
Vatikanstadt (kath.net/KAP) Der mutmaßliche vatikanische Dokumente-Dieb Paolo Gabriele sieht nach Worten seines Anwalts einem möglichen Prozess "gelassen" entgegen. Es dürfte "keine großen Enthüllungen" geben, nachdem sein Mandant bei den Vernehmungen bereits sehr breit mit den Ermittlungsinstanzen zusammengearbeitet hat, sagte Carlo Fusco am Samstag gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.
Am 6. oder 7. August will die vatikanische Staatsanwaltschaft ihre Anklage vorlegen. Dann muss der Richter entscheiden, ob es zu einem Prozess gegen den 46-jährigen ehemaligen Kammerdiener des Papstes kommt. Gabriele war am 23. Mai verhaftet worden, nachdem die Gendarmerie vertrauliche Papstdokumente in seiner Wohnung gefunden hatte. Seit einer Woche steht Gabriele in seiner Vatikan-Wohnung unter Hausarrest.
Fusco bestätigte, dass sein Mandant einen Brief an den Papst gerichtet habe. Dabei habe es sich jedoch nicht um ein Gnadengesuch gehandelt, sondern "um eine Korrespondenz zwischen Personen, die sich gut kennen".
Bislang ist der Butler die einzige Person, gegen die die vatikanische Justiz in der Vatileaks-Affäre ermittelt. Der Vorwurf lautet auf "schweren Diebstahl". Neben dem Gericht des Vatikanstaates untersucht auch eine dreiköpfige Kardinals-Kommission den Fall. Vergangenen Freitag hatten die Kardinäle sowie die Spitzen des vatikanischen Gerichts dem Papst über ihre bisherige Arbeit berichtet. Benedikt XVI. hatte alle Instanzen aufgefordert, den Vorgang weiterhin sorgfältig zu untersuchen.
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