04 Oktober 2011, 11:25
Lehmann greift Benedikt an: Der Dank wird durch solche Sprache schal
 
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Lehmann verteidigt und kritisiert die Rede von Freiburg von Papst Benedikt über die "kirchlichen Routiniers" und die "Agnostiker" und meint: "Der Dank wird durch eine solche Sprache schal. Schade!"

Frankfurt (kath.net/KNA) Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann hat den Appell des Papstes für eine «Entweltlichung» der katholischen Kirche verteidigt, aber auch zur Behutsamkeit gemahnt. Die Aufