25 April 2012, 09:11
'Medienbischof' Fürst: 'Wort zum Sonntag' war undifferenziert
 
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Bischof Gebhard Fürst kritisiert die Gleichsetzung von Evangelikalen und Salafisten durch einen katholischen Pfarrer in der ARD-Sendung

Rottenburg (kath.net/idea) In der ARD-Sendung „Wort zum Sonntag“ vom 14. April hat der katholische Pfarrer Wolfgang Beck (Hannover) vor dem Hintergrund der kostenlosen Koranverteilungen durch radikal-islamische Salafisten gesagt: „Egal, ob Piusbrüder, ob evangelikale Gruppierungen oder muslimische Salafisten, denen wir in diesen Wochen in den Fußgängerzonen begegnen können: Sie alle haben mehr gemeinsam, als ihnen wahrscheinlich lieb ist. Vor allem dieses Bemühen um größtmögliche Eindeutigkeit.“

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Die Deutsche Evangelische Allianz – Dachorganisation der Evangelikalen in Landes- und Freikirchen – protestierte gegen diese Gleichsetzung und reichte Programmbeschwerde ein. Der Vorsitzende, Präses Michael Diener (Kassel), schrieb Pfarrer Beck daraufhin, der Vergleich zwischen Salafisten und evangelikalen Gruppen sei stillos und demagogisch.

Der Medienbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz und Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst (siehe Foto), stellte jetzt fest, dass er den „Einspruch“ für berechtigt hält. Auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea erklärte er, das „Wort zum Sonntag“ solle „spirituelle Orientierung“ geben. Das schließe zwar nicht aus, dass auch politisch und kirchenpolitisch kritische Themen aufgegriffen werden, „aber sie sollten in einer Weise behandelt werden, die nicht einseitig, polarisierend oder gar diffamierend ist“.

Diese Grenze sei in der „undifferenzierten Reihung von Salafisten, Piusbrüdern und Evangelikalen“ überschritten worden. Allerdings gelte auch, „dass auf komplexe menschliche und gesellschaftliche Probleme einfach Antworten im Namen eines scheinbar sicheren Wissens um die Wahrheit immer problematisch sind“. Dieses Anliegen von Pfarrer Beck sei „durchaus ernst zu nehmen“.

Beck bedauert „Missverständnisse“

Beck selbst hatte zuvor gegenüber idea eingeräumt, dass die Formulierung eines Halbsatzes in seinem Beitrag bei evangelischen und insbesondere evangelikalen Mitchristen Irritationen hervorgerufen habe: „Die entstandenen Missverständnisse bedauere ich, zumal ich mich vielen evangelikalen Christen auch persönlich verbunden fühle.“ Er nehme auch das Gesprächsangebot des Allianzvorsitzenden gerne an.

Foto: (c) Bistum Rottenburg-Stuttgart

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