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'Ich bin stolz auf die Leistungen dieses Sohnes unserer Diözese!'

20. August 2012 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Mitt Romneys „Running mate“ Paul Ryan bekommt öffentliche Unterstützung von seinem Bischof Robert Morlino. Er habe „keine Zweifel“ daran, dass Ryan sich „der katholischen Soziallehre“ bewusst sei.


Madison (kath.net/pl) „Es war wirklich keine Überraschung für mich, als ich hörte, dass Paul Ryan, Sohn unserer Diözese, dazu ausgewählt wurde, einer der Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten zu sein. Ich bin stolz auf die Leistungen dieses Sohnes unserer Diözese, einem Bruder im Glauben, und meine Gebete begleiten ihn und besonders auch seine Familie, während sie die unglaublichen Anforderungen eines Präsidentenwahlkampfes hier in den USA durchstehen.“ Dies schrieb Robert Morlino, Bischof der US-Diözese Madison (Foto), in seinem Blog im Diözesanblatt „Diocese of Madison Catholic Herald“. Ryan war vor wenigen Tagen von Mitt Romney als „Runnung Mate“ vorgestellt worden, kath.net hat berichtet.

„Es steht dem Bischof oder den Priestern nicht zu, einzelne Kandidaten oder politische Parteien zu unterstützen“, erläuterte Bischof Morlino weiter. Jeder diesbezügliche Versuch seitens irgendeines Bischofs oder Priesters sollte beiseitegelegt werden. „Und Sie können sicher sein, dass kein Priester, der eine Parteiagenda bewirbt, in Einheit mit mir oder mit der Weltkirche handelt.“ Vielmehr sei es die Aufgabe von Bischöfen und Priestern, „die Grundlinien unseres Glaubens“ zu lehren, so dass jene, welche versuchen in Ämter gewählt zu werden, für politische Einzelfragen „ihr Gewissen entsprechend dieser Grundlinien formen können“.

„Einige der wichtigsten Themen bei der Bildung eines katholischen Gewissens sind folgende: Die Heiligkeit des menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod, Ehe, Religions- und Gewissensfreiheit sowie auch das Recht auf Privatbesitz.“ Würde einer dieser Bereiche verletzt, bedeute dies etwas in sich Schlechtes – „also ein Übel, welches nicht durch irgendwelche anderen Umstände gerechtfertigt werden kann. Diese Übel sind Beispiele für die direkte Verschmutzung der Ökologie der menschlichen Natur und können als solche nur allein durch die menschliche Vernunft wahrgenommen werden. So sollten alle Menschen guten Willens, welche der menschlichen Vernunft folgen wollen, sämtliche Verletzungen der oben genannten Bereiche ohne Ausnahme verurteilen“, nämlich durch die Verurteilung der „Abtreibung, Euthanasie und des assistierten Selbstmords, der gleichgeschlechtlichen Ehe, durch eine Regierung erzwungener Säkularismus sowie Sozialismus“.


Der Bischof wies weiter darauf hin, dass „ein entsprechend der Vernunft oder dem katholischen Glauben gut ausgebildetes Gewissen“ natürlich auch Entscheidungen treffen müsse, in welchen es nicht um „in sich Schlechtes“ gehe. Als Beispiel dafür führte Morlino Lösungsvorschläge für die Fragen, wie man am besten für die Armen sorgen könne oder wie man in einer Zeit hoher Arbeitslosigkeit Arbeitsplätze schaffen könne, an. Hier „kommen nun die Vernunftprinzipien der Solidarität und der Subsidiarität ins Spiel. Beim Solidaritätsprinzip geht es, einfach gesprochen, darum, dass jedes menschliche Wesen auf der Erde mein Bruder und meine Schwester ist, im biblischen Sinne also ‚mein Nächster‘. Gleichzeitig ist der im Lauf der Zeiten erprobte beste Weg, unseren Nächsten in der ganzen Welt zu helfen, dem Subsidiaritätsprinzip zu folgen. Dies heißt, das vorliegende Problem sollte auf der niedrigsten Ebene wie möglich angegangen werden – also auf jener Ebene, welche den bedürftigen Menschen am nächsten ist.“ Bei der Anwendung dieser Prinzipien können auch von Katholiken bzw. Menschen guten Willens unterschiedliche Lösungsvorschläge hervorgebracht werden.

„Es ist die Aufgabe der Laien, nicht der Bischöfe und Priester, Entscheidungen über die besten politischen Strategien zu treffen, über die besten politischen Mittel, um ein Ziel zu erreichen. Papst Benedikt hat selbst gesagt, dass eine gerechte Gesellschaft und ein gerechter Staat eine Errungenschaft der Politik, nicht der Kirche, ist. Deshalb können katholische Laien, Männer und Frauen, welche mit den Prinzipien vertraut sind, die durch den menschlichen Verstand und die Ökologie der menschlichen Natur vorgegeben sind, oder Nicht-Katholiken, welche denselben Prinzipien treu sind, zu verschiedenen Schlussfolgerungen kommen in der Frage, was die besten Mittel für die Implikationen dieser Prinzipien sind – dies ist die ‚Laienmission‘ der Katholiken.“

Deshalb stehe es „weder mir noch einem anderen Bischof oder Priester“ zu, die Budgetvorstellungen des Kongressabgeordneten Ryan zu besprechen. „Wo nichts in sich Schlechtes mit hinein verwickelt ist, sind die einzelnen politischen Entscheidungen und Strategien der Fachbereich der Laien.“ Der Bischof bestätigte, er habe „keinen Zweifel“ daran, dass Ryan, der Kandidat für das Vizepräsidentenamt, sich „der katholischen Soziallehre“ bewusst sei und seine Entscheidungen „sehr sorgfältig“ in Übereinstimmung mit diesen Prinzipien gestalte.

„Deshalb wollen wir zum Herrn darum beten, dass sich die Lagerbildung in unserer Wählerschaft nicht vertiefen wird und dadurch auch negative Auswirkungen auf schon länger existierende Lagerbildungen innerhalb der Kirche während dieser Wahlsaison hat“, schloss Bischof Morlino seine Erläuterungen ab.

Lesetipp: Interessanter Briefwechsel zwischen Paul Ryan und Erzbischof Timothy M. Dolan (New York)

Brief von Paul Ryan an Erzbischof Dolan

Brief von Erzbischof Dolan an Paul Ryan


Originalzitat von Paul Ryan: „I cannot believe any official or citizen can still defend the notion that an unborn human being has no rights that an older person is bound to respect.“


Website: www.ryanforcongress.com

EWTN-Interview mit Paul Ryan



kathTube-Dokument: Die Antrittsrede von Paul Ryan vom Samstag, 11. August 2012




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