Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  2. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  3. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  4. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  5. Vatikan sieht Kirche vor Traditionsbruch
  6. Britischer Erzbischof Longley erlaubt zwei Messfeiern im vortridentinischen Sarum-Usus
  7. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  8. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  9. „Die trügerische Taktik der stillen Revolution“
  10. Papst Leo sagt die Assisi-Reise ab!
  11. Hartl: Wenn das in Frankreich „Schülerproteste sind, warum weht so oft die Palästinenserfahne?“
  12. Good news - Vatikan: Papst Leo ist krebsfrei und braucht keine weitere Therapie!
  13. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  14. Eine katholische Fake-Priesterin möchte das Töten kleiner Kinder
  15. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“

US-Republikaner und die Grenzen katholischer Werte

1. Mai 2012 in Weltkirche, 10 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die US-amerikanische Bischofskonferenz hat jetzt deutlich gemacht, dass die Ryan'sche Auffassung von katholischen Werten ohne den Segen der Kirche auskommen muss. Von Ronald Gerste (KNA)


Washington (kath.net/KNA) Paul Ryan (Foto) ist ein Superstar, das jugendliche Idol des konservativen Amerika. Der eloquente und gut aussehende Kongressabgeordnete aus Wisconsin hat mit der Geschwindigkeit eines Kometen die Herzen der Anhänger der Republikanischen Partei erobert. Als verantwortlicher Autor des Budgetentwurfs der Republikaner im Repräsentantenhaus ist er fast über Nacht zu einem der mächtigsten Politiker geworden - ganz aus dem Holz geschnitzt, das vor allem den rechten Rand der Partei entzückt.

Seine Verweigerungshaltung gegenüber allem, was aus dem Weißen Haus kommt, ist unerbittlich, seine Vorstellungen von der Gestaltung des amerikanischen Haushaltes sind «fiskalisch konservativ». Mit diesem Begriff wird in der US-Politik die strikte Ablehnung einer jedweden weiteren Verschuldung umschrieben, wenn diese zu mehr Staatsausgaben, vor allem im sozialen Bereich, führt. Ryan hat in kaum mehr als einem Jahr eine solche Prominenz erlangt, dass er inzwischen als möglicher Vizepräsident an der Seite Mitt Romneys gehandelt wird.


Ryan hat verschiedentlich in Interviews erklärt, sein politisches Denken basiere auf seinem katholischen Glauben. Jetzt hat die katholische Bischofskonferenz der USA jedoch deutlich gemacht, dass die Ryan'sche Auffassung von katholischen Werten ohne den Segen der Kirche auskommen muss. Mit ungewöhnlicher Deutlichkeit für Wahlkampfzeiten haben die Bischöfe klargestellt, dass Ryans Budgetplan die moralischen Kriterien der Kirche weit verfehlt: «Eine gerechte Haushaltsplanung darf nicht auf unverhältnismäßigen Kürzungen bei den Armen und Schwachen basieren», heißt es.

Eine Gruppe jesuitischer Wissenschaftler von der Georgetown University in Washington schrieb an Ryan, sein Budgetentwurf scheine eher die Werte seiner Lieblingsphilosophin, Ayn Rand, widerzuspiegeln als die der Evangelien Jesu Christi. Rands Appell an die Selbstsucht und ihr Antagonismus zur Religion stünden in Widerspruch zu den christlichen Werten des Mitgefühls und der Nächstenliebe.

Wahlstrategisch könnten die offenen Worte einen Rückschlag für die Republikaner bedeuten - und dies nur kurze Zeit nachdem sich die Bischöfe in Fragen der Empfängnisverhütung und der Gesundheitsleistungen eindeutig an die Seite des sozialkonservativen Segments der Partei gestellt hatten. Für Romney, dem manche christlichen Wähler wegen seines Mormonentums nicht über den Weg trauen, war die Schützenhilfe der Bischöfe ein Geschenk des Himmels - und schien für Ryan den Weg als Vizepräsident zu ebnen.

Ryan, dessen stramme ideologische Haltung ebenso unerschütterlich ist wie sein Selbstvertrauen, ist indes nicht der Politiker, der nach der jetzigen Schelte in Demut die andere Wange darböte. In einer Rede an eben jener Georgetown Universität belehrte er sein Publikum, dass jene, die schon lange ein Monopol über die Soziallehren der Kirche zu haben glaubten, dieses verloren hätten. Er verteidigte seine Haltung, die durch massive Einschnitten bei Sozialleistungen und einer vollständigen Ablehnung der Gesundheitsreform Präsident Barack Obamas geprägt ist.

Wie für seine Parteifreunde sind seiner Ansicht nach Hilfen für Alte und Kranke möglichst zu «privatisieren» - was für viele klingt wie «abschaffen». Kern seiner Pläne sind Steuerersparnisse für Superreiche und große Konzerne. Bei der aktuellen Debatte im Kongress um Kredite für Studenten wollen die Demokraten die Erdölindustrie besteuern - Ryan und Kollegen hingegen sehen zu diesem Zweck Einsparungen bei medizinischen Vorsorgeuntersuchungen vor.

Der Konflikt Ryans mit den Vertretern der katholischen Soziallehre und nun auch mit den Bischöfen macht deutlich, dass die Republikaner nur sehr selektiv Positionen der katholischen Kirche übernehmen. Der Gleichschritt bei der Ablehnung der Abtreibung wird gern betont. Doch sowohl bei der Einwanderungsreform als auch bei der weitgehenden Befürwortung der Todesstrafe könnte die Partei der Kirche kaum ferner stehen. Romney und wer immer sein Stellvertreter sein wird stehen vor der Quadratur des Kreises.

(C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

Foto Paul Ryan: © http://paulryan.house.gov


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

USA

  1. USA: Kontenschließungen von Banken bei Lebensschutz- und konservativen Gruppen
  2. 100. Stadt in den USA verbietet Abtreibungen
  3. US-Demokraten planen Abtreibung bis zur Geburt bei Wahlsieg im November
  4. USA: Frauen klagen Planned Parenthood wegen Druck in Richtung Abtreibung
  5. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein
  6. Gender-Ideologie: Katholische Familie kämpft um ihre Tochter
  7. Eucharistische Evangelisationsbewegung ‚Adore Him‘ in den USA
  8. Präsident Trump nominiert Tochter von Franklin Graham zur Sonderbotschafterin für Religionsfreiheit
  9. Jesus in Hollywood: Eucharistische Prozession in den Straßen der Filmmetropole
  10. Gericht stoppt Zwang zur Suizidhilfe für katholische Nonnen in Illinois







Top-15

meist-gelesen

  1. Erzbischof Marini über Johannes Paul II.: Er war für mich ein zweiter Vater
  2. Wallner: „Richten sich kirchliche Stellen bei uns nicht klammheimlich als Palliativstationen ein?“
  3. Wortwahl dieses Berichts ist entmenschlichend und aggressiv!
  4. "Non abbiate paura - Habt keine Angst!"
  5. Good news - Vatikan: Papst Leo ist krebsfrei und braucht keine weitere Therapie!
  6. „Kirchliche Persilscheine für Rot-Grün-Rot“
  7. ‚Mission ist kein Gegensatz zu nachhaltiger Hilfe‘
  8. Polens Parlament stimmt für erweiterte legale Abtreibungen
  9. „Wenn du ihn verstehst, ist es nicht Gott“
  10. Die Ehe: Lebens- und Liebesgemeinschaft - Die Familie: Grundlage der Gesellschaft
  11. Britischer Erzbischof Longley erlaubt zwei Messfeiern im vortridentinischen Sarum-Usus
  12. Hartl: Wenn das in Frankreich „Schülerproteste sind, warum weht so oft die Palästinenserfahne?“
  13. Spanischer Nationaltrainer legt WM-Pokal der berühmten Marienstatue in Saragossa zu Füßen
  14. Der Rosenkranz als Schule der Christusbetrachtung
  15. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz