Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  2. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  3. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  4. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  5. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  6. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  7. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  8. Die große Täuschung
  9. Bischof Oster: „In der Sache selbst war ich ja in mehrfacher Hinsicht kritisch“
  10. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  11. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  12. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  13. Fatales Gerichtsurteil in Deutschland: Chefarzt siegt gegen katholisches Klinik-Verbot
  14. Medienkrise verschärft sich: Dramatische Auflagenverluste für Tageszeitungen in Deutschland
  15. Hunderte Einsprüche gegen Pfarrauflösung in der Diözese Linz - Keine Antworten aus Rom

Erzbischof Müller – ein Mosaikstein auf dem Weg der Erneuerung

3. Juli 2012 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Kein ‚Glaubenswächter’, sondern Getriebe im Motor der Neuevangelisierung. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Mit der am gestrigen Montag bekanntgegebenen Ernennung von Erzbischof Gerhard Ludwig Müller zum Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre hat Papst Benedikt XVI. einen weiteren Stein auf dem Weg der inneren Erneuerung der Kirche gesetzt. Gleichzeitig wird deutlich, dass der Papst an der geistlichen und theologischen Schaltstelle der Weltkirche einen Mann absoluten Vertrauens wollte, der seinen theologischen Blick auf die Realität des Glaubens kennt, sich in ihm bewegt und ihn in kreativer Weise umsetzt. Dass Müller beim Rahner-Schüler und Bischof von Mainz Karl Kardinal Lehmann zunächst promoviert und sich dann habilitiert hat, spricht angesichts seiner Geschichte als Theologe und Dogmatiker nicht gegen diese Sicht, sondern für sie, da auf diese Weise ein philosophisch-theologisches Spektrum – fest verankert im Boden der Lehre der Kirche – programmiert ist, das die Umsetzung und Vermittlung der Lehre Benedikts XVI. zu fördern und als wahre Seelsorge zu verwirklichen vermag.

Mit Erzbischof Müller leitet ein künftiger Kardinal die „Suprema“, der eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Papst zu gewährleisten imstande ist, dies nicht zuletzt als Kenner des theologischen Schaffens Joseph Ratzingers. Dass Müller sich auch in Zukunft um die Herausgabe der „Opera Omnia“ Papst Ratzingers kümmern wird, ist nicht nur Zeichen eines äußeren Auftrags, den er als Person wahrgenommen hat. Es ist vielmehr Ausdruck der intimen Verbundenheit mit dem Denken und den Folgen des Denkens des vielleicht wichtigsten Theologen der Gegenwart, der gleichzeitig auf dem Stuhl Petri sitzt. Auf diese Weise ist der Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre in besonderer Weise dazu befähigt und berufen, Petrus (und damit die Kirche, die auf diesem Fels errichtet ist) gegen die „Mächte der Unterwelt“, gegen die zerstörerische Macht des Bösen zu verteidigen (vgl. Benedikt XVI., Predigt am 29. Juni 2012).


Erzbischof Müller gehört zusammen mit den Kardinälen Marc Ouellet (Präfekt der Bischofskongregation) und Kurt Koch (Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen) zu den wichtigen Säulen des Pontifikats Benedikts XVI., die gleichzeitig von besonderer Bedeutung für die Zukunft der Kirche sind. Es ist wohl nicht übertrieben, von einer „Kerntruppe“ zu sprechen, die das volle Vertrauen des Papstes genießt und ihrerseits, jeder in seiner besonderen Verantwortung, den vom Papst abgesteckten Weg der Erneuerung nicht nur mitgeht, sondern ausgestaltet, dies auf dem Boden gemeinsamer und vielschichtiger theologischer Ausdrucksformen. Dass eine Ernennung wie die von Müller in Zeiten von „Vatileaks“ und inneren Problemen der Römischen Kurie auch Ausdruck der Entschlossenheit des Papstes zur Reinigung ist, wird in diesem Zusammenhang noch deutlicher.

Wie bereits vor sieben Jahren mit der Ernennung von Kardinal Levada zu erkennen war, liegt dem Papst daran, die pastorale Dimension des „dritthöchsten“ Amtes in der Weltkirche hervortreten zu lassen. Der Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre ist kein Wachhund oder „Glaubenswächter“, wie dies gern in der Öffentlichkeit kolportiert wird. Seine Aufgabe ist es, den Glauben zu wahren, dies nicht im Sinn eines Verwahrens und Aufhebens von festgesetzten Inhalten, sondern eines Bewahrens in der produktiven Spannung von Vernunft und Tradition. Das Ziel ist, aus den inneren Widersprüchen eines verfließenden zeitgenössischen Vernunftkonzepts herauszukommen, das sich gern an Strukturen festmacht, ohne den Sinn von Tradition zu erfassen. In diesem Zusammenhang steht auch die Tatsache, dass der Präfekt der Glaubenskongregation gleichzeitig Präsident der Kommission „Ecclesia Dei“ ist, die für die Belange der sogenannten traditionalistischen Gruppen und nicht zuletzt der Priesterbruderschaft St. Pius X. zuständig ist. Ziel muss es sein, Verhärtungen zu überwinden, den Schatz der Tradition durchzudeklinieren und ihn in der einen Kirche in ihrer Vielfalt fruchtbar zu machen. Einheit und Aussöhnung sind keine Optionals. Das Bemühen um sie gehört zum Wesen des Papstamtes und ist somit dringender Auftrag der engsten Mitarbeiter des Nachfolgers Christi.

Am 11. Oktober wird das von Benedikt XVI. beschlossene „Jahr des Glaubens“ beginnen, das Jahr jener Tür, „die in das Leben der Gemeinschaft mit Gott führt und das Eintreten in seine Kirche erlaubt“ (vgl. Motu proprio Porta fidei, 1). Der stille Dienst der Kongregation für die Glaubenslehre stellt in diesem Zusammenhang das Getriebe im Motor der Neuevangelisierung dar. Somit wird Erzbischof Müller vom ersten Tag seines neuen Wirkens mit der Vorbereitung und Verwirklichung eines Kernanliegens des Papstes konfrontiert und betraut. Benedikt XVI. sieht, wie gerade in den Ländern alter Christianisierung das Licht des Glaubens immer schwächer wird und zu erlöschen droht: eine neue Form des Atheismus als Gleichgültigkeit, als Gewohnheit, der bis in die Kirche selbst hinein vorgedrungen ist. Dem will der Papst mit einer Neubesinnung und neuen Vermittlung des Glaubens als Erfahrung einer empfangenen Liebe und als Erfahrung von Gnade und Freude begegnen.

Dieser Glaube „macht fruchtbar, weil er das Herz in der Hoffnung weitet und befähigt, ein Zeugnis zu geben, das etwas zu bewirken vermag: Er öffnet nämlich Herz und Sinn der Zuhörer, damit sie die Einladung des Herrn, seinem Wort zuzustimmen und seine Jünger zu werden, annehmen. Die Gläubigen ‚werden stärker, indem sie glauben’, bezeugt der heilige Augustinus. Der heilige Bischof von Hippo hatte gute Gründe, sich so auszudrücken. Wie wir wissen, war sein Leben eine ständige Suche nach der Schönheit des Glaubens, bis sein Herz in Gott Ruhe fand. Seine zahlreichen Schriften, in denen die Bedeutung des Glaubensaktes und die Wahrheit des Glaubens erklärt werden, bleiben bis in unsere Tage ein Erbe unvergleichlichen Reichtums und ermöglichen immer noch vielen Menschen auf der Suche nach Gott, den rechten Weg zu finden, um zur ‚Tür des Glaubens’ zu gelangen“ (Porta fidei 7).

Was verbindet Müller und seinen Vorgänger Ratzinger? Nicht nur, dass sie Deutsche und als solche eine Zusammenfassung der „guten Theologie“ der letzten Jahrzehnte sind. Es verbindet sie der gemeinsame Wunsch, die Gunst der Stunde zu nutzen und mutig die „Tür des Glaubens“ wieder weit aufzustoßen. Es dürfte spannend werden zu sehen, wie dies nun geschieht.

Film des Bistums Regensburg über den Abschied



Bild: (c) Bistum Regensburg


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche

  1. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  2. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  3. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“
  4. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  5. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  6. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  7. Weihesakrament und Leitungsvollmacht
  8. "'Potestas sacra' für Laien: worum es letztlich geht"
  9. Meinungsfreiheit auf katholisch
  10. Die Jugend von heute, die neue Generation Alpha, „sucht Sinn, Rituale und Spiritualität“






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  3. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  4. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  5. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  6. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  7. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  8. Nach „Wort zum Sonntag“: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Pastorin Behnken
  9. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  10. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  11. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  12. Massive Medienvorwürfe gegen den Priester Wolfgang Rothe als Mitglied des Betroffenenbeirats
  13. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  14. Schwere Zensur-Vorwürfe aus den USA: EU unterdrückt die Meinungsfreiheit
  15. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz