Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie wird das „pro multis“ im neuen Messbuch übersetzt werden?
  2. Bischof Wilmer: "Wir wollen keinen deutschen Sonderweg"
  3. „Brot für die Vögel?“ – Können Protestanten zur Hl. Kommunion zugelassen werden?
  4. Bätzing gegen Papst Leo
  5. ‚Ein Doktor der Theologie hat keine Ahnung von der Auswirkung von Gruppeneffekten‘
  6. Der anderskatholische Papstkritiker
  7. Kardinal Fernández räumt geringes Interesse an seinem Dokument über Mission ein
  8. Scott Hahn: Die frühe Kirche war nicht protestantisch
  9. Revision des Messbuchs geht in nächste Phase - Erprobung 2027 geplant
  10. Musikerlegende Bob Dylan bei Papst Leo XIV. im Vatikan
  11. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  12. Drei Stunden im Fegefeuer
  13. Organspende? - Schweigen ist keine Zustimmung, Hirntod ist kein Tod im landläufigen Sinne
  14. Warum ausgerechnet ein Augustiner-Pater Patron der armen Seelen ist
  15. Manuel Ostermann: „Ich möchte hier widersprechen, liebes WDR“

Kritik an Niebel: Er sei 'hartherzig' gegenüber syrischen Christen

22. August 2012 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Menschenrechtler kritisieren Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP), denn er lehnt Sonderhilfen für christliche Flüchtlinge ab.


Frankfurt am Main (kath.net/IGfM) „Hartherzig“ nennt die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) die Argumentation von Entwicklungsministers Dirk Niebel (FDP), für die Christen in Syrien keine Sonderhilfen in Aussicht zu stellen, weil das seiner Meinung nach zu Neid und Missstimmung führen und neue Konflikte schüren könne. „Muslime finden Schutz im nahen Ausland und können später nach Hause zurückkehren, die Christen verlieren hingegen ihre Heimat endgültig“, so Karl Hafen, Geschäftsführender Vorsitzender der IGFM.

Die Innenstadt von Homs, wo die meisten Christen wohnten, ist zerstört, ihre Häuser sind unbewohnbar oder geplündert, die zehn Kirchen in der Altstadt sind schwer beschädigt worden und auf lange Sicht nicht nutzbar. Seit dem Angriff auf Kirchen im April 2012, ausgerechnet am Karfreitag, stellen sich nicht wenige Christen die Frage, was nach dem Ende der Gewalt folgt: Freiheit, Menschenrechte oder doch Salafismus? Niebel muss sich der Realität und der Diskussion stellen, dass die Christen aus ihrer teils Jahrtausende alten Heimat im gesamten Vorderen Orient und Nordafrika verdrängt werden. „Die Lage der Christen zu verleugnen, erinnert an Maria und Josef, die auf der Suche nach einer Herberge keiner aufnehmen wollte“, kommentiert Karl Hafen.


Rückzug in christliche Gebiete

Augenzeugen verschiedener christlicher Konfessionen, darunter auch der syrisch-orthodoxe Metropolit Silvanos, hatten der IGFM in diesem Monat unabhängig voneinander berichtet, dass innerhalb eines Monats von den etwa 300.000 Christen in Homs über 70.000 geflohen seien, weil die Rebellen sich nach Angriffen des Militärs Assads in die Altstadt von Homs zurückgezogen hätten, wo die meisten Christen gewohnt hatten. Beim Nachrücken des Militärs, seien in erster Linie die Häuser der Christen zerstört worden, während die von Muslimen bewohnten Randgebiete der Stadt verschont blieben.

Christen: Erst Demonstranten, jetzt Verfolgte?

Die ehemals von Christen bewohnten Häuser seien zerstört, geplündert oder von Muslimen besetzt worden, sodass an eine Rückkehr in ihre Heimat nicht zu denken sei. Wegen überall lauernder Scharfschützen sei es zurzeit nicht möglich, in die Stadt zurückzukehren. Bis April 2012 hätten Christen nicht das Gefühl gehabt, dass man sie gezielt angreifen würde. Am Anfang der Rebellion standen auch Christen in den Reihen der Demonstranten und hätten die Oppositionsbewegung unterstützt, aber sie hätten keine Waffen getragen. Nun entwickle sich die Revolution in Richtung Jihad, die Christen zögen sich zurück und hätten Angst um ihre Zukunft.

Die Forderung nach Menschenrechten und Freiheit sei nachrangig geworden, so Bischof Silvanos, weil jeder der umliegenden Mächte Syrien als einen Kuchen sehe, von dem jeder ein Stück abhaben will. „Wir können die Schuld an diesem Krieg nicht mehr nur einer Seite geben, die Gewalt ist zu weit fortgeschritten.“


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Syrien

  1. Syrien: katholische Melkiten sagen aus Sicherheitsgründen alle Kar- und Osterliturgien ab
  2. Besuch des syrischen Präsidenten - „Kirche in Not“ fordert Bundeskanzler Merz zum Handeln auf
  3. „Syrien darf nicht islamistisch werden“ – Missio-Nationaldirektor Wallner im Krisenland
  4. Syrien: Evangelikaler Pastor mit gesamter Familie ermordet
  5. Massaker in Syrien: Dramatischer Appell der Kirchenführer
  6. Vatikan fordert wichtige Rolle für Christen in Syrien
  7. Syriens neuer Machthaber äußert Hochachtung für Papst Franziskus
  8. Syrien: Neuer Machthaber macht Christen Zusicherungen
  9. Neuer Bischof von Aleppo ernannt - 2014 von Milizen entführt
  10. Syrien: „Eine knappe Minute war schlimmer als 12 Jahre Krieg“







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Schwindler feierte im Bistum Turin monatelang Messe und hörte Beichten
  3. Regensburger Bischof Voderholzer: „Jungen Menschen zuhören und Perspektiven aufzeigen“
  4. Die ersten US-Märtyrer für die Heiligkeit der Ehe: Seligsprechung der Märtyrer von Georgia
  5. Revision des Messbuchs geht in nächste Phase - Erprobung 2027 geplant
  6. Neuer Visitator für Medjugorje: Cavina folgt auf Cavalli
  7. Der Tod unter dem Horizont der Auferstehung und die Hoffnung auf das ewige Leben
  8. Der katholische Osten in der Analyse
  9. „Die Kirche gewinnt an Kraft dank eines Anstiegs bei den Konversionen zum Katholizismus“
  10. Manuel Ostermann: „Ich möchte hier widersprechen, liebes WDR“
  11. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  12. Sozialbeauftragter des Papstes bringt Spenden in die Ukraine
  13. IMABE: Sterbehilfe-Entwicklung in Belgien wirft Fragen auf
  14. ‚Lieber ein ‚Fanatiker‘ als ein Verräter für Kataris und Dschihadisten‘
  15. Kirchenhistoriker Wolf: Erwarte von Leo XIV. in Sachen Kirchenreform nichts

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz