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'Das katholische Abenteuer geht weiter!'

10. Oktober 2011 in Deutschland, 10 Lesermeinungen
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„Deutschland pro Papa“-Veranstaltung in Berlin: Papst Benedikt und seine Wirkungen auf persönliche Lebenswege. - Ein Bericht von Bernhard Luthe


Berlin (kath.net) Warum lassen sich immer wieder Menschen auf dieses Abenteuer ein? Warum riskieren es auch heute Menschen um Jesu Christi willen ausgelacht oder verspottet zu werden? Warum werden auch heute immer wieder Christen durch ihre radikale Nachfolge zur Provokation für ihre Zeitgenossen? Warum wagen Menschen das katholische Abenteuer?

Dass das Bekenntnis zum katholischen Glauben zuweilen ein Abenteuer ist, bewiesen die Ausführungen der bekannten Publizisten Michael Hesemann, Matthias Matussek, Peter Seewald und Bernhard Meuser. Wohl selten hatte man vorher die Gelegenheit, diese vier erfolgreichen katholischen Autoren in einer Veranstaltung gemeinsam zu hören. „Deutschland pro Papa“ hat dies am vergangenen Samstag in Berlin möglich gemacht und die Veranstaltung so benannt: „Das katholische Abenteuer geht weiter!“

Die bekannten Buchautoren hatten den etwa 200 Gästen einen wahrhaft bunten Blumenstrauß an Erzählungen und Anekdoten mitgebracht. Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Vorsitzenden von „Deutschland pro Papa“, Bernhard Luthe, machte Michael Hesemann den Auftakt. Aus seinen Begegnungen mit dem Papstbruder Georg Ratzinger wusste er detailreich und humorvoll zu berichten, so dass sich der Zuhörer schnell in die Familie und die Heimat des Papstes einfühlen konnte („Mein Bruder, der Papst“).

Der Spiegel-Journalist Matthias Matussek servierte in seiner bekannten spritzigen und provokanten Art dem Publikum einen Vortrag, woraus klar wurde, dass Katholischsein alles andere als langweilig oder hinterwäldlerisch ist, sondern eben häufig eine abenteuerliche Wanderung durch den Sturm der Zeit („Das katholische Abenteuer – Eine Provokation“).

Peter Seewald schließlich lieferte einen interessanten und umfangreichen Beitrag zur Entstehung von „Salz der Erde“ und „Licht der Welt“. Nachdenklich und zuweilen fast besinnlich dachte Seewald zurück an seine persönlichen Begegnungen, die sein Leben so maßgebend verändern sollten, zunächst mit Kardinal Ratzinger („Salz der Erde“) und schließlich mit dem Papst („Licht der Welt“).


Zum Abschluss offenbarte Bernhard Meuser – im Gespräch mit K-TV-Chefredakteur Michael Ragg, der bei der Veranstaltung souverän als Moderator auftrat – Details zur Entstehung des Youcat. Atemlos lauschten die Zuhörer dieser unglaublich spannenden Erfolgsstory bis zur Herausgabe und zum Verkauf des Bestsellers „Youcat“, des Jugendkatechismus der Katholischen Kirche.

Wer den Heiligen Vater bis dato vielleicht „nur“ als Oberhaupt von 1,2 Milliarden Katholiken oder als brillanten Gelehrten gekannt hatte, der konnte an diesem Nachmittag durchaus neue Facetten dieses Pontifex Maximus kennenlernen. Gerade die so menschliche Seite dieses großartigen Petrusnachfolgers wurde den Zuhörern nahe gebracht: Seine Menschenfreundlichkeit und Güte, seine Bescheidenheit und Demut, seine Aufmerksamkeit und sein Einfühlungsvermögen, sein Humor und seine überaus feine, anteilnehmende Art.
Und dies sind nicht etwa neue Eigenschaften, die alle vier Buchautoren bei ihren Begegnungen persönlich erfahren konnten, sondern genauso war auch schon jener Joseph Ratzinger, der zu Unrecht von vielen publizierenden Kollegen als „Panzerkardinal“ oder als „Wachhund“ oder gar als der „Unbelehrbare“ beschrieben wurde.

Aus allen Reden wurde deutlich, wie sehr der Heilige Vater im Lebensweg dieser Männer eine positive Wendung herbeigeführt hat, wie sehr Benedikt XVI. wirklich ein sichtbares Werkzeug des Heiligen Geistes ist. Dass ein überzeugter Kommunist oder ein äußerst kirchenkritischer Journalist derart durch die Begegnung mit diesem Papst eine 180-Grad-Wendung vollzogen hat, darf schon als ein wunderbares Zeichen gewertet werden.

In allen Beiträgen wurde aber auch ersichtlich, dass die Mainstream-Medien nicht über unseren geliebten Heiligen Vater berichten, sondern quasi über eine Gestalt, die lediglich in den Köpfen vieler Journalisten existiert, die dem realen Papst noch nie richtig begegnet sind – sonst wären z.B. alle kritischen Artikel um den Papstbesuch in Deutschland vollkommen anders ausgefallen. Der einigermaßen wache Zeitgenosse weiß ohnehin, wer die wirklich „Unbelehrbaren“ unserer Zeit sind.

Aber es wäre wohl seltsam, wenn der Papst mit seiner Botschaft gerade in unserer Zeit nicht selber zur Provokation werden würde, wenn man an ihm keinen Anstoß nehmen würde. Denn das gab es schon einmal: „Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab.“ (Mt 13,57)

Warum aber lässt sich Papst Benedikt auf dieses Abenteuer ein? Warum geht er unbeirrt und treu weiter in den Fußstapfen seines Herrn und Meisters – allen Widerwärtigkeiten, Angriffen und Verleumdungen zum Trotz?

Weil er es als seine Lebensaufgabe ansieht: heiter und klar sowie unmissverständlich und vollständig die geoffenbarte Wahrheit zu verkünden. Der Cooperator veritatis hat selber von diesem Wagnis gesprochen: „Die Narrheit des Wahren heiteren Herzens ohne Abstriche zu wagen, scheint mir die Aufgabe für heute und morgen.“

Dass dieses Wagnis ein „außerordentliches Abenteuer“ sei, rief er einmal den Priesteramtskandidaten im Rom zu: „Und dieser Weg der Erkenntnis Gottes, der Liebesbeziehung zu Gott, ist das außerordentliche Abenteuer unseres christlichen Lebens, denn wir kennen in Christus das Antlitz Gottes – das Antlitz Gottes, der uns liebt bis zum Kreuz, bis zur Selbsthingabe.“ (Ansprache im römischen Priesterseminar am 20. Februar 2009). Aber er sprach auch vom „freudigen und erhebenden Abenteuer der Jüngerschaft“ (Homilie am Fest der Taufe des Herrn, 10. Januar 2010).

„Benedikt – wir lieben Dich!“: Dies verband die Redner auf der Bühne mit dem Publikum: Der Spruch auf dem Banner „Benedikt – wir lieben Dich!“, der in großen Lettern vor dem Rednerpult prangte, dürfte nicht nur den vier Rednern sowie dem Moderator und den Mitgliedern von „Deutschland pro Papa“ von Herzen gekommen sein, sondern auch eine unsichtbare aber geradezu spürbare Verbindungsschnur zu den Zuhörern gewesen sein. Und einen Vortrags-Marathon von über fünf Stunden klaglos durchzustehen, dies ist schon eine hervorragende Leistung. Dahinter muss mehr als nur Neugier oder Interesse stehen.

An diesem Nachmittag wurde nicht nur durch den intensiv und sympathisch erzählten Lebensweg unseres Heiligen Vaters gezeigt, dass das katholische Abenteuer weiter geht. Die Veranstaltung bürgte für den Titel des Nachmittags: „Das katholische Abenteuer geht weiter!“ – in der Tat. Wer einmal die „Narrheit des Wahren“ auch nur geahnt hat, der wird sich gerne auf das katholische Abenteuer einlassen.

Und das Finale des katholischen Abenteuers heißt: happy end. Denn selbst und gerade im Tod ist nicht alles aus. „Tod, wo ist dein Stachel?“ (1 Kor 15,55) – so dürfen Christen geradezu froh und herausfordernd fragen. Denn auch das ist uns verheißen: Das ewige Leben und die Heimat beim Himmlischen Vater – die nie endende Glückseligkeit. Das ist der Himmel. Wahrhaftig: „Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt, bei denen, die nach seinem ewigen Plan berufen sind;“ (Röm 8,28)

Deshalb lohnt sich das katholische Abenteuer allemal.

Berhard Luthe ist 3. Vorsitzender von "Deutschland pro Papa".

Foto: (c) kath.net/Lorleberg


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