Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  2. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  3. „Warum bin ich Christ“
  4. Böhmermann verhöhnt in seiner Sendung Jesus Christus
  5. Deutsche Caritas-Präsidentin fordert CDU-Annäherung an 'Die Linke'
  6. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  7. Meghan Markle-Fans ‚terrorisieren‘ Priester wegen Kritik an ihrem Adventskalender
  8. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  9. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  10. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  11. Britischer Erzbischof Longley erlaubt zwei Messfeiern im vortridentinischen Sarum-Usus
  12. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  13. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“
  14. Nach Sperre: Au-pair-Plattform stimmt Vergleich mit christlichem Vater zu
  15. Papst Leo XIV. verlässt heute das Gemelli-Krankenhaus

Rom: Protestbrief gegen sowjetische Kirchenverfolgung entdeckt

11. Februar 2012 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Inhaftierter Priester schrieb 1930 an Zentralkomitee der Kommunistischen Partei - Jesuit fand Dokument im Archiv des Päpstlichen Orientalischen Instituts


Rom (kath.net/KAP) Ein bisher unbekanntes Dokument über die Kirchenverfolgung in der Sowjetunion der Zwischenkriegszeit wurde nun im Archiv des Päpstlichen Orientalischen Instituts in Rom entdeckt. Das berichtete die Stiftung "Pro Oriente" am Samstag, die sich auf einen Bericht des "Osservatore Romano" (Freitag-Ausgabe) bezog. Entdeckt wurde das in russischer Sprache abgefasste Dokument vom polnischen Jesuitenpater Eugeniusz Senko, der seit Jahren am Päpstlichen Orientalischen Institut über die kommunistische Kirchenverfolgung ab 1917 forscht.

Beim Dokument handelt es sich den Angaben zufolge um einen Protestbrief des katholischen Priesters Adolf Filipp an das Zentralkomitee der Partei, datiert vom 29. Juni 1930. Filipp war gemeinsam mit 31 weiteren katholischen Priestern auf der Insel Anzerskij - einer der Solowki-Inseln - inhaftiert. Wie das Dokument nach Rom gelangt ist, lasse sich nicht mehr rekonstruieren, hieß es.


Auf den Solowki-Inseln befand sich bis zur Oktoberrevolution eine der bedeutendsten russisch-orthodoxen Klosterstädte. Nach der bolschewistischen Machtergreifung wurde dort das erste Anhalte- und Arbeitslager für politische Gegner, vor allem für Christen aller Konfessionen, eingerichtet. Das Lager auf den Solowki-Inseln bildete den Grundstein des sogenannten "Gulag". Auf der Insel Anzerskij, auf der die katholischen Priester inhaftiert waren, wurde der Gefangenentrakt ausgerechnet in der entweihten Dreifaltigkeitskirche untergebracht.

Adolf Filipps Protestbrief wurde nach Angaben P. Senkos offensichtlich ursprünglich mit der Hand geschrieben und dann auf der Maschine abgetippt - was einige Fehler bei der Schreibung der Namen der mit Filipp inhaftierten Priester erklären würde, hieß es in der Aussendung.

Im Protestbrief beschreibt der Priester die "illegalen Methoden" der "Gossudarstwennoje Polititscheskoje Uprawlenije" (GPU"), ein ehemaliger Geheimdienst der Sowjetunion. Diese hätten eine ständige Verletzung der Bestimmungen der sowjetischen Verfassung über die Gewissensfreiheit dargestellt. Filipp betonte, dass die inhaftierten Priester angesichts der "Enormität der Verfassungsverletzungen" durch die GPU nicht länger schweigen könnten, denn ein solches Schweigen wäre ein "Verbrechen". Der Priester stellte auch die unerträglichen Bedingungen im Lager dar.

Er beschrieb laut den Angaben die von der Kommunistischen Partei durchgeführte atheistische Kampagne, z. B. von der massenhaften Schließung von Gotteshäusern, extremer Steuerbelastung für Kirchen, die Verhaftung und Deportation von Geistlichen und ihren Angehörigen und den hetzerischen Aktivitäten des von J. M. Jaroslawskij begründeten "Verbandes der kämpferischen Gottlosen".

P. Senko hat den Protestbrief in italienischer Sprache herausgebracht und ihn mit Fußnoten versehen, die Zusammenhänge deutlicher machen. Bisher sei aber nicht bekannt, ob das Protestschreiben tatsächlich an das Zentralkomitee gelangte und welche Folgen die Anklage gegen den Staatsatheismus und die Vorgangsweise der GPU für den Autor hatten, hieß es.

Copyright 2012 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Russland

  1. Verbrechen gegen Menschlichkeit und gegen das Christentum durch Russland!
  2. Russischer Metropolit für Besetzung weiterer Gebiete der Ukraine
  3. Die menschenverachtenden Angriffe auf die Ukraine durch Russland gehen täglich weiter!
  4. Russland – Ein Beispiel für eine politische Religion
  5. Putins 'P.R.-Auge' blickt auf Österreich-Ungarn
  6. Von Russen verschleppt - Papst erhielt Gebetbuch von vermissten ukrainischen Ordensleuten
  7. Wladimir Putin ist KEIN 'Geschenk Gottes'
  8. Ukraine: "An der Front gibt es keinen Atheisten"
  9. Russischer Diktator Putin "im Bann" von Schamanen
  10. Weihe Russlands und der Ukraine: Vatikanischer Mariologe sieht keinen Bezug zu Fatima







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Böhmermann verhöhnt in seiner Sendung Jesus Christus
  3. Kanadas führende Tageszeitung verlangt Euthanasie in katholischen Krankenhäusern
  4. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  5. Ermittlungsverfahren gegen christliche YouTuber eingestellt
  6. Grünwidl bei Medjugorje-Friedensgebet: Beten und Frieden stiften
  7. Deutsche Caritas-Präsidentin fordert CDU-Annäherung an 'Die Linke'
  8. „Warum bin ich Christ“
  9. Erneut ruhige Spitalnacht für Papst nach Krebs-Operation
  10. Mit dem Rosenkranz im Gym
  11. Meghan Markle-Fans ‚terrorisieren‘ Priester wegen Kritik an ihrem Adventskalender
  12. 'Wenn ich zurückkönnte, würde ich sie wieder wählen – genau wie sie sind'
  13. 'Jeden Tag sprach ich mit Gott und mit meiner Mutter'
  14. Erkrankter Papst ruft Familien zu Mitarbeit in den Gemeinden auf
  15. „Wenn du ihn verstehst, ist es nicht Gott“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz