Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Was interessiert mich das Geschwätz von Rom...
  2. Wenn sich Gratismut in Angst verwandelt
  3. Erschütterndes Beispiel für die Kultur des Todes: Seniorin wurde gegen ihren Willen euthanasiert
  4. Katholiken fordern Exkommunikation der „katholischen“ US-Gouverneurin Maura Healey
  5. „Trägt der synodale Prozess dazu bei, die Seelen Christus und dem ewigen Heil näherzubringen?“
  6. Bußgeldverfahren gegen Schüler nach Weigerung an LGBT-Workshop teilzunehmen
  7. Katholische Beerdigung für italienischen Gitarristen wurde abgesagt, weil er Freimaurer war
  8. 500 Euro für ein Sakrament oder was ist das wirkliche Problem?
  9. "Ich würde Kinderbetreuung nicht als Arbeit sehen, sage ich Ihnen ganz ehrlich"
  10. Das Kirchenjahr als Weg durch die Heilsgeschichte. Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden!
  11. ‚Waldbrände in der Kurie‘
  12. Influencerin bezeichnet Trans-Politiker als Mann: zu zwei Jahren Hausarrest verurteilt
  13. "Satanisches Lachen" - US-Demokraten aus Massachusetts feiern Ermorden von Kindern bis zur Geburt!
  14. Deutschland: Katholische Kirche verzeichnet mehr Erwachsenentaufen trotz Mitgliederrückgang
  15. Edith Stein – Ave, Crux, spes unica

Sollten Christen auch die 'Bild'-Zeitung lesen?

13. Juli 2012 in Kommentar, 16 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die „Bild“ thematisiert Tag für Tag die Fragen, die Menschen bewegen: Glück, Geld, Schuld, Scheitern, Vergebung, Lust, Krise, Trost, Leid – Glaube, Hoffnung, Liebe! Doch wie steht es um ihr Niveau?


Wetzlar (kath.net/idea) Ende Juni erhielten 41 Millionen – also fast alle – Haushalte in Deutschland kostenfrei die „Bild“. Der Grund: Das Boulevardblatt wurde 60 Jahre alt. idea nahm dies zum Anlass für die Frage, ob auch Christen die Springer-Zeitung lesen sollten.

PRO „Bild“ thematisiert Tag für Tag die Fragen, die Menschen bewegen: Glück, Geld, Schuld, Scheitern, Vergebung, Lust, Krise, Trost, Leid – Glaube, Hoffnung, Liebe! „In der Kirche werden dagegen immer die Fragen beantwortet, die niemand gestellt hat!“ Wie eine Ohrfeige war dieser Satz, der mir von einem glaubenskritischen Zeitgenossen entgegengeschleudert wurde. „Bild“ dagegen versteht es – wie einst Martin Luther (1483–1546) –, „den Leuten aufs Maul zu schauen“. Muss sie ja auch, schließlich werden die Redakteure nicht aus Kirchensteuermitteln oder von Gemeindespenden bezahlt. Die „Bild“-Zeitung muss mit ihren Schlagzeilen und Artikeln unseren Nerv treffen, sonst wird sie nicht gekauft. Und es macht mich nachdenklich, dass sie besonders auch jene erreicht, die wir in unseren christlichen Veranstaltungen nur selten antreffen: täglich fast 10 Millionen Menschen, von denen deutlich mehr als die Hälfte Männer sind! Fast die Hälfte verfügt über einen Hauptschulabschluss mit Ausbildung, ein Drittel hat die Mittlere Reife absolviert. Das verdient Respekt – auch wenn „Bild“ oft respektlos schreibt.


Vieles, was in „Bild“ steht, ist ein Griff ins Klo, aber …

Vieles, was in der „Bild“ steht, ist gemein, ist Gosse, ist ein Griff ins Klo. Es geht uns Christen aber doch um die Menschen – um der Liebe Gottes willen! Nur christliche Arroganz und fromme Selbstverliebtheit können uns daran hindern, „Bild“ zu lesen. Darum lese ich „Bild“. Nicht jeden Tag – das unterscheidet sie von der „Frankfurter Rundschau“ und der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Ich lese „Bild“ zur Predigtvorbereitung – um nahe bei den Menschen zu sein und die Fragen zu beantworten, die sie stellen. So kann es gelingen, die Liebe Gottes in Jesus Christus lebensnah in den Alltag meiner Zeitgenossen hinein zu sprechen: als Lebenskraft.

Der Autor, Pastor Heino Masemann (Hannover), leitet die „Kirche für Fragende und Suchende“ im Expowal und ist Geschäftsführer des Landesvereins für Innere Mission.)

KONTRA Selbstverständlich sollte jeder Mensch, der sich ein Urteil über die „Bild“-Zeitung erlaubt, sie auch gelesen haben – unabhängig von der eigenen Konfession. Als Urteilsgrundlage genügt der Blick auf die Schlagzeilen: „Penis zu kurz! Schüler springt vom Hochhaus“; „Taxifahrer zerstückelt – aufgegessen“; „Sex-Gier – Er köpfte 17 Männer – Teile gekocht“; „Eva Renzi nackt blutig gepeitscht“; „Riesenaffe zerfleischt taubes Kind“; „Abgehackter Frauenkopf in der Bratröhre gefunden“; „Hatten Dodi und Di Sex im Todes-Auto?“; „Menschenfresser tanzte mit nackter Liebespuppe“; „Pinkelte Paris Hilton ins Taxi?“
Wollen Sie sich das antun: „Er köpfte 17 – Teile gekocht“?

Zu entnehmen war der „Bild“-Zeitung eines Tages auch die Information, dass die Gemahlin des britischen Thronfolgers bei ihrer Entjungferung – wortwörtlich – „nach Kotze“ gerochen habe. Unter gesitteten Menschen wäre eine solche Mitteilung vollkommen unmöglich. Für die „Bild“-Zeitung ist sie ein tagtäglich verrichtetes Geschäft, das dem Springer-Konzern so ungeheuerlich viel Geld einbringt, dass er auch den evangelischen Bischöfen und dem Papst als respektable Macht erscheint. Wer sich ihr unterwirft – und sei es auch nur durch die öffentliche Lektüre der „Bild“-Zeitung –, sollte sich fragen, ob es nicht anständiger wäre, in aller Öffentlichkeit die Zeitschrift „Mega-Möpse“ zu studieren. Deren Berichterstattung hat immerhin noch niemandem das Leben gekostet, während die „Bild“-Zeitung bedenkenlos über Leichen geht. Zu erinnern wäre hier an den Selbstmord des Schauspielers Raimund Harms-torf (1939–1998), der sich erhängte, nachdem seine Parkinson-Erkrankung von „Bild“ ausgeplärrt worden war.

Da gibt es nichts mehr zu schmunzeln. Da hilft nur ein radikaler Boykott.

Der Autor, Gerhard Henschel (Hamburg), ist Publizist. 2006 erschien sein Buch „Gossenreport – Betriebsgeheimnisse der ‚Bild’-Zeitung“.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Medien

  1. YouTube-Star "MrWissen2go" räumt Fehler bei Corona-Berichterstattung ein
  2. CSU-Generalsekretär Huber kritisiert den "Bayrischen Rundfunk" wegen Bericht über muslimische Mode
  3. Belgischer öffentlich-rechtlicher Sender lässt Moderatoren Marien- und Jesus-Statuen zertrümmern!
  4. Nach einseitig negativer Darstellung des Christentums – Programmbeschwerde an ZDF
  5. Welt: „Vorwurf der sexuellen Belästigung – ORF-Chef tritt mit sofortiger Wirkung zurück“
  6. Früherer Bundestagsvizepräsident Kubicki: „Der ZDF-Skandal muss politische Konsequenzen haben“
  7. Wenn das 'Drehbuch' schon vorher feststeht
  8. Gebetshaus Augsburg reagiert mit Stellungnahme auf ARD-Doku „Die hippen Missionare“
  9. Kardinal Müller: „Von Anfang an ist Radio Maryja zu einer Stimme in dieser modernen Wüste geworden“
  10. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Edith Stein – Ave, Crux, spes unica
  3. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  4. Erschütterndes Beispiel für die Kultur des Todes: Seniorin wurde gegen ihren Willen euthanasiert
  5. "... der Sieg, der die Welt besiegt hat, ist unser Glaube” (1 Joh 5,4)"
  6. Grösse
  7. Angeklagt, weil er einen schismatischen Bischof nicht rehabilitierte: Armeniens Patriarch Karekin II
  8. ALfA startet „von-Galen-Projekt“ zum 85. Jahrestag der Predigt von St. Lamberti
  9. „Warum ich katholisch bin“
  10. „Nicht der Sturm hat das letzte Wort – Christus hat das letzte Wort. Amen.“
  11. Deutschland: Katholische Kirche verzeichnet mehr Erwachsenentaufen trotz Mitgliederrückgang
  12. Was Papst Leo XIV. in Südamerika erwartet
  13. Wenn der Sturm den Glauben prüft - Der Friede Christi mitten im Gegenwind
  14. „Maria, du bist ‚die Freude des Himmels und der Erde‘; wache und bete für uns“
  15. Katholische Beerdigung für italienischen Gitarristen wurde abgesagt, weil er Freimaurer war

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz