Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  2. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  3. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  4. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  5. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  6. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  7. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  8. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  9. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  10. Papst Leo: „Diese vier Tage waren buchstäblich erfüllt mit vielen Segnungen, fast schon Wundern“
  11. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  12. Anerkanntes Wunder von Fulton Sheen: Baby nach 61 Minuten Atemstillstand lebt, heute kerngesund
  13. „Das Ende von Maria 2.0“
  14. Abtreibungsbefürworter begehen Farbanschlag auf Malteserklinikum in Flensburg
  15. 'Kirche casht ab' - Immer weniger österreichische Katholiken, immer mehr Millionen!

Zenit hat den Zenit hinter sich

13. Oktober 2011 in Weltkirche, 16 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Nach dem Chefredakteur kündigen auch die Sprachverantwortlichen des katholischen Nachrichtendienstes aus Rom. Von Guido Horst / Die Tagespost


Rom (kath.net/DieTagespost) Zenit, die etwas ungewöhnliche Nachrichtenagentur „über die Welt von Rom aus gesehen“, ist unter die Räder der Krise des Priesterordens der Legionäre Christi gekommen. Nachdem bereits der Chefredakteur und Gründer der in Rom angesiedelten Online-Agentur, der Spanier Jesus Colina, vor knapp zwei Wochen seinen Rücktritt erklärt hatte, sind ihm nun auch die verantwortlichen Redakteure der einzelnen Sprachenausgaben gefolgt: Gisele Plantec für die französische Ausgabe, Mirko Testa (Italienisch), Inma Álvarez (Spanisch), Karna Swanson (Englisch), Alexandre Ribeiro (Portugiesisch) und Tony Assaf (arabischer Dienst) haben den Geschäftsführer von Zenit, Alberto Ramírez Puig von den Legionären Christi, jetzt über ihr Ausscheiden informiert. Die Stelle eines verantwortlichen Redakteurs für die deutschsprachige Ausgabe ist derzeit vakant.

Damit ist die dem Vatikan nahe stehende Nachrichtenagentur Zenit zunächst einmal lahm gelegt. Insider gehen davon aus, dass der italienische Journalist Antonio Gasparri, der der Laiengemeinschaft der Legionäre, dem Regnum Christi, angehört, die Leitung von Zenit übernehmen wird. Ob es ihm aber gelingen wird, den katholischen Online-Dienst zu reaktivieren, wird in einschlägigen Kreisen bezweifelt. Der angeschlagene Ruf der Legionäre Christi fällt nun vollends auf Zenit, wobei die Agentur in den letzten Jahren auch ohne diese Komplikation bereits mit erheblichen Qualitätsmängeln zu kämpfen hatte.


Als Colina im Jahr 1997 Zenit gründete, bat er den damals bei Papst und Vatikan hoch im Kurs stehenden Orden der Legionäre Christi, die ordentliche Wiedergabe der katholischen Kirchenlehre in den Nachrichten der Agentur im Auge zu behalten. Zenit galt seither als den Legionären Christ „verbunden“. Der Dienst versandte seine E-mail-Nachrichten in den sieben Sprachenausgaben zuletzt an insgesamt 450 000 Abonnenten in der ganzen Welt. Für seine Verdienste wurde Jesus Colina in den Beraterkreis des Päpstlichen Medienrats aufgenommen.

