Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  2. Vatikan genehmigte 2025 in 34 Diözesen die Feier der Alten Messe in Pfarrkirchen
  3. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  4. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  5. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  6. Schwester Helen und angebliche Flirt-Fantasien der Dominikaner
  7. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  8. Papst verkündet neuen Friedensappell der Weltreligionen in Assisi
  9. Zehn Jahre Amoris laetitia: die Schule des Zuhörens
  10. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare
  11. Papst versetzt umstrittenen Kurienkardinal Gambetti vom Petersdom in die Provinz
  12. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein
  13. „Meine Lieben! Darum soll der Rosenkranz nicht vergessen auf dem Boden einer Schublade liegen“
  14. NZZ: 'Die Kirchen arbeiten an der Ächtung der AfD mit'
  15. ‚Der Segen für Marie-Garance war auch ein Segen für ihre biologischen Eltern‘

Forscher: Frühe Christen waren Netzwerker

26. Juni 2012 in Chronik, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Offenbar nutzen die frühen Christen ein modern anmutendes Kommunikations- und Briefsystem.


Münster (kath.net/KNA) Bereits die frühen Christen waren nach neuen Forschungsergebnissen Netzwerker und nutzten ein modern anmutendes Kommunikations- und Briefsystem. «Die starke Vernetzung trug wesentlich zur schnellen Ausbreitung des Christentums bei», erklärte die Münsteraner Althistorikerin Eva Baumkamp am Montag. «Im Römischen Reich des dritten Jahrhunderts korrespondierten verfolgte Bischöfe von Karthago bis Kleinasien über ihre Religion und machtpolitische Fragen. Vorteil des ausgefeilten Briefsystems war, dass viele Christen und Gemeinden gleichzeitig teilhaben konnten.»

Laut Baumkamp wurde durch Namenslisten festgelegt, wer Teil der Briefgemeinschaft war. Sozialen Online-Netzwerken gleich, habe das System der schriftlichen Diskussion von aktuellen Themen gedient. «Unter dem Druck der Verfolgung durch die römischen Kaiser Decius (250-251) und Valerian (257-260) versuchten die Christen früh, ihre theologischen Probleme zu lösen.» Das habe wie ein Motor gewirkt. «So profitierte das Christentum letztendlich von der Bedrohung», so Baumkamp.


Die Althistorikerin untersuchte laut den Angaben in einer Studie des Forschungsverbundes «Religion und Politik» gut 80 antike Briefe von und an Bischof Cyprian von Karthago. Zudem zog sie Hinweise aus anderen Schreiben hinzu. Die Kirchenmänner hätten darin zahlreiche Detailfragen diskutiert, etwa wie mit Christen umzugehen sei, die dem Kaiser heidnische Opfer gebracht hatten oder Beamte bestachen, um einer Verhaftung oder Hinrichtung zu entgehen. «Die Kleriker stritten aber auch über die Frage, ob von Ketzern getaufte Christen für eine Rückkehr in die Gemeinde neu getauft werden müssten.»

Die Briefe erfüllten nach Erkenntnissen der Forscherin zudem machtpolitische Zwecke. Viele ins Exil geflohene Bischöfe hätten ihren Gemeinden weiter Handlungsanweisungen gegeben. «Das ging nur über Briefe», so Baumkamp. Zugleich handelten die Kleriker per Briefverfahren Hierarchien aus. «Vor allem Bischöfe größerer Städte wie Rom, Karthago, Alexandria oder Lyon waren bald nicht mehr bloß Sprachrohr ihrer Einzelgemeinde, sondern beanspruchten mehr oder weniger erfolgreich, die gesamte Provinz zu vertreten», erläuterte die Althistorikerin.

Bischof Stephanus von Rom habe sich darum bemüht, die höchste christliche Entscheidungsgewalt in Rom zu verorten, so Baumkamp. Die Bischöfe aus Karthago und Kleinasien hätten diesen Versuch im weiteren Briefverkehr ignoriert, «so dass ein römisches Primat zu diesem Zeitpunkt noch nicht durchgesetzt werden konnte». Die Schriftstücke belegten auch, wie sehr Bischöfe ihre Position in Krisensituationen gegen konkurrierende Presbyter, Diakone oder Märtyrer behaupteten.

(C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Christentum

  1. Warum Kirchen jetzt Frieden, Recht und Wahrheit verteidigen müssen
  2. Christliche Literatur als Schlüssel zu einer verborgenen Welt
  3. Burkina Faso: Christen und Muslime stehen nach Massaker zusammen
  4. Pakistan: Imam ergreift Partei für Christen unter Blasphemie-Verdacht
  5. Viel Schatten und einige Lichtblicke: „Kirche in Not“ Bilanz für 2020
  6. „Geburt des Sohnes Gottes begründet Einzigartigkeit des Christentums“
  7. „Die Christen im Libanon sollen auf die Hilfe von ,Kirche in Not’ zählen können“
  8. Libanon: Junge Christen leisten Nothilfe für Überlebende der Explosion von Beirut
  9. „Wurzeln und Identität der Christen werden verwischt“
  10. Marokko: Christen müssen ihren Glauben oft heimlich leben







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Ukrainischer Bischof: "Es gibt so unglaublich viel Leid"
  3. Ägyptisch-amerikanischer Pastor warnt vor ‚unheiliger Allianz‘ zwischen Linken und Islamisten
  4. Rom: "Krippe von Bethlehem" zu sehen
  5. Der Heilige und das Tier
  6. Papst versetzt umstrittenen Kurienkardinal Gambetti vom Petersdom in die Provinz
  7. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein
  8. Das Houellebecq-Szenario: Wenn die politische „Mitte“ die Ränder großfüttert
  9. Vatikan bestätigt Sexualverbrechen des toten Ordensgründers Buela
  10. Vatikan genehmigte 2025 in 34 Diözesen die Feier der Alten Messe in Pfarrkirchen
  11. ‚Der Segen für Marie-Garance war auch ein Segen für ihre biologischen Eltern‘
  12. Warum der Todestag des Franz von Assisi nicht sein Gedenktag ist
  13. Wo der Mensch nicht berechenbar ist
  14. Wenn das Nein nicht mehr zählt
  15. 'Tatsächlich Gott'

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz