13 Februar 2012, 12:00
Dem Papst geht es ausgezeichnet!
 
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‚Vaticanleaks’: Wenn unloyale Mitarbeiter Chaos produzieren, um den Eindruck von Anarchie zu erwecken. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Zunächst gleich die gute Botschaft: Benedikt XVI. geht es ausgezeichnet, wie es seinem Alter entspricht, und dies obwohl auf den Schultern des 85jährige Papstes ein Arbeitspensum, eine physische und geistliche Anstrengung sowie eine Verantwortung lasten, die einem durchschnittlichen 40jährigen Mann den Atem verschlagen könnten. Kein Krebs, kein Tumor, nichts. Nur Geschwätz.

Der Papst weiß um das Medienspektakel, das in den letzten Wochen um den Vatikan, seine „inneren Kriege“, Feindseligkeiten und Neidereien entbrannt ist, ein Spektakel, das mit einem am 10. Februar von einer italienischen Zeitung veröffentlichten „streng vertraulichen“ Schreiben des kolumbianischen Kurienkardinals Darío Castrillón Hoyos die Schmutzspritzer bis in den dritten Stock des Apostolischen Palastes reichen ließ (kath.net hat berichtet). Der Papst weiß auch, dass dieses Medienspektakel nur deshalb möglich ist, weil in der Römischen Kurie bei einigen etwas nicht stimmt.

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Die schlechte Nachricht: Es gibt im Vatikan in der Tat „Löcher“, aus denen unkontrolliert und chaotisch vertrauliche Nachrichten quellen, die dann – wie es normal ist – von den Medien aufgenommen werden. Und das Hauptloch ist im Staatssekretariat. Wer dies aus welchen Gründen tut, lässt sich (noch) nicht erkennen. Kein Zweifel dürfte allerdings bestehen: Was in der Öffentlichkeit sichtbar ist, sind „nur“ die Schrapnellsplitter von medial gezündeten Minen. „Jemand“ – aus welchen Gründen auch immer – hat es sich zum Ziel gesetzt, Schlamm aufzuwirbeln, und versucht, als Strippenzieher das Chaos zu verwalten.

Zu diesem chaotischen Mosaik gehören neben dem Staatssekretariat die Verwaltung des Vatikanstaates sowie das IOR, das durch die Gründung eines neuen Kontrollorgans und den ausdrücklichen Willen des Papstes, für Transparenz zu sorgen, nun kurz davor steht, als „sauberes Bankinstitut“ in die „white list“ der internationalen Banken aufgenommen zu werden. Dazu gesellen sich dann noch vor allem: persönliche Animositäten.

„Vaticanleaks“: nicht um ein Leck handelt es sich, aus dem vertrauliche Informationen sprudeln, sondern mit mindestens drei, auf den ersten Blick voneinander unabhängigen Lecks ist der Vatikan konfrontiert, drei Quellen der Indiskretion, die in den vergangenen Wochen zu einem „seltsamen Gemisch“ zusammengekommen sind, mit dem vorrangigen Ziel, den engsten Mitarbeiter des Papstes und Staatssekretär Tarcisio Kardinal Bertone zu diskreditieren. Dazu kommen weitere Verzweigungen, die bis nach China reichen.

Diese Woche wird es weiter gehen: neue „brisante“ Enthüllungen zum IOR sind bereits angekündigt. Nicht Medienkampagnen stehen am Anfang, sondern mangelnde Loyalität von Kurienmitarbeitern, die ihren Amtseid brechen. Wie meinte doch Papst Benedikt XVI. in seiner Predigt am 29. Juni 2010: trotz der Leiden, die die gewaltvolle Verfolgung der Christen hervorrufe, „stellen diese jedoch nicht die schlimmste Gefahr für die Kirche dar. Den größten Schaden erleidet sie aus dem, was den Glauben und das christliche Leben ihrer Glieder und ihrer Gemeinschaften verunreinigt und die Unversehrtheit des mystischen Leibes angreift, ihre prophetischen Fähigkeiten und ihr Zeugnis schwächt und die Schönheit ihres Antlitzes trübt“.

Die „Zeit des Stockes“ scheint nun auch für den Vatikan gekommen zu sein, wie dies Benedikt XVI. bereits am 11. Juni 2010 sagte: „Der Hirte braucht den Stock gegen die wilden Tiere, die in die Herde einbrechen möchten; gegen die Räuber, die sich ihre Beute suchen. Neben dem Stock steht der Stab, der Halt schenkt und schwierige Passagen zu durchschreiten hilft. Beides gehört auch zum Dienst der Kirche, zum Dienst des Priesters. Auch die Kirche muss den Stock des Hirten gebrauchen, mit dem sie den Glauben schützt gegen die Verfälscher, gegen die Führungen, die Verführungen sind. Gerade der Gebrauch des Stockes kann ein Dienst der Liebe sein. Heute sehen wir es, dass es keine Liebe ist, wenn ein für das priesterliche Leben unwürdiges Verhalten geduldet wird“.




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Foto: (c) kath.net

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