Allerdings finanzierte sich Zenit aus Spenden. Die Abonnenten erhielten den Dienst kostenfrei. Nicht nur die Gewährleistung der katholischen Rechtgläubigkeit, auch die Regelung gewisser finanzieller Engpässe oblag schließlich den Legionären Christi. Die ungeheuerliche Lebensweise des Gründers der Legionäre Christi, Marcial Maciel, ist inzwischen bekannt. Bekannt war sie auch dem engsten Führungskreis der Legionäre Christi. Dass diese aber dem Zenit-Gründer Colina die Aufgabe zuschanzten, im Jahr 2004 ein Interview-Buch mit Maciel herauszugeben (Titel: „Christus ist mein Leben“ – im Buchhandel nicht mehr erhältlich), das einer vorweg genommen Seligsprechung des Gründers gleich kam, mag zu einem tiefen Vertrauensbruch geführt haben, als schließlich im Jahr 2006 die scheußlichen Vergehen Maciels ans Licht kamen. Im September diesen Jahres teilte die Ordensleitung der Legionäre Christi mit, dass sie nicht nur die finanzielle, sondern auch inhaltliche Verantwortung für Zenit übernehmen wolle, und forderte Colina auf, seinen Rücktritt als Chefredakteur des Dienstes zu erklären. Bei dieser Gelegenheit gab Colina gegenüber den Medien zum ersten Mal zu, dass die Art und Weise, wie ihm die Ordensleitung die Wahrheit über das Doppelleben Maciels vorenthielt, bei ihm persönlich zu einer tief sitzenden Entfremdung geführt habe. Colina baut nun einen neuen Nachrichtendienst mit Namen „Aleteia“ (Wahrheit) auf, der sich der Neuevangelisierung widmet. Die sechs leitenden Redakteure, die jetzt bei Zenit gekündigt haben, werden dort zum Teil wieder zu ihm stoßen.

Der deutschsprachige Informationsdienst von Zenit, den man kostenlos im Internet abonnieren konnte, fiel allerdings durch ein sagenhaft schlechtes Deutsch, eine völlig verspätete Übermittlung wichtiger Nachrichten, ein konfuses Redaktionskonzept sowie ein übermäßiges Abschreiben bei anderen katholischen Medien auf. Drei weibliche Personen, die den deutschsprachigen Dienst zuletzt betreuten, kündigten vor nicht allzu langer Zeit auf einen Schlag. Zenit war auf dem deutschsprachigen Nachrichtenmarkt keine „Größe“, sondern ein eher hobbymäßig betriebener Trittbrettfahrer-Journalismus ohne klares Profil. Ein von der Zenit-Mannschaft in Rom angebotener Online-Dienst mit Nachrichtenvideos aus dem Vatikan, H2O-News genannt, scheiterte völlig. Reinigungsprozesse auf dem Medienmarkt mögen für die direkt Betroffenen schmerzlich sein, dienen am Ende aber der inhaltlichen Profilierung.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Medien

  1. YouTube-Star "MrWissen2go" räumt Fehler bei Corona-Berichterstattung ein
  2. CSU-Generalsekretär Huber kritisiert den "Bayrischen Rundfunk" wegen Bericht über muslimische Mode
  3. Belgischer öffentlich-rechtlicher Sender lässt Moderatoren Marien- und Jesus-Statuen zertrümmern!
  4. Nach einseitig negativer Darstellung des Christentums – Programmbeschwerde an ZDF
  5. Welt: „Vorwurf der sexuellen Belästigung – ORF-Chef tritt mit sofortiger Wirkung zurück“
  6. Früherer Bundestagsvizepräsident Kubicki: „Der ZDF-Skandal muss politische Konsequenzen haben“
  7. Wenn das 'Drehbuch' schon vorher feststeht
  8. Gebetshaus Augsburg reagiert mit Stellungnahme auf ARD-Doku „Die hippen Missionare“
  9. Kardinal Müller: „Von Anfang an ist Radio Maryja zu einer Stimme in dieser modernen Wüste geworden“
  10. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen







Top-15

meist-gelesen

  1. Papst Leo: „Diese vier Tage waren buchstäblich erfüllt mit vielen Segnungen, fast schon Wundern“
  2. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  3. 'Putin ist auf dem besten Weg, in diesem Jahr mehr Christen zu töten als der ISIS'
  4. Der evangelischen Theologischen Hochschule Basel soll die Akkreditierung entzogen werden
  5. Über das Dämonische
  6. 'Kirche casht ab' - Immer weniger österreichische Katholiken, immer mehr Millionen!
  7. Wissen Sie, wer die Idee zum fünffarbigen Missionsrosenkranz hatte?
  8. 'Ich habe mich geirrt'
  9. Der Mensch als Mitarbeiter Gottes - Fortschritt ist kein Gottesersatz
  10. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  11. Der Katholik Tolkien wird in der anglikanischen Westminster Abbey ein Denkmal erhalten
  12. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  13. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  14. Was ich als Priester von Fulton Sheen gelernt habe
  15. Papst an Klausurschwestern: „Der Herr ruft euch, seine Zeuginnen in Stille, Kontemplation zu sein“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz