28 Dezember 2011, 16:04
Konsistorium am 19. Februar 2012
 
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Mit den kommenden Kardinalsernennungen wird sich die wahlberechtigte Mehrheit des Heiligen Kollegiums zum ersten Mal aus von Benedikt XVI. ernannten Purpurträgern zusammensetzen. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Das nächste öffentliche Konsistorium zur Ernennung von Kardinälen wird wahrscheinlich für den 19. Februar 2012 einberufen werden. Es handelt sich dabei um das Wochenende vor dem Fest der Kathedra Petri. Sollte der Papst die Ernennungen wie bei den drei vorhergegangenen Konsistorien (24. März 2006, 24. November 2007, 20. November 2010) einen Monat vor dem Ereignis nach der traditionellen Generalaudienz am Mittwoch bekannt geben, so wird dies am 18. Januar 2012 der Fall sein. Dies berichtete der Vatikanberichterstatter Sandro Magister am heutigen Mittwoch, 28. Dezember.

Bisher hatte Benedikt XVI. insgesamt 62 Kardinäle ernannt, von denen zwölf vor dem Empfang des Kardinalsbiretts über achtzig und somit nicht mehr bei einem eventuellen Konklave wahlberechtigt waren. 57 der von Benedikt XVI. ernannten Kardinäle sind noch am Leben. Unter diesen sind 46 wahlberechtigt. Die Zahl verringert sich am 13. Januar 2012 auf 45, da der chinesische Kardinal Joseph Zen an diesem Tag seinen 80. Geburtstag feiern und damit aus der Gruppe der Papstwähler ausscheiden wird.

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Wie Papst Paul VI. 1973 verfügt und Papst Johannes Paul II. bestätigt hatte, ist die Zahl der wahlberechtigten Kardinäle auf 120 festgelegt. Insgesamt beläuft sich im Moment die Zahl der Mitglieder des Kardinalskollegiums auf 192, von denen 109 wahlberechtigt sind. Mit dem Ausscheiden von Kardinal Zen und Kardinal José Saraiva Martins, der am 6. Januar sein 80. Lebensjahr vollenden wird, sinkt die Zahl der Papstwähler auf 107. Benedikt XVI. kann somit 13 neue Purpurträger ernennen. Da in den auf Februar folgenden Monaten elf weitere Kardinäle die Altersgrenze erreichen werden, kann es als wahrscheinlich angesehen werden, dass sich die endgültige Zahl der Neuernennungen auf 15 oder mehr belaufen wird.

Während des Pontifikats Benedikts XVI. wurde die Zahl der 120 Wahlberechtigen nur um einen überschritten (2007 und 2010). Unter Johannes Paul II. war es mit den Konsistorien von 2001 und 2003 zur bisherigen Rekordzahl von 135 wahlberechtigten Kardinälen gekommen.

Die definitive Liste der Neuernennungen wird erst wenige Tage vor der Bekanntgabe festgelegt werden. Während des Konsistoriums des Jahres 2010 fiel der Großteil der Ernennung auf Mitglieder der Römischen Kurie aus, deren Amt den Kardinalspurpur mit sich bringt. Für das kommende Konsistorium werden die Ernennungen der Erzbischöfe Fernando Filoni (Italien; Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker), Domenico Calcagno (Italien; Präsident der A.P.S.A. – Verwaltung der Güter des Apostolischen Stuhls), Giuseppe Versaldi (Italien; Präsident der Präfektur für die wirtschaftlichen Angelegenheiten des Heiligen Stuhls), Giuseppe Bertello (Italien; Präsident des Governatorato des Staates der Vatikanstadt), João Braz de Aviz (Brasilien; Präfekt der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens), Edwin F. O’Brien (USA; Pro-Großmeister des Ordens der Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem) und Santos Abril y Castello (Spanien; Erzpriester der Päpstlichen Basilika Santa Maria Maggiore) erwartet. Hinzukommen könnte die Ernennung der Erzbischöfe Francesco Coccopalmerio (Italien; Präsident des Päpstlichen Rates für die Interpretation von Gesetzestexten) und Salvatore Fisichella (Italien; Präsident des Rates zur Förderung der Neuevangelisierung).

Was die traditionellen diözesanen Kardinalssitze betrifft, dürfte auch beim kommenden Konsistorium die Regel respektiert werden, dass nur dort ein neuer Kardinal ernannt wird, wo der Amtsvorgänger die Altersgrenze von 80 Jahren überschritten hat. Ein Ausnahme könnte für Timothy Dolan (Erzbischof von New York) und Dominik Duka (Erzbischof von Prag) gemacht werden, da deren Vorgänger am 2. April bzw. 17. Mai aus der Gruppe der wahlberechtigten Kardinäle ausscheiden werden

Zu den neuen Purpurträgern dürften Rainer Maria Woelki (Berlin), Thomas C. Collins (Toronto), Willem J. Eijk (Utrecht), John Tong (Hong Kong) sowie der neue maronitische Patriarch Bechara Rai (Libanon) und der syro-malabarische Großerzbischof George Alencherry (Indien) gehören.

Aufgrund der genannten Regel besteht ein Problem für die Erzbistümer, deren Kardinal die Altersgrenze noch nicht erreicht hat, jedoch in ein Amt nach Rom berufen worden ist. Dazu gehören Florenz, Toledo und Quebec, deren emeritierte Erzbischöfe zum Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Familie (Ennio Kardinal Anontelli), zum Präfekten der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung (Antonio Kardinal Cañizares Llovera) sowie zum Präfekten der Kongregation für die Bischöfe (Marc Kardinal Ouellet) ernannt worden sind. Im Jahr 2010 wurde die Regel in ähnlichen Fällen beachtet, für das Jahr 2012 steht die Entscheidung noch aus.

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