31 Mai 2012, 11:05
Darf ein Salafist Gefängnisseelsorger sein?
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Islam'
In Thüringen gerät ein Imam ins Visier des Verfassungsschutzes

Erfurt (kath.net/idea) In Thüringen ist ein islamischer Gefängnisselsorger in die Kritik geraten. Das Landesamt für Verfassungsschutz (Erfurt) hält Imam Abdullah Dündar für einen Salafisten. Dem Amt lägen „Hinweise vor, dass Dündar Bestrebungen verfolgt, die gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung gerichtet sind“, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ/Ausgabe 30. Mai). Der Behörde zufolge unterstützt er die „Errichtung eines islamischen Gottestaates“ mit uneingeschränkter Gültigkeit des Religionsgesetzes, der Scharia. Nach Angaben der Verfassungsschützer ist Dündar Vereinspräsident des Internationalen Islamischen Kulturzentrums Erfurter Moschee.

Werbung
christenverfolgungmai


Seit 2004 ist der Imam als Seelsorger in den thüringischen Haftanstalten Tonna und Goldlauter tätig. Er betreut dort jeweils im Durchschnitt knapp 20 Gefangene. Der zuständige Staatssekretär im Thüringer Justizministerium, Dietmar Herz (SPD), erklärte gegenüber der Zeitung: „Ich sehe keine Gewaltbereitschaft bei Herrn Dündar.“ Daher habe er keine Veranlassung etwas zu ändern. Die Erkenntnisse des Verfassungsschutzes reichten nicht aus, um ihn von der Seelsorge auszuschließen. Der Imam selbst wehrt sich gegen die Vorwürfe. Die Behörden könnten ihn „24 Stunden am Tag lebenslang abhören, sie werden nichts finden“.

EZW hält den Imam für einen Salafisten

Der Islam-Referent der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (Berlin), Friedmann Eißler (Berlin), hält Dündar für einen Kopf der salafistischen Szene. „Was ich von ihm sehe, macht klar, er gehört zu den führenden Leuten.“ Als Anhaltspunkte nannte Eißler gegenüber der FAZ die Kopfbedeckung, die Länge des Bartes und die traditionelle Kleidung. Salafisten erkennten die Regeln des Staates zwar an, dies sei aber nur eine „vorläufige Konstruktion“. In ihrem Verständnis sei die Gesetzgebung Gott vorbehalten. Daraus resultiere die Ablehnung des Demokratie, in der der die Gewalt vom Volk ausgehe.







kath.net ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.


Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 

meist kommentierte Artikel

Warum es (nicht) gut ist, dass wir zwei Päpste haben (51)

Dalai Lama: 'Johannes Paul II. war ein beeindruckender Mann' (25)

Down Syndrom in Island: 100%ige Tötungsrate (24)

Van Rompuy: Die Zeiten von Roma locuta, causa finita sind lang vorbei (24)

'Das Jüngste Gericht findet statt' (23)

13 Tote bei Unglück in Madeira (22)

'Amoris Laetitia bekräftigt eindeutig die klassische kirchliche Lehre' (19)

Maria, die Mittlerin der Gnaden (18)

Die Kirchensteuer ist unzeitgemäß und ungerecht (17)

'Die Brutalität der Anschläge entsetzt mich' (14)

Vatikanist Tosatti: ‚Die Rückkehr der Berufungskrise’ (13)

'Maria bat in Fatima, die Welt ihrem unbefleckten Herzen zu weihen' (13)

Kanzlerin Merkel will meine Stimme, aber mich für dumm verkaufen (11)

Freiburg gehört der Gottesmutter (10)

Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) kritisiert Van Rompuy! (10)