15 Juli 2012, 10:00
Ministrant: 'Ich bin katholisch. Und ich bin stolz darauf!'
 
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„Messdiener zu sein ist cool“ - Wir „Ministranten könnten nicht bestehen, ohne Jesus zu haben“ - Ein kath.net-Jugendbeitrag von Nico Sucker

Voerde (kath.net/pl) „Catholic and proud!”. Das bedeutet: “Ich bin katholisch und ich bin stolz darauf!”

Am 22. April 2007 wurde ich Ministrant, und ich kann mich noch sehr gut an diesen Tag erinnern. Ich stand in Chorkleidung am Altar, mit rotem Talar und weißem Rochett, und einer der Gruppenleiter rief meinen Namen aus.

„Nico Sucker“ – zuerst suchte mich der Kaplan, obwohl ich direkt vor ihm stand. Doch binnen weniger Sekündchen erblickte er mich, zog mir die Medaille über und erlaubte sich einen kleinen Scherz: „Ach, da bist du ja, ich dachte, du wolltest schon gehen.“

Ich erinnere mich, wie ich mir immer vorgestellt hatte, ich wäre einer von denen, auch wenn ich sie ein bisschen auslachte wegen ihres Aussehens.

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Es ist für mich sehr aufregend, Messdiener zu sein, und das immerhin schon fünf Jahre, ein kleines Jubiläum.

„Catholic and proud, katholisch und stolz darauf!”

Messdiener sein zu dürfen ist eine Berufung in einer Berufung, ein Adsum „Hier bin ich”. Bei uns sind auch kleine Fehler mit eingebaut. Und wenn ich auf meine eigenen Fehler schaue, dann muss ich lachen.

Der schönste Dienst ist für mich die hl. Messe mit Prozession an Fronleichnam, wo wir als Ministranten voran ziehen mit dem Kreuz und mit Weihrauch, in direkter Nähe zu Jesus.

Fjodor M. Dostojewski sagte einmal: „Der Mensch kann nicht bestehen, ohne etwas anzubeten“. Entsprechend könnte man formulieren: Wir Ministranten könnten nicht bestehen, ohne Jesus zu haben. Auch für mich persönlich gilt es zu sagen „Adsum - hier bin ich!“, also: Herr, Dir will ich dienen, Dein will ich sein, Dir will ich folgen!

Bei der Nordwestdeutschen Ministrantenwallfahrt 2009 in Kevelaer erläuterte uns Kardinal Meisner: „Liebe Ministranten, ihr seid wichtig, dass ihr nicht fehlt. Jesus konnte sich auf Maria immer verlassen, sie war immer zur Stelle, im Stall von Bethlehem, auf der Flucht nach Ägypten, auf dem Kreuzweg, unter dem Kreuz, die Jünger waren verschwunden, aber sie war zur Stelle, dass ich dort nicht fehle wo ich nötig bin.“ Kardinal Meisner dankte uns für unseren „Dienst am Altar“, worauf das Wort „Messdiener“ ja hinweise.

Er dankte uns weiter dafür, „dass eure Priester sich auf euch verlassen können, dass ihr eine gute Figur macht, wenn ihr am Altar steht und dass die Gemeinde sich freuen kann, dass sie so gute Messdiener haben.“

Der Kölner Erzbischof erklärte uns außerdem: „Ihr seid nicht nur Vorsteher, sondern ihr seid auch Vorhörer. Liebe Ministranten. man muss das Wort Gottes erst hören, eh man es beantworten kann“.

Ministrant sein ist für jeden unterschiedlich. Doch für jeden, auch für mich, ist es wirklich ein Geschenk, das die Kirche zu geben hat, es ist eine Art Lob Gottes, denn der Dienst ist ja nicht irgend eine Aufgabe, sondern er ist ein „lebendiger“ Kompass für uns, der uns zeigt, dass der richtige Weg Jesus ist, und das lehrt uns der Ministrantendienst wie ein Kompass, der uns zu Jesus Christus führt.

Am Altar stehen, leuchten mit der Kerze, duften wie der Heilige Geist (Weihrauch), läuten wie eine Kirchenglocke (Wandlungsglocken) mit Jesus im Herzen, das empfinde als meine Berufung als Ministrant.

Der heilige Johannes Maria Vianney – unser geliebter Pfarrer von Ars – sagt: „Die Barmherzigkeit Gottes ist wie ein Bach, der über die Ufer getreten ist. Die Herzen werden von ihm mitgerissen“. Wir Ministranten werden von Herrn in den Herzen angerufen und erwählt.

Jedem spricht der Dienst anders zu, jedem Messdiener ist er anders formuliert, doch eines ist gewiss und das darf auch ich wissen: Dass wir Messdiener „Catholic and proud, katholisch und stolz darauf!” sind und sein dürfen.

Seit April diesen Jahres – nachdem ich 5 Jahre Aktardienst feiern durfte – bin ich in meiner Heimatgemeinde als Ministrant zurückgetreten. Diese Zeit, in der ich kein Messdiener bin, sie tut mir sehr weh, weil es für mich sehr wichtig ist, am Altar stehen zu dürfen.

Messdiener zu sein ist für mich quasi zu sein wie Johannes, den Jünger, den Jesus liebte: An der Brust des Herrn, am Herzen Jesu verweilen zu dürfen und sein Herz zu hören, sein Pochen zu spüren und daraus den Dienst zu tun, welchen er mir in seiner Gnade schenkt.

Es ist ein Abenteuer, das niemals aufhört, es ist wie ein Freizeitpark.

Doch inzwischen, seit Mitte Juni, darf ich wieder Ministrant sein und es ist gut, jetzt darf ich wieder ganz nah Jesu Herz fühlen und daran in der Hand Gottes geborgen sein.

Messdiener zu sein ist cool. Es ist „Catholic and proud, katholisch und stolz darauf!”. Das verdient ein "Gefällt mir!"

Der 18-jährige Autor dieses Beitrags hat kath.net bereits ein vielbeachtetes Interview gegeben: Nico Sucker: 'Jesus gegenwärtig im Allerheiligsten'







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