Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst Leo XIV. und die Zukunft der liturgischen Einheit der Kirche
  2. Konsekrierte Hostien an Hunde verfüttert: Keine Konsequenzen im Bistum Chur
  3. Insider: Vatikan bereitet sich auf Folgen der Bischofsweihen der Piusbruderschaft vor
  4. Schisma auf leisen Sohlen
  5. Verheiratete Frauen sind (zunehmend) die glücklichsten von allen
  6. Kardinal Marx unter Druck: Zwischen grober Fahrlässigkeit und dem Vorwurf der Vertuschung
  7. Goldenstein-Nonnen doch in Rom? Propst in Sorge
  8. „Bestellt wie eine Ware“: Scharfe Kritik an Leihmutterschafts-Fall in der CDU
  9. Back to the future: Durch den Traditionalismus zur Gendergerechtigkeit
  10. Paukenschlag in der Klimadebatte: KlimaGuru Al Gore warnt plötzlich vor neuer Eiszeit
  11. „Theologische Katastrophe“: Massive Kritik am Erprobungsband des neuen evangelischen Gesangbuchs
  12. Goldenstein-Nonnen: Verstimmung um nun doch durchgeführte Romreise
  13. Goldenstein-Nonnen nach Romreise wieder in Salzburg eingetroffen
  14. Erzbischof Sheen warnte bereits 1965 vor falschem Mitgefühl
  15. Bericht des US-Justizministeriums: Regierung Biden hat traditionelle Christen intensiv durchleuchtet

'Legen Sie Ihren lächerlichen Kinderglauben ab'

31. Juli 2012 in Kommentar, 220 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Dieser spezielle Gesichtsausdruck bei einigen Priestern und Theologen, wenn ich sie als Kind oder Jugendlicher nach der Wahrheit von Begebenheiten aus dem Evangelium fragte…“ - Ein Gastkommentar von Eduard Habsburg


St. Pölten (kath.net/habichtsburg) Das heutige Tagesevangelium von der Brotvermehrung erinnerte mich an eine interessante Episode in meinem Studium. Ein Theologiestudent erzählte mir (Philosophiestudenten) eines Tages in Würzburg von seinem Professor. Als es um die Episode der Brotvermehrung ging, erläuterte dieser seinem Hörsaal erst ausgiebig, dass Jesus natürlich nur die Menschen dazu gebracht hätte, ihr mitgebrachtes Essen zu teilen, das sei eh das viel größere Wunder, und überhaupt sei das eine Erzählung in der Tradition des Märchens usw. Als der Student dann gegen Ende der Stunde schüchtern fragte, ob man nicht zumindest als Hypothese die Möglichkeit erwägen sollte, dass es ungefähr so passiert sei, wie es im Evangelium stehe, da brüllte ihn der Professor vor dem gesamten Hörsaal an:

"Legen Sie endlich Ihren lächerlichen Kinderglauben ab!"

Nach dieser Geschichte wurde mir einiges klarer. Zum Beispiel dieser spezielle Gesichtsausdruck bei einigen Priestern und Theologen, wenn ich sie als Kind oder Jugendlicher nach der Wahrheit von Begebenheiten aus dem Evangelium fragte. Es war wohl eine Mischung aus verschiedensten Gedanken. "Oh, wenn du wüßtest, was ich weiß, der ich Theologie studiert habe" mischte sich mit "Oh, wäre das schön, wenn man wieder einfach so kindlich glauben könnte, aber es stimmt ja leider alles gar nicht" mischte sich mit "Er hat einen simplen Glauben, also darf ich ihn ja nicht mit der Wahrheit überfordern." Was herauskam, war etwas Verkrampftes, durchsetzt mit Traurigkeit.


Damit wir uns nicht falsch verstehen: ich werfe niemandem vor, dass er nicht (mehr) an die Wunder im Neuen Testament glauben kann. Es ist im Jahr 2012 schwer geworden, an all das zu glauben, und noch mehr vermutlich, wenn man Theologie studiert hat. Nicht umsonst zeigen Umfragen unter Katholiken in Deutschland, dass nur ein knappes Viertel zum Beispiel an die Auferstehung Jesu glaubt. Und ich wette, dass die meisten gläubigen Menschen, auch wenn sie nicht Theologie studiert haben, zumindest 1-2 mal am Tag ein wenig Atheisten sind. Ich kenne das zumindest bei mir.

Ist es "lächerlicher" "Kinderglaube", darauf zu vertrauen, dass die Ereignisse des Lebens Jesu sich in etwa so abgespielt haben, wie das Neue Testament sie berichtet? Auch wenn es natürlich mehrere Ebenen der Interpretation gibt? Ich glaube nein. Aus drei Gründen:

Erstens kann ich mir schwer vorstellen, dass Gott (wenn wir an ihn glauben) seine Evangelisten so inspiriert hat, dass sie Texte verfasst haben, von denen erst nach knapp 1900 Jahren kluge Wissenschaftler entdecken, dass in vielen Fällen eigentlich das Gegenteil vom Wortlaut wahr ist. Und dass Gott zugelassen hätte, dass viele viele Generationen ahnungslos den Texten vertraut haben (diese Narren).

Zweitens lehrt uns die Kirche im II. Vatikanischen Konzil, dass "die vier genannten Evangelien, deren Geschichtlichkeit sie ohne Bedenken bejaht, zuverlässig überliefern, was Jesus, der Sohn Gottes, in seinem Leben unter den Menschen zu deren ewigem Heil wirklich getan und gelehrt hat bis zu dem Tag, da er aufgenommen wurde (vgl. Apg 1,1-2)." Das ist schon was, was man nicht einfach wegwischen kann.

Und drittens scheint die neuere Forschung immer mehr darauf hinzudeuten, dass wir den Evangelien wirklich trauen können, auch bei so "mythischen" Ereignissen wie den Wundern oder der Auferstehung Jesu. Es gibt da ein Buch, das für mich enorm wichtig wurde und das ich in jeder Fastenzeit als Vorbereitung auf Ostern verschlinge... aber das ist Thema für einen neuen Blogeintrag.

Eduard Habsburg ist der Medienreferent des St. Pöltener Bischofs Klaus Küng

Dem Autor auf Twitter folgen

kathTube: Sex, Kirche, Gott und so ... Mit Eduard Habsburg, Raphael Bonelli ua.





Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Glaube

  1. Bischof Ivo Muser: "Der größte Mangel, den wir in unserer Diözese haben, ist der Gläubigenmangel"
  2. „Die Generation Z, die in Manhattan zur Messe kommt, sucht keine alternative Clubszene“
  3. Katholische Influencer öffnen neue Zugänge zum Glauben für die junge Generation
  4. Kardinal Nichols: „Das kostbarste Geschenk, das der Kirche anvertraut ist: das heilige Messopfer“
  5. „Junge Menschen, die zum Glauben zurückkehren, wollen den ‚vollen fetten Glauben‘“
  6. Kardinal Arborelius: In Schweden „weiß jeder, dass die katholische Kirche Abtreibung ablehnt“
  7. US-Vizepräsident Vance kündigt Buch über seinen persönlichen Rückweg zum katholischen Glauben an
  8. Spanische Bischofskonferenz beleuchtet Verhältnis von Verstand und Emotion im persönlichen Glauben
  9. „Broken Mary“ - Papst segnet die außergewöhnliche Marienstatue „Unsere Mutter der Beschädigten“
  10. „Warum bin ich noch in der Kirche?“, fragte der Theologe Joseph Ratzinger bereits 1970






Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Konsekrierte Hostien an Hunde verfüttert: Keine Konsequenzen im Bistum Chur
  3. Kardinal Marx unter Druck: Zwischen grober Fahrlässigkeit und dem Vorwurf der Vertuschung
  4. Back to the future: Durch den Traditionalismus zur Gendergerechtigkeit
  5. Schisma auf leisen Sohlen
  6. „Theologische Katastrophe“: Massive Kritik am Erprobungsband des neuen evangelischen Gesangbuchs
  7. Insider: Vatikan bereitet sich auf Folgen der Bischofsweihen der Piusbruderschaft vor
  8. Goldenstein-Nonnen doch in Rom? Propst in Sorge
  9. Goldenstein-Nonnen: Verstimmung um nun doch durchgeführte Romreise
  10. Was Kardinal Marx meint und was das Zweite Vatikanische Konzil lehrt
  11. Die Messe in der außerordentlichen Form kehrt nach Santa Maria Maggiore/Rom zurück
  12. Erzbischof Sheen warnte bereits 1965 vor falschem Mitgefühl
  13. „Es war, als sähe ich Jesus wirklich“
  14. Paris: Klassische lateinische Messe bringt eine neue Generation in die katholische Kirche
  15. Arche-Sprecher warnt vor Zunahme des Islamismus an Schulen in Deutschland

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz