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Gott um Heilung, vor allem aber um einen starken Glauben bitten

1. Juli 2012 in Aktuelles, 5 Lesermeinungen
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Benedikt XVI. zum Angelus: die Notwendigkeit der ‚Herzensbildung’ für alle im Krankendienst tätigen Menschen. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Letzter Angelus in Rom, bevor die Zeit des Sommerurlaubs beginnt: am kommenden Dienstag, 3. Juli, wird Papst Benedikt XVI. den Vatikan verlassen und sich in den Apostolischen Palast von Castel Gandolfo in den Albaner Berge begeben. Während der Sommerzeit sind alle Privataudienzen ausgesetzt, bis Ende Juli auch die Generalaudienzen am Mittwoch, wie die Präfektur des Päpstlichen Hauses am Samstag mitteilte. Ab 1. August wird der Papst wieder Pilger zur Mittwochsaudienz im Innenhof seines Sommersitzes empfangen. An den Sonn- und Feiertagen wird Benedikt XVI. dort mit Gläubigen um die Mittagszeit das Gebet des Angelus beten.

In seiner Ansprache vor dem Angelus setzte sich der Papst mit dem Evangelium des 13. Sonntags im Jahreskreis (B) auseinander (Mk 5,21-43), das von zwei Heilungen von Frauen berichtet: der Tochter des Jaïrus und einer Frau, die an Blutungen litt. „Gott bitten wir um viele Heilungen von Problemen, von konkreten Bedürfnissen, und das ist recht so“, so Benedikt XVI. „Aber worum wir eindringlich bitten müssen, ist ein immer festerer Glaube, damit der Herr unser Leben erneuert, und um ein festes Vertrauen in seine Liebe, in seine Vorsehung, die uns nicht verlässt“.


Diese beiden Berichte stellten für die Christen eine Einladung dar, „eine rein horizontale und materialistische Sicht des Lebens zu überwinden“. In den beiden Episoden könnten zwei Ebenen festgestellt werden: die rein physische und die geistliche: „Jesus ist gekommen, um das Herz des Menschen zu heilen, das Heil zu schenken, und er bittet um den Glauben an ihn“.

In der ersten Episode sage Jesus auf die Nachricht hin, dass die Tochter des Jaïrus gestorben sei: „Sei ohne Furcht; glaube nur!“. Er nehme ihn mit sich zur Tochter und sage: „Mädchen, ich sage dir: steh auf!“. Und sie sei sofort aufgestanden. Der heilige Hieronymus unterstreiche in seinem Kommentar die Heil wirkende Kraft Jesu.

Die zweite Episode betone erneut, dass Jesus gekommen sei, „um den Menschen in seiner Ganzheit zu befreien“. Das Wunder geschehe in zwei Phasen: zuerst komme es zur leiblichen Heilung, die jedoch eng an eine tiefere Heilung gebunden sei, jene, „die die Gnade Gottes dem schenkt, der sich ihm mit Glauben öffnet“.

Die Aufmerksamkeit Jesu gegenüber dem menschlichen Leid lasse an alle denken, die den Kranken beistünden, ihr Kreuz zu tragen, besonders an die Ärzte, an alle im Krankendienst Tätigen sowie an jene, die in den Pflegehäusern religiösen Beistand sicherstellten. Sie seien „Reservoirs der Liebe“. Seine Enzyklika „Deus caritas est“ zitierend erinnerte der Papst daran, dass es hierzu der professionellen Vorbereitung bedürfe. Diese allein jedoch genüge nicht, da es um Menschen gehe, die der Zuwendung des Herzens brauchten: „Deswegen brauchen diese Helfer neben und mit der beruflichen Bildung vor allem Herzensbildung: Sie müssen zu jener Begegnung mit Gott in Christus geführt werden, die in ihnen die Liebe weckt und ihnen das Herz für den Nächsten öffnet, so dass Nächstenliebe für sie nicht mehr ein sozusagen von außen auferlegtes Gebot ist, sondern Folge ihres Glaubens, der in der Liebe wirksam wird“ (Nr. 31).


Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Mit Freude grüße ich alle Pilger und Besucher deutscher Sprache. Immer wieder berichtet das Markusevangelium, dem wir in diesem Lesejahr folgen, wie Jesus Menschen heilt und zum Leben erweckt, die von den anderen isoliert und aufgegeben worden sind. Gottes Liebe schenkt Leben und Gemeinschaft. Wir werden allerdings nur dann wirklich beschenkt, wenn wir selber Schenkende sind. Nur indem wir schenken, nur indem wir loslassen und auch Opfer bringen, empfangen wir, was wir durch nichts verdienen können. Der Heilige Geist leite euch und gebe euch sein Licht, um für das Gute offen zu sein und es zu tun.




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