Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  2. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  3. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  4. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  5. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  6. Katholische Kirche in Island hilft Menschen mit homosexuellen Neigungen enthaltsam zu leben
  7. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  8. Beschließen ohne zu entscheiden?
  9. Niedersachsen plant Religionsunterricht ohne Gott!
  10. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  11. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  12. Exorzismus-Experte: Aktuelle Weltlage nicht nur Werk des Bösen
  13. "Herr Kardinal Parolin, wieviele zehntausende Tote brauchen Sie noch im Iran, bis Sie aufwachen?"
  14. Die Nazi-Projektion
  15. Abtreibungs-Aktivisten greifen Profemina-Beratungszentrum an

Rom: Protestbrief gegen sowjetische Kirchenverfolgung entdeckt

11. Februar 2012 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Inhaftierter Priester schrieb 1930 an Zentralkomitee der Kommunistischen Partei - Jesuit fand Dokument im Archiv des Päpstlichen Orientalischen Instituts


Rom (kath.net/KAP) Ein bisher unbekanntes Dokument über die Kirchenverfolgung in der Sowjetunion der Zwischenkriegszeit wurde nun im Archiv des Päpstlichen Orientalischen Instituts in Rom entdeckt. Das berichtete die Stiftung "Pro Oriente" am Samstag, die sich auf einen Bericht des "Osservatore Romano" (Freitag-Ausgabe) bezog. Entdeckt wurde das in russischer Sprache abgefasste Dokument vom polnischen Jesuitenpater Eugeniusz Senko, der seit Jahren am Päpstlichen Orientalischen Institut über die kommunistische Kirchenverfolgung ab 1917 forscht.

Beim Dokument handelt es sich den Angaben zufolge um einen Protestbrief des katholischen Priesters Adolf Filipp an das Zentralkomitee der Partei, datiert vom 29. Juni 1930. Filipp war gemeinsam mit 31 weiteren katholischen Priestern auf der Insel Anzerskij - einer der Solowki-Inseln - inhaftiert. Wie das Dokument nach Rom gelangt ist, lasse sich nicht mehr rekonstruieren, hieß es.


Auf den Solowki-Inseln befand sich bis zur Oktoberrevolution eine der bedeutendsten russisch-orthodoxen Klosterstädte. Nach der bolschewistischen Machtergreifung wurde dort das erste Anhalte- und Arbeitslager für politische Gegner, vor allem für Christen aller Konfessionen, eingerichtet. Das Lager auf den Solowki-Inseln bildete den Grundstein des sogenannten "Gulag". Auf der Insel Anzerskij, auf der die katholischen Priester inhaftiert waren, wurde der Gefangenentrakt ausgerechnet in der entweihten Dreifaltigkeitskirche untergebracht.

Adolf Filipps Protestbrief wurde nach Angaben P. Senkos offensichtlich ursprünglich mit der Hand geschrieben und dann auf der Maschine abgetippt - was einige Fehler bei der Schreibung der Namen der mit Filipp inhaftierten Priester erklären würde, hieß es in der Aussendung.

Im Protestbrief beschreibt der Priester die "illegalen Methoden" der "Gossudarstwennoje Polititscheskoje Uprawlenije" (GPU"), ein ehemaliger Geheimdienst der Sowjetunion. Diese hätten eine ständige Verletzung der Bestimmungen der sowjetischen Verfassung über die Gewissensfreiheit dargestellt. Filipp betonte, dass die inhaftierten Priester angesichts der "Enormität der Verfassungsverletzungen" durch die GPU nicht länger schweigen könnten, denn ein solches Schweigen wäre ein "Verbrechen". Der Priester stellte auch die unerträglichen Bedingungen im Lager dar.

Er beschrieb laut den Angaben die von der Kommunistischen Partei durchgeführte atheistische Kampagne, z. B. von der massenhaften Schließung von Gotteshäusern, extremer Steuerbelastung für Kirchen, die Verhaftung und Deportation von Geistlichen und ihren Angehörigen und den hetzerischen Aktivitäten des von J. M. Jaroslawskij begründeten "Verbandes der kämpferischen Gottlosen".

P. Senko hat den Protestbrief in italienischer Sprache herausgebracht und ihn mit Fußnoten versehen, die Zusammenhänge deutlicher machen. Bisher sei aber nicht bekannt, ob das Protestschreiben tatsächlich an das Zentralkomitee gelangte und welche Folgen die Anklage gegen den Staatsatheismus und die Vorgangsweise der GPU für den Autor hatten, hieß es.

Copyright 2012 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Russland

  1. Russischer Metropolit für Besetzung weiterer Gebiete der Ukraine
  2. Die menschenverachtenden Angriffe auf die Ukraine durch Russland gehen täglich weiter!
  3. Russland – Ein Beispiel für eine politische Religion
  4. Putins 'P.R.-Auge' blickt auf Österreich-Ungarn
  5. Von Russen verschleppt - Papst erhielt Gebetbuch von vermissten ukrainischen Ordensleuten
  6. Wladimir Putin ist KEIN 'Geschenk Gottes'
  7. Ukraine: "An der Front gibt es keinen Atheisten"
  8. Russischer Diktator Putin "im Bann" von Schamanen
  9. Weihe Russlands und der Ukraine: Vatikanischer Mariologe sieht keinen Bezug zu Fatima
  10. Weihbischof Schneider: Freude über die Einladung des Papstes an Bischöfe zur Weihe Russlands







Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDE-DEADLINE - 25. MÄRZ!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. "Europa hat die Gefahr der islamischen Republik Iran noch immer nicht begriffen"
  4. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  5. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  6. Vier von sieben: Die unglaubliche Berufungs-Geschichte der Familie Morrison
  7. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  8. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  9. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  10. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  11. "Herr Kardinal Parolin, wieviele zehntausende Tote brauchen Sie noch im Iran, bis Sie aufwachen?"
  12. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  13. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  14. Die Nazi-Projektion
  15. Abtreibungs-Aktivisten greifen Profemina-Beratungszentrum an

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz