschaftlichen Tiefgangs keineswegs langweilige Fernsehdokumentation (Nichtnorweger sollten keine Angst haben: Der Beitrag hat englische Untertitel). Darin werden die Gender-Ideologen televisionär so blamiert und vorgeführt wie zuletzt ein Ernst Strasser. Freilich mit dem Unterschied, dass sie nicht mit versteckter, sondern mit offener Kamera gefilmt worden sind. Der Sendungsmacher ist ein Soziologe, der einst selbst an der Uni mit dem Genderismus indoktriniert worden war. Er ging jetzt aber daran, die Genderismus-Behauptungen den naturwissenschaftlichen und medizinischen Forschungsergebnissen über den Unterschied zwischen den Geschlechtern gegenüberzustellen.

Dazu musste er freilich rund um die Welt reisen, nach Großbritannien und in die USA. Denn auch im Gender-Musterland Norwegen gab es bisher genausowenig wie in Österreich in all jenen Gebieten faktenorientierte Forschung, die von der Political Correctness für tabu erklärt worden sind.

Ausgangspunkt der Recherche war ein erstaunliches Paradoxon. In dem vielfach als Musterland der Gender-Umerziehung gepriesenen Norwegen hat sich auch nach Jahrzehnten der Anteil der weiblichen Ingenieure (Ingenieusen?) und der männlichen Krankenschwestern (Krankenbrüder?) nicht nachhaltig erhöht. Er ist kleiner als in vielen weniger feministischen Ländern.

Das ist übrigens ein ähnliches Faktum wie die steigende Wertschätzung für die familiäre Rolle als Mutter, die Umfragen unter jungen Österreicherinnen zeigen. Dabei versucht seit Jahren die gehirnwäscheartige Gender-Propaganda den jungen Menschen die Familie zu vermiesen.

Dieses norwegische Paradoxon kam dem neugierigen Fernsehmann jedenfalls seltsam vor. Denn im reichen Norwegen ist seit Jahrzehnten viel Geld für Aktionen und Propaganda ausgegeben worden, um Mädchen zum Ingenieur-Dasein zu verleiten und Burschen zur Karriere als männliche Krankenschwester. Denn das Land ist auf Anordnung der Politik seit langem Spitzenreiter bei der sogenannten „gendersensiblen“ Umerziehung. (Die ist ja auch schon seit einiger Zeit in linken Wiener Kindergärten eingezogen, wo sich Buben als Prinzessinnen verkleiden müssen usw.)

Trotz dieser ernüchternden Fakten schwören die universitären Gender-Professoren, dass die biologisch-genetisch unterschiedliche Prägung der Geschlechter sich nur auf die Sexualorgane beziehe und keinesfalls auf Verhalten, Einstellungen und Interessen. Alle diesbezüglichen Unterschiede seien bloße Produkte der Erziehung.

Diese Behauptung wird durch zahlreiche in dem Film präsentierten naturwissenschaftlichen Forschungsergebnisse als Unsinn entlarvt. Viele im frühesten Kindesalter durchgeführten Studien zeigen schon zu diesem Zeitpunkt signifikante Unterschied im Verhalten von Buben und Mädchen. Eine dieser Studien hat sogar Kinder in den allerersten Tagen nach der Geburt untersucht.

Die Mediziner sind sich einig: Ursache des zwischen den Geschlechtern unterschiedlichen Verhaltens ist der unterschiedliche Testosteron-Spiegel. Das ist ein genetisch bedingter Faktor, der sich nicht durch die Umwelt beeinflussen lässt. Dieser Unterschied sorgt für das jeder Mutter, jedem Vater bekannte geschlechtertypische Verhalten: Buben haben signifikant mehr Interesse an technischen Dingen, Mädchen liegen hingegen in Sachen Sprache und sozialer Orientierung voran.

Naturgemäß sind das immer nur Durchschnittswerte. Klarerweise gibt es Ausreißer in jede Richtung. Denn natürlich ist dieser Testosteron-Spiegel nicht bei jedem Buben, beziehungsweise jedem Mädchen genau gleich hoch. Daher sind jene Einzelfälle keineswegs ein Gegenbeweis, wo Mädchen begabte Technikerinnen und Buben außerordentliche Kontakt- und Sprachentalente sind. Die Naturwissenschafter sind sich jedenfalls absolut sicher, dass die Unterschiede im Verhalten primär genetisch und evolutionär bedingt sind – und nicht nur die Ausprägung der Sexualorgane.

All das hat die Menschheit natürlich seit Jahrtausenden gewusst. All das zeigt sich auch quer durch sämtliche Kulturen, wie eine Vergleichsstudie in 53 Ländern beweist. Bei allen sonstigen Differenzen zwischen den einzelnen Kulturen sind überall sehr ähnliche geschlechtertypische Verhaltens-Unterschiede zwischen Männern und Frauen zu beobachten.

Bleibt noch die Antwort auf das norwegische Paradoxon offen: Warum verhalten sich gerade in so reichen Ländern Männer und Frauen bei der Berufswahl so besonders unterschiedlich? Die Antwort ist frappierend, aber in Wahrheit absolut logisch: Je reicher und freier eine Gesellschaft ist, umso weniger zwingt der ökonomische oder politische Druck zu Lebensentwürfen, die dem eigenen biologischen Programm widersprechen. Daher arbeiten in armen Drittwelt-Ländern die Frauen körperlich mindestens so hart wie die Männer; daher waren in den Nöten des Kommunismus die weiblichen Ingenieure viel verbreiteter als in der Freiheit des Westens.

Zurück nach Norwegen und zur angesprochenen Fernsehdokumentation: Wie reagierten nun die Genderologen, als ihnen der Interviewer dann in einer zweiten Runde diese empirischen Ergebnisse vorhielt? Es verschlug ihnen in erstaunlicher Art die Rede. Die einzige Antwort, die sie schließlich fanden: Sie hätten die bessere Theorie; daher könne die ganze Empirie nicht stimmen.

Wirklich sensationell war darauf die Reaktion der Politik: Das NIKK, das Nordische Gender-Institut, wurde umgehend zugesperrt. 56 Millionen Euro werden dort nun nicht mehr für theoretische Gender-Studien verschwendet. Ein Triumph für den Steuerzahler und für die Vernunft.

Die Gratulation an die Norweger zu diesem Triumph wollen wir heute nicht durch die vielen Niederlagen der Vernunft im eigenen Land trüben. Wir wollen daher heute nicht von den österreichischen Unis reden, wo auch jetzt noch immer mehr von dem angeblich so unzureichenden Steuergeld in zwanghafte Gender-Indoktrinierung gesteckt wird. Oder von der ununterbrochen redenden Frauenministerin, die die angebliche Diskriminierung mit angeblicher Schweigsamkeit der Frauen begründet.

Bewundern wir lieber den kühlen Intellekt der Nordmenschen. Sie erhöhen das Pensionsalter drastisch, wenn die Menschen immer älter werden. Sie sperren Forschungseinrichtungen einfach zu, wenn sie erkennen, dass dort nur Blödsinn, pardon: „Theorien“ produziert werden. Sie haben auch in den erdöllosen Ländern die Staatsschulden drastisch abgebaut, als sie die Brüchigkeit des einstigen Wohlfahrtsmodell erkannt haben. Man könnte absolut neidisch werden.

Es wäre verfrüht zu meinen, dass mit der norwegischen Niederlage der Genderismus trotz seiner hohen Kosten und den von ihm angerichteten schweren gesellschaftlichen Schäden schon tot wäre. Dagegen sprechen die existenziellen Interessen all jener, die davon sehr gut leben, und nach denen ansonsten auf dem Arbeitsmarkt absolut keine Nachfrage besteht. Dagegen sprechen die Erfahrungen mit den vielen Sekten, die weiterexistieren, obwohl der von ihnen schon mehrfach prophezeite Weltuntergang auch beim sechsten Mal nicht eingetreten ist.

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