Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. So nicht, Mr. Präsident!
  2. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  3. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  4. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  5. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  6. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  7. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  8. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  9. Burke: Ein anhaltender Clash zwischen Papst Leo und Trump? „Das ist übertrieben“
  10. Schwedischer Kirchenhistoriker: Viele junge Menschen wollen katholisch werden, besonders Männer
  11. Trump gegen Papst Leo: Wenn Weltpolitik auf das „Heilige“ trifft
  12. Setzt euer Vertrauen nicht in Prinzen!
  13. Marsch für das Leben München – Unterstützung von Bischof Barron, Schweigen von Marx und Wilmer
  14. Papst betont in Algier Gemeinsamkeit von Christen und Muslimen
  15. Viel Lärm um nichts?

Forscher: Frühe Christen waren Netzwerker

26. Juni 2012 in Chronik, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Offenbar nutzen die frühen Christen ein modern anmutendes Kommunikations- und Briefsystem.


Münster (kath.net/KNA) Bereits die frühen Christen waren nach neuen Forschungsergebnissen Netzwerker und nutzten ein modern anmutendes Kommunikations- und Briefsystem. «Die starke Vernetzung trug wesentlich zur schnellen Ausbreitung des Christentums bei», erklärte die Münsteraner Althistorikerin Eva Baumkamp am Montag. «Im Römischen Reich des dritten Jahrhunderts korrespondierten verfolgte Bischöfe von Karthago bis Kleinasien über ihre Religion und machtpolitische Fragen. Vorteil des ausgefeilten Briefsystems war, dass viele Christen und Gemeinden gleichzeitig teilhaben konnten.»

Laut Baumkamp wurde durch Namenslisten festgelegt, wer Teil der Briefgemeinschaft war. Sozialen Online-Netzwerken gleich, habe das System der schriftlichen Diskussion von aktuellen Themen gedient. «Unter dem Druck der Verfolgung durch die römischen Kaiser Decius (250-251) und Valerian (257-260) versuchten die Christen früh, ihre theologischen Probleme zu lösen.» Das habe wie ein Motor gewirkt. «So profitierte das Christentum letztendlich von der Bedrohung», so Baumkamp.


Die Althistorikerin untersuchte laut den Angaben in einer Studie des Forschungsverbundes «Religion und Politik» gut 80 antike Briefe von und an Bischof Cyprian von Karthago. Zudem zog sie Hinweise aus anderen Schreiben hinzu. Die Kirchenmänner hätten darin zahlreiche Detailfragen diskutiert, etwa wie mit Christen umzugehen sei, die dem Kaiser heidnische Opfer gebracht hatten oder Beamte bestachen, um einer Verhaftung oder Hinrichtung zu entgehen. «Die Kleriker stritten aber auch über die Frage, ob von Ketzern getaufte Christen für eine Rückkehr in die Gemeinde neu getauft werden müssten.»

Die Briefe erfüllten nach Erkenntnissen der Forscherin zudem machtpolitische Zwecke. Viele ins Exil geflohene Bischöfe hätten ihren Gemeinden weiter Handlungsanweisungen gegeben. «Das ging nur über Briefe», so Baumkamp. Zugleich handelten die Kleriker per Briefverfahren Hierarchien aus. «Vor allem Bischöfe größerer Städte wie Rom, Karthago, Alexandria oder Lyon waren bald nicht mehr bloß Sprachrohr ihrer Einzelgemeinde, sondern beanspruchten mehr oder weniger erfolgreich, die gesamte Provinz zu vertreten», erläuterte die Althistorikerin.

Bischof Stephanus von Rom habe sich darum bemüht, die höchste christliche Entscheidungsgewalt in Rom zu verorten, so Baumkamp. Die Bischöfe aus Karthago und Kleinasien hätten diesen Versuch im weiteren Briefverkehr ignoriert, «so dass ein römisches Primat zu diesem Zeitpunkt noch nicht durchgesetzt werden konnte». Die Schriftstücke belegten auch, wie sehr Bischöfe ihre Position in Krisensituationen gegen konkurrierende Presbyter, Diakone oder Märtyrer behaupteten.

(C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

  27. Juni 2012 
 

Technologie und Christentum - dass muss man sich mal genauer ansehen. Gott mag Technologien.


0
 
 urserolu 26. Juni 2012 
 

Ja, Veritasvincit...

Ein Ehrenprimat war schon früher gegeben. Aber, so, wie ich den Artikel verstehe, schreibt Frau Baumkamp ja, dass es damals neu um eine \"höchste christliche EntscheidungsGEWALT\" gegangen wäre. Wenn ich die Klemensbriefe lese, sind es jedoch eher brüderliche Ermahnungen denn \"Entscheidungen von oben\".


0
 
  26. Juni 2012 
 

Antwort an urserolu

Ich wollte nur sagen, dass der Primat des römischen Bischofs schon lange vor
Stephan I. bekannt war. Ein Vorrang, der zum Dienst an allen verpflichtet.


0
 
 urserolu 26. Juni 2012 
 

@Veritasvincit

Jaja, mit der römischen Kirche müssen alle Kirchen übereinstimmen, insofern als \"in ihr ist immer die apostolische Tradition bewahrt von denen, die von allen Seiten kommen\"(Irenäus)
Das hat aber nichts mit Macht oder Befehlsgewalt über die anderen Kirchen zu tun!


0
 
  26. Juni 2012 
 

Verzerrte Sicht

Eva Baumkamp stellt in dem frühen Briefwechsel der kirchlichen Hierarchen ein Bestreben um die Erhaltung der eigenen Macht fest. Sie lässt mit Stephan I. (254-257) die ersten Bemühungen um die Errichtung des Primats des römischen Bischofs beginnen. Er hätte die Macht über die ganze Kirche an sich reissen wollen. Doch schon um das Jahr 180 schrieb Bischof Irenäus von Lyon: \"Mit der römischen Kirche muss nämlich wegen ihres besonderen Vorrangs jede Kirche übereinstimmen.\"


2
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Christentum

  1. Warum Kirchen jetzt Frieden, Recht und Wahrheit verteidigen müssen
  2. Christliche Literatur als Schlüssel zu einer verborgenen Welt
  3. Burkina Faso: Christen und Muslime stehen nach Massaker zusammen
  4. Pakistan: Imam ergreift Partei für Christen unter Blasphemie-Verdacht
  5. Viel Schatten und einige Lichtblicke: „Kirche in Not“ Bilanz für 2020
  6. „Geburt des Sohnes Gottes begründet Einzigartigkeit des Christentums“
  7. „Die Christen im Libanon sollen auf die Hilfe von ,Kirche in Not’ zählen können“
  8. Libanon: Junge Christen leisten Nothilfe für Überlebende der Explosion von Beirut
  9. „Wurzeln und Identität der Christen werden verwischt“
  10. Marokko: Christen müssen ihren Glauben oft heimlich leben







Top-15

meist-gelesen

  1. So nicht, Mr. Präsident!
  2. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  3. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  4. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  5. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  6. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  7. Sängerin Nina Hagen bereut ihre Abtreibungen
  8. Bischof: „Bin durch diese Äußerungen von Staatsanwälten und Richtern verletzt. Das ist Hassrede“
  9. "Derselbe Polarstern"
  10. Der unerklärte Formatwechsel beim Konsistorium der Kardinäle im Januar
  11. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  12. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  13. Papst Leo gegen Präsident Trump – Was steckt dahinter?
  14. Burke: Ein anhaltender Clash zwischen Papst Leo und Trump? „Das ist übertrieben“
  15. Nach Extremerfahrung des Mondflugs: Artemis-Kommandant Wiseman fragte nach christlichem Seelsorger

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz