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Ukraine: 'Katholisch-Orthodoxe Beziehungen noch nie so gut wie heute'

15. Februar 2012 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Großerzbischof der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche: In einer Zeit der Unsicherheit wird den christlichen Kirchen hier ein großes Vertrauen entgegengebracht


Kiew (kath.net/KIN) Als "exzellent" hat das Oberhaupt der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk, das Verhältnis zwischen katholischer und orthodoxer Kirche in der Ukraine bezeichnet. Während eines Besuchs in der internationalen Zentrale des katholischen Hilfswerks "Kirche in Not" betonte er, noch nie seien die Beziehungen so gut gewesen wie heute. Den freundlichen und brüderlichen Kontakt zu pflegen liege ihm besonders am Herzen, erklärte Schewtschuk.

Die Ukraine hat über 45 Millionen Einwohner. Rund 75 Prozent gehören orthodoxen Kirchen an, die meisten davon der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche, die ein autonomer Teil der Russisch-Orthodoxen Kirche ist. 1991 entstand die Ukrainisch-orthodoxe Kirche des Kiewer Patriarchats, zwischen beiden Konfessionen gibt es Streit um Legitimität und Besitzansprüche. Die dritte orthodoxe Kirche des Landes ist die Ukrainische Autokephale Orthodoxe Kirche.


1596 entstand die unierte Ukrainisch Griechisch-Katholische Kirche, der rund 5,5 Millionen Gläubige angehören. Römisch-katholisch sind etwa 1,1 Million (vor allem Polen und Deutsche). Die Konflikte zwischen der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche und der Ukrainisch Griechisch-Katholische Kirche werden vom Moskauer Patriarchat als Ökumenehindernis betrachtet.

Die Ukraine blicke auf mehr als tausend Jahre Christentum zurück, wie Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk erklärt. Im vergangenen Jahrhundert habe sie jedoch eine Zeit des aggressiven Atheismus erlebt. Die besondere Aufgabe der christlichen Kirchen liege darin, "diese christlichen Wurzeln wieder zu entdecken und neue Wege zu finden, um in der Gesellschaft als Christen präsent zu sein", sagte Schewtschuk.

"In einer Zeit der Unsicherheit, in der sich in der Gesellschaft Prozesse abspielen, von denen viele das Gefühl haben, sie seien nicht mehr kontrollierbar, wird den christlichen Kirchen ein großes Vertrauen entgegengebracht", erläuterte der Großerzbischof. "Umfragen zufolge vertrauen mir mehr Menschen als dem Präsidenten."

Da die Kirche nicht vom Staat abhängig sei, könne sie "die Wahrheit sagen und eine wichtige Rolle in der Gesellschaft spielen". Dem Christentum komme eine wesentliche Rolle für die nationale Einheit der Ukraine zu. "Wir sind neutral, was die Politik betrifft, aber wir lehren die christliche Soziallehre, verkünden das Evangelium und verteidigen die Wehrlosen", erklärte Schewtschuk. Um dies in authentischer Weise tun zu können, liege eine der Prioritäten für die Kirche in einer guten Ausbildung der Priester.

Das Oberhaupt der mit Rom unierten ukrainischen griechisch-katholischen Kirche dankte "Kirche in Not" für die Hilfe, die das Hilfswerk seit Jahrzehnten in der Ukraine leistet. Besonders würdigte er den 2003 verstorbenen Gründer von "Kirche in Not", Pater Werenfried van Straaten. Er selber sei "eine Frucht der Arbeit und der Wohltätigkeit Pater Werenfrieds", da er nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion dank eines Stipendiums von "Kirche in Not" in Rom promovieren konnte und als Doktor der Theologie wieder in seine Heimat zurückkehrte. Dort habe er dann ebenfalls mit der Hilfe von "Kirche in Not" das Priesterseminar von Lemberg wiederaufgebaut. "Kirche in Not" unterstützt auch heute noch die Kirche in der Ukraine.

Kirche in Not Deutschland

Foto: © Kirche in Not


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