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Lektionen aus der amerikanischen Kirchenkrise

7. November 2002 in Interview, keine Lesermeinung
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Bildung als Antwort. Interview mit Prof. Mary Ann Glendon von der Harvard Universität.


Rom (kath.net/Zenit)
Die Lehre, welche die amerikanische Kirche aus der Krise um die Priesterskandale zieht, ist laut Prof. Mary Ann Glandon eindeutig: Bildungsmangel.

Frau Professor lehrt Jurisprudenz an der Harvard Universität und war Delegierte Seiner Heiligkeit auf der Weltfrauenkonferenz in Peking 1995. Bei einer Konferenz am Päpstlichen Athenaeum "Regina Apostolorum" sprach sie am vergangenen Dienstag über das Thema "Ecclesia in America", Reform, Erneuerung und die Rolle der Laien in turbulenten Zeiten ("Ecclesia in America, Reform, Renewal and the Role of the Laity in a Time of Turbulence"). Glendon steht nach eigener Angabe in der Nachfolge des Theologen von Richard Neuhaus, Leiter der Zeitschrift "First Things", der gesagt hat, dass die Krise von 2002 eine dreifache sei: "Treue, Treue, Treue".

"Vielleicht ist für mich als Unterrichtende das Problem nicht so sehr Treue als vielmehr Bildung, Bildung, Bildung unserer Theologen und Religionslehrer und somit der Eltern", so Glendon. "Als Katholiken in großer Zahl einwanderten, begehrten die antikatholischen Puritaner auf, die das ius sanguinis verfochten, und wurden gewalttätig. 1834 brannten sie in Boston einen Ursulinenkonvent nieder und die Polizei und die Feuerwehr schaute tatenlos zu".

Für die Katholiken war es nie leicht in Amerika. "Der Bestseller von 1839 sind die angeblich wahren Enthüllungen einer ehemaligen Nonne, die sensationellen sexuellen Missbrauch aufzudecken behauptete. Das Buch unter dem Titel "The Awful Disclosures of the Hotel Dieu Nunnery by Maria Monk" war eine komplette Erfindung, doch wurde es in einer Auflage von 300.000 Exemplaren total ausverkauft und zählt zur Antikatholikenpamphletliteratur. 1837 wurde dann das irische Viertel in Boston total zerstört und ähnliches geschah im ganzen Land".

"Doch die Einwanderer strömten weiter ins Land. Sie kamen aus Irland, Italien, Polen und Deutschland und anderen osteuropäischen Ländern. Um die Jahrhundertwende war die katholische Kirche die am schnellsten wachsende Glaubensgemeinschaft mit 12 Millionen Schafen. Da sie immer diskriminiert wurden, errichteten sie ihr eigenes Schul- und Bildungssystem sowie die zahllosen karitativen Einrichtungen auch im Alltag entstand eine eigene "Kaste" katholischer Anwälte, Ärzte usw." "in den sechziger Jahren brach die Sexualmoral zusammen, begleitet von einem Auseinanderdriften der Familie, Kulturdissens und so weiter. Viele meinten sich von moralischen Normen befreien zu müssen. Die entwickelten Länder waren mit massiven sozialen Experimenten beschäftigt, für welche weder die Kirche noch die Gesellschaften gerüstet waren. Wir hatten kaum bemerkt, dass viele unserer Katholiken eine Art Schizophrenie entwickelten, indem sie das spirituelle Leben in eine Schublade steckten und den Arbeitsalltag in eine andere. Wir bemerkten kaum, wie sehr viele Katholiken ihre eigene Religion als eine reine Privatsache zu betrachten begannen und sich bei der Lehre nur mehr die Rosinen aus dem Kuchen pickten".

Das war zwar eine Krise, doch hatte sie nichts mit Medienverleumdungen zu tun, wie das jetzt mit dem sexuellen Missbrauch der Fall ist. "Monate lang schuf die Presse eine Art hysterische Stimmung durch ihre Beschreibung der Pädophiliekrise, während nur eine winzige Minderheit der berichteten Fälle mit Pädophilie zu tun hatte, denn sexueller Missbrauch von vorpubertären Kindern hat nichts mit homosexuellen Beziehungen zu Teenagern zu tun".

"Monate lang hat die Presse die Kirche als einen besonderen Ort gebrandmarkt, wo Minderjährige sexuell missbraucht werden, während alle Untersuchungen ergaben, dass diese Art von Missbrauch bei katholischen Priestern viel geringer ist als bei anderen Gruppen, die mit Kindern zu tun haben". Sie griff die Ergebnisse der ersten Amerikasynode durch ein Zitat des Heiligen Vaters in seinem Dokument "Ecclesia in America" auf, der sagte: Amerika braucht Laienchristen, die in der Gesellschaft Leitungspositionen zu übernehmen im Stande sind".

"Man muss unbedingt Männer und Frauen ausbilden, die unter Beibehaltung ihrer Berufung das öffentliche Leben zu beeinflussen vermögen und es auf das Allgemeinwohl ausrichten, und das ist eine große Herausforderung, insofern die Zeit nie günstiger war für die amerikanischen Katholiken, diese Herausforderung anzunehmen".

"Wir sind ungefähr 64 Millionen, das ist fast ein Fünftel der US-Bevölkerung. Und die Katholiken haben es geschafft, sie haben einen enormen Einfluss im gesellschaftlichen, beruflichen, kulturellen und politischen Leben erlangt. Man möchte doch meinen, das ist genug neuer Sauerteig, um den alten Teig der Gesellschaft zu durchwirken".



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