03 April 2012, 11:30
'In diesen drei Bereichen gehe es nicht zunächst um Kirchenrecht'
 
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Kardinal Schönborn verteidigt weiterhin die Anerkennung der Wahl eines homosexuellen Pfarrgemeinderates. Unterstützung kommt jetzt von antirömischen Gruppen aus dem "Wir sind Kirche"-Bereich. UPDATE: Die Predigt auf kathTube

Wien-Salzburg (kath.net/pew/red)
Der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn hat am Montagabend in der Predigt bei der Chrisammesse zu St.Stephan die Priester an die Aufgabe erinnert, den „zerbrochenen Herzen“ Heil zu bringen. Oft fehle aber den Menschen das Bewusstsein der Heilsbedürftigkeit. Der Kardinal nannte drei Lebenssituationen, die nach der Lehre der Kirche nicht „heil“ seien, und die die Seelsorger „oft hilf- und ratlos“ machten: wenn man unverheiratet zusammenlebt, als Geschiedener wieder verheiratet ist oder in gleichgeschlechtlicher Partnerschaft lebt.

In diesen drei Bereichen gehe es nicht zunächst um Kirchenrecht. Die kirchliche Lehre verteidige nicht „konfessionelles Sondergut der Katholiken“, sondern den „Masterplan des Schöpfers“, aus dem die Kirche ableite, dass „die Sexualität ihren echten Platz im geborgenen und verbindlichen Raum der unauflöslichen Ehe hat“, die von Gott als Band zwischen Mann und Frau angelegt sei.

Zunächst einmal müsse der Seelsorger selbst davon überzeugt sein, „dass diese biblische Sicht die wahre Sicht“ sei, „nicht ein fernes abstraktes Ideal, sondern etwas Großes, Lebensbejahendes, Lebensspendendes“ und eine „lebbare und vielfach gelebte Wirklichkeit“.

Viele Gläubige würden nicht nach diesem Masterplan leben, „weil es ihnen nie als echte Möglichkeit gezeigt, gelehrt und vorgelebt wurde“. Oft würden „wir Seelsorger resignieren vor der sehr realen Schwierigkeit eines völligen Unverständnisses für das, was die Kirche über Ehe und Enthaltsamkeit, Fruchtbarkeit und Unauflöslichkeit lehrt“ .

Um den Masterplan verstehen und leben zu können, genüge es daher nicht, die Norm immer wieder in Erinnerung zu rufen. Zum notwendigen „inneren Herzensverständnis für den Masterplan“ gebe es für die Menschen nur einen Weg: „Jesus selber kennen zu lernen, in Seine Freundschaft hineinzuwachsen.“ Ein „guter Hirte“ halte daher an beidem fest: an der „Überzeugung, das Gottes Masterplan für den Menschen gut und beglückend ist“, und am liebvollen, geduldigen Weg, „auf dem Jesus uns in seine Freundschaft führt“. Denn dieser Weg in die Freundschaft Christi könne – das zeigten viele Beispiele – „zu einer tiefgreifenden Wandlung des Lebens führen“. Zeichen der wachsenden Freundschaft könnten „oft kleine Zeichen gelebter Liebe, geduldigen gegenseitigen Sicht-Tragens auch in irregulären Situationen sein“. Die Seelsorger sollten auch diese Zeichen „achten, sie fördern und ermutigen“.

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Kardinal Schönborn schloss mit einem Wort des sel. Johannes Paul II., das wie sein Testament gewesen sei: „Im Erbarmen Gottes wird die Welt Frieden und der Mensch Glückseligkeit finden! Euch, liebe Brüder und Schwestern, vertraue ich diese Aufgabe an: Seid Zeugen der Barmherzigkeit!“

Predigt von Christoph Kardinal Schönborn, Erzbischof von Wien, im Dom zu St. Stephan am 2. April 2012 zur Chrisammesse:


Liebe Brüder im priesterlichen Dienst!
Liebe Schwestern und Brüder!

„Der Herr hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe und alle heile, deren Herz zerbrochen ist, damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Gefesselten die Befreiung. Damit ich ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe…“ So steht es bei Jesaia. So las es Jesus in der Synagoge im heimatlichen Nazareth.

„Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt“. So schließt Jesus. So ist es bis heute. Dazu kam Jesus. Das ist seine Sendung. Sie ist uns aufgetragen. Dazu sind wir Priester. Dazu sind wir Christen: „Ein Gnadenjahr des Herrn auszurufen“.

Wie aber sieht diese Gnade, diese Befreiung, diese Frohbotschaft aus? Wie leben wir unseren Dienst der Befreiung, der Gnade, der Heilung der zerbrochenen Herzen?

Werden wir nicht ständig durch allerlei Regeln, Gesetze, Vorschriften dazu gehindert, das Gnadenjahr des Herrn wirksam auszurufen? Und die zerbrochenen Herzen zu heilen? Wer mit ganzem Herzen Seelsorger ist, wird immer wieder an diese schmerzliche Grenze stoßen: ist die Barmherzigkeit Gottes, ist Jesu Liebe zu den Sündern, für die er gekommen ist, „blockiert“ durch allerlei Bestimmungen des „Kirchenrechts“, der Kirchensatzung? Ist die Alternative in der Seelsorge Rigorismus oder Laxismus? Everything goes – oder nothing goes?

Ich spüre manche Verunsicherung. Die Unklarheit macht mutlos, resigniert. Wohin geht die Fahrt? Alles den Bach hinunter in Beliebigkeit – oder doch irgendwo ein fester klarer Halt? Manche fühlen sich vom Bischof alleingelassen, sich selber überlassen, verwirrt, irritiert, traurig.

Wir stehen an der Schwelle eines „Jahres des Glaubens“. Wird es mehr Klarheit bringen? Wird es „ein Gnadenjahr des Herrn“ werden?

Aber was ist diese Gnade? Was das Heil? Ist nicht eine der großen Nöte unserer Pastoral, dass das Bewusstsein der Heilsbedürftigkeit oft zu fehlen scheint. Gott will, „dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen“, sagt Paulus (1 Tim 2,4). Aber wollen wir gerettet werden? Wissen wir, dass wir ohne Gottes Rettung rettungslos verloren sind?

„Gott will, dass alle durch Erkenntnis der Wahrheit das Heil erlangen“, so kommentiert der Katechismus das Wort des Apostels (KKK 851). „Wer dem Antrieb des Geistes der Wahrheit gehorcht, ist schon auf dem Weg zum Heil“. Die Kirche muss diesem Verlangen entgegenkommen und das Heil anbieten, heißt es weiter im KKK (ebd.)

Wir sollen den gebrochenen Herzen das Heil bringen. Aber viele empfinden ihre Situation weder als Unheil noch als herzensbrechend. Und doch lehrt die Kirche, dass diese oder jene Situation „unheil“ ist, heilsbedürftig, nicht in Ordnung ist. Ich nenne drei Situationen, die immer häufiger vorkommen und an denen wir uns als Hirten reiben, die uns oft hilf- und ratlos machen:

– Die Vielen, die unverheiratet zusammenleben, schon von sehr jung an, und das weiterhin für selbstverständlich halten;
– die vielen wiederverheirateten Geschiedenen;
– und zunehmend auch die in gleichgeschlechtlicher Partnerschaft Lebenden.

Wie damit umgehen? Wegschauen, nach dem Motto: „Nur wer viel übersieht, hat Übersicht“? Darüber klagen, dass die Kirche hier zu eng sei, dass das „Kirchenrecht“ hier mehr hindert als hilft? Dann kommen „Reformforderungen“: Die Kirche müsse das und das ändern. Wenn man zurückfragt: und wie soll das konkret aussehen, bekommt man kaum konkrete Antworten.

Ich möchte Euch heute eine Hilfestellung anbieten, wie mit diesen so häufigen pastoralen Nöten umzugehen ist. Es gibt da einen Weg, der weder rigoros noch lax ist, sondern auf dem die Liebe das Gesetz vollendet. Sagt nicht: der Bischof hat ja eh keine Ahnung, wie es „an der Basis“ aussieht. Wir können den Weg nur gemeinsam gehen, mit und in der Kirche und treu zu ihrer Lehre.

1. In allen drei genannten Bereichen geht es nicht zuerst um „Kirchenrecht“ und seine angebliche Enge, sondern um die Schöpfungsordnung und ihre verbindliche Auslegung durch Jesus selbst. Wir verteidigen mit der kirchlichen Lehre nicht „konfessionelles Sondergut“ der Katholiken, sondern den „Masterplan“ des Schöpfers: dass Gott selber den Menschen als Mann und Frau, nach seinem Bild, geschaffen hat; dass also die Geschlechterdifferenz und ihr Zueinander von Gott gewollt ist; dass er beiden das Gebot gegeben hat „Wachset und vermehrt euch“ (Gen 1,28, nach jüdischer Tradition das erste Gebot – da in Gen 1!); dass deshalb der Mann Vater und Mutter verlassen wird und die beiden ein Fleisch werden (Gen 2,24), was Jesus mit Vollmacht gültig auslegt: „Was Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen“ (Mt 19,6). Hier ist die Grundlage der ganzen christlichen Auffassung von Ehe und Fruchtbarkeit und auch der Überzeugung, dass geschlechtliche Vereinigung nur eingebettet in der Ehe zwischen Mann und Frau der Schöpfungsordnung entspricht.

2. Hier folgt für mich ein zweiter, entscheidender Punkt: Sind wir selber, die Hirten, das heißt: ist jeder einzelne von uns davon überzeugt, dass diese biblische Sicht die wahre Sicht ist, nicht ein fernes abstraktes Ideal, sondern etwas Großes, Lebensbejahendes, Lebensspendendes? Wenn wir selber das alles für Illusion halten, können wir auch nicht anderen helfen, „zur Erkenntnis der Wahrheit zu gelangen“.

Mir hilft hier immer eine jüdisch-rabbinische Tradition. Sie besagt: Als Gott die Welt erschaffen wollte, brauchte er einen Plan. Da holte er unter seinem Thron die Tora hervor und baute danach die Welt. Und deshalb ist jeder Mensch, der sich an das Gesetz Gottes, die Tora hält, mit der Schöpfung, mit dem Masterplan in Übereinstimmung, und das macht ihn glücklich! Die Freude an der Tora, das Übereinstimmen mit dem Schöpfungsplan macht das Leben „stimmig“, glücklich, wenn auch nicht unbedingt bequemer. Wenn wir selber diese Überzeugung haben, werden wir mit den „gebrochenen Herzen“, mit den gebrochenen Lebenssituationen anders umgehen. Es ist eine Freude und ein Segen, zu erleben, es anschaulich vor Augen zu haben, dass ein Leben nach der Weisung Gottes für Mann und Frau im Leben „stimmt“ und dem Leben große Strahlkraft gibt. Es ist nicht altmodische Engstirnigkeit, wenn die Kirche lehrt, dass die Sexualität ihren echten Platz im geborgenen und verbindlichen Raum der unauflöslichen Ehe hat. Glauben wir das selber? Mit Herz und Verstand? Nicht als ein abstraktes Ideal, sondern als lebbare und vielfach gelebte Wirklichkeit!

3. Hier kommt sofort das statistische Argument: Wie viele Jugendliche leben wirklich nach dem kirchlichen Ideal enthaltsam bis zur Ehe? Wie viele Wiederverheiratete leben „als Bruder und Schwester“? Wie viele Gleichgeschlechtliche Lebende schaffen es, ihre Beziehung als keusche Freundschaft zu leben? Dazu zwei Bemerkungen: Erstens – es gibt sie! Egal wie die Statistik aussieht. Und sie sind anschauliche Vorbilder dafür, dass ein Leben nach dem „Masterplan“ möglich ist, mit der Gnade, die niemandem vorenthalten wird. Und zweitens: Es macht einen Unterschied, ob man im Versuch, nach Gottes Ordnung zu leben, scheitert – oder ob man daran scheitert, ohne es je versucht zu haben. Aber viele leben nicht nach dem Masterplan, weil es ihnen nie als echte Möglichkeit gezeigt, gelehrt und vorgelebt wurde. Oder weil sie es wohl gewollt, aber nicht geschafft haben. Oder weil sie ehrlich geglaubt haben, dass sie im einen oder anderen Punkt dem Masterplan Gottes auf ihrem Weg einfach nicht folgen können.

Wie sollen sie die Lehre der Kirche verstehen, wenn diese ihnen nur als unlebbare, auferlegte, äußere Norm erscheint, welt- und realitätsfremd? Wir Seelsorger resignieren meist vor der sehr realen Schwierigkeit eines völligen Unverständnisses für das, was die Kirche über Ehe und Enthaltsamkeit, Fruchtbarkeit und Unauflöslichkeit lehrt. Und so passen wir, so passen wir uns an…

Doch um den „Masterplan“ des Schöpfers zu verstehen und leben zu können, ist es wichtig, immer wieder die Norm in Erinnerung zu rufen, – aber es genügt nicht. Es gibt nur einen Weg, den schon die Jünger Jesu lernen durften: Jesus selber besser kennen zu lernen, in Seine Freundschaft hineinzuwachsen. Nur die gelebte Freundschaft mit Jesus kann ein inneres Herzensverständnis für den Masterplan des Schöpfers in uns wachsen lassen. "Ohne eine Erfahrung staunenden Entdeckens und der Gemeinschaft mit dem Gottessohn, der zu unserem Bruder wurde, reduziert sich sogar die Religion auf eine Reihe von Grundsätzen, die immer schwerer zu verstehen, und Regeln, die immer schwerer zu ertragen sind." (sel. Johannes Paul II., Begegnung mit Jugendlichen in Kasachstan, 23. September 2001)

Gott sei Dank gibt es Beispiele bei vielen jungen und älteren Menschen, dass dieser Weg zu einer tiefgreifenden Wandlung des Lebens führen kann. Zum Weg der Freundschaft mit Jesus gehört aber auch viel Geduld, Seine unerschöpfliche Barmherzigkeit, mit der er der Ehebrecherin sagt: „Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige nicht mehr“ (Joh 8,11). Auf diesem Weg gibt es Rückschläge, Zeiten des Widerspruchs, der Ungeduld, des Versagens. Aber es bleibt ein Weg mit Jesus und auf ihn hin.

Der gute Hirte hält an beidem fest: Der Überzeugung, dass Gottes Masterplan richtig, für den Menschen gut und beglückend ist, und am liebevollen, geduldigen Weg, auf dem Jesus uns in seine Freundschaft führt. Da werden es oft kleine Zeichen gelebter Liebe, geduldigen gegenseitigen Sich-Tragens auch in „irregulären“ Situationen sein, die Zeichen einer wachsenden Freundschaft mit Jesus sind. Wir Hirten sollen auf diese Zeichen achten, sie fördern, ermutigen. Das alles ist nicht „die Lösung“ für alle Lebensprobleme, aber es ist der Weg der wachsenden Freundschaft mit Jesus.

Heute vor sieben Jahren ist der selige Papst Johannes Paul II. heimgegangen, am Vorabend des Sonntags der Barmherzigkeit. Ich schließe mit einem Wort, das wie sein Testament war, bei seinem Abschied von Krakau 2002, als er am 17. August die Welt der Barmherzigkeit weihte, „mit dem innigen Wunsch, dass die Botschaft von der erbarmenden Liebe Gottes, die hier [in Łagiewniki] durch Schwester Faustyna verkündet wurde, alle Menschen der Erde erreichen und ihre Herzen mit Hoffnung erfüllen möge… Im Erbarmen Gottes wird die Welt Frieden und der Mensch Glückseligkeit finden! Euch, liebe Brüder und Schwestern, vertraue ich diese Aufgabe an. Seid Zeugen der Barmherzigkeit!“ (Sel. Johannes Paul II., Predigt in Łagiewniki, 17.8. 2002; zit. in meinem Buch „Wir haben Barmherzigkeit gefunden. Das Geheimnis des göttlichen Erbarmens“, Herder 2009, S. 21f). Amen.


Inzwischen haben antirömische Gruppen aus dem "Wir sind Kirche"-Bereich haben am Montag die Anerkennung der Wahl eines homosexuellen Pfarrgemeinderates durch Kardinal Christoph Schönborn begrüßt, kath.net hat berichtet.

So lässt der ORF-Salzburg die umstrittene Taxhamer Pfarrgemeinderatsinitiative zu Wort kommen, die sich erfreut zeigt, dass ein "neuerlicher Konflikt" in der Kirche durch Schönborns Handeln im letzten Moment abgewendet wurde. „Für mich ist es ein Hoffnungsschimmer, weil Kardinal Schönborn gesagt hat, dass für ihn der Mensch wichtiger ist, als das Gesetz. Und darum geht es eigentlich auch und diese Aussage gibt mir in vielen anderen Bereichen Hoffnung, dort auch so zu agieren“, meint Leopold Prenninger, einer der Vertreter der Gruppe. Auch andere Bischöfe könnten sich ein Beispiel an Schönborn nehmen, sagt mit Veselko Prlic ein weiterer Vertreter der Initiative gegenüber dem ORF: „Denn Kardinal Schönborn ist ja nicht irgendwer. Und ich glaube, dass sehr viele dann auch in ihren Diözesen sich dieses Zeichen als Vorbild nehmen können.“

Video: Kardinal Schönborn in der ORF-Pressestunde. Zum Thema Stützenhofener Pfarrgemeinderat ab Minute 18,50

KATHPEDIA: Kontakt Kardinal Schönborn

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kathTube: Kardinal Schönborn über eingetragene Partnerschaften





kathTube - Screenshot - Kurier - Homosexueller Pfarrgemeinderat





KATHPEDIA: Bibel und Katechismus über "Homosexualität"

Zitate aus dem Katechismus:

2357 „Homosexuell sind Beziehungen von Männern oder Frauen, die sich in geschlechtlicher Hinsicht ausschließlich oder vorwiegend zu Menschen gleichen Geschlechtes hingezogen fühlen. Homosexualität tritt in verschiedenen Zeiten und Kulturen in sehr wechselhaften Formen auf. Ihre psychische Entstehung ist noch weitgehend ungeklärt. Gestützt auf die Heilige Schrift, die sie als schlimme Abirrung bezeichnet, hat die kirchliche Überlieferung stets erklärt, ‚dass die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind’ (CDF, Erkl. ‚Persona humana’ 8). Sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz, denn die Weitergabe des Lebens bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen. Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit. Sie sind in keinem Fall zu billigen.“

2358 „Eine nicht geringe Anzahl von Männern und Frauen haben tief sitzende homosexuelle Tendenzen. Diese Neigung, die objektiv ungeordnet ist, stellt für die meisten von ihnen eine Prüfung dar. Ihnen ist mit Achtung, Mitgefühl und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgend einer Weise ungerecht zurückzusetzen. Auch diese Menschen sind berufen, in ihrem Leben den Willen Gottes zu erfüllen und, wenn sie Christen sind, die Schwierigkeiten, die ihnen aus ihrer Verfasstheit erwachsen können, mit dem Kreuzesopfer des Herrn zu vereinen.“

2359 „Homosexuelle Menschen sind zur Keuschheit gerufen. Durch die Tugenden der Selbstbeherrschung, die zur inneren Freiheit erziehen, können und sollen sie sich – vielleicht auch mit Hilfe einer selbstlosen Freundschaft –, durch das Gebet und die sakramentale Gnade Schritt um Schritt, aber entschieden der christlichen Vollkommenheit annähern.“


UPDATE: Die Predigt auf kathTube

Foto Christoph Kardinal Schönborn: (c) Erzdiözese Wien

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