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Umfrage: Große Mehrheit der Deutschen steht an Israels Seite

23. April 2012 in Deutschland, keine Lesermeinung
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48 Prozent sehen im Iran Bedrohung für den Weltfrieden, nur 18 Prozent in Israel


Berlin/Jerusalem (kath.net/idea) Die deutliche Mehrheit der Deutschen steht an der Seite Israels. Das ist das Ergebnis einer von der „Welt am Sonntag“ in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage. Demnach teilt die Mehrheit der Deutschen nicht die Meinung von Literaturnobelpreisträger Günter Grass, wonach Israel von Deutschen nicht kritisiert werden könne. Sie wenden sich ebenfalls gegen Grass’ These, dass die eigentliche Gefahr für den Weltfrieden von Israel und nicht etwa vom Iran ausgehe. 75 Prozent der wahlberechtigten Bundesbürger vertreten die Ansicht, Israel und seine Politik könne in Deutschland prinzipiell genauso kritisiert werden wie andere Länder, diesbezüglich gäbe es keine Tabus. Allein unter Anhängern der Linkspartei findet die Tabu-These mit 46 Prozent überdurchschnittliche Unterstützung. Im aktuellen Konflikt zwischen Israel und dem Iran geht nach Ansicht fast jedes zweiten Bundesbürgers (48 Prozent) vom Iran die größere Gefahr für den Frieden aus. Nur jeder Sechste (18 Prozent) sieht den Frieden stärker durch Israel bedroht. Nach Ansicht von 22 Prozent geht die Bedrohung gleichermaßen von beiden Ländern aus. Während unter Linken-Wählern Israel als größere Friedensbedrohung gilt (52 Prozent), sehen die Anhänger aller anderen Parteien das stärkere Gefährdungspotenzial auf Seiten des Irans. Nach Ansicht von 58 Prozent der Befragten geht vom iranischen Atomprogramm eine starke Bedrohung für die Existenz Israels aus.


Netanjahu: Grass hat Aggressor zum Opfer gemacht

Im Interview mit der „Welt am Sonntag“ bezeichnete Israels Premierminister Benjamin Netanjahu (Jerusalem) die Thesen von Grass als „absurd“ und als „Verleumdung des jüdischen Staates“. Grass hatte in seinem Gedicht „Was gesagt werden muss“ Israel als eigentliche Bedrohung des Weltfriedens dargestellt. Dies sei ein „absoluter Skandal“, erklärte Netanjahu. „Dass dies von einem deutschen Nobelpreisträger kommt und nicht etwa von einem Teenager einer Neo-Nazi-Partei macht es noch empörender.“ Die Zeilen von Grass offenbarten einen „Zusammenbruch des moralischen Urteilsvermögens“. Damit sei eine perfekte moralische Verdrehung geschaffen worden, „in der der Aggressor zum Opfer wird und das Opfer zum Aggressor“. Lobend äußerte sich Netanjahu, „dass es vonseiten deutscher Politiker eine breite Verurteilung gab“. Dennoch sei er besorgt, dass es für solche Aussagen eine zustimmende Unterströmung gibt. Wie Netanjahu sagte, sieht er die größte Bedrohung für den Weltfrieden in der „Kombination eines militanten islamistischen Regimes mit Atomwaffen“. Diese Gefahr bestehe zum einen im Iran, zum anderen in Pakistan, sollten dort die radikalislamischen Taliban die Macht übernehmen.


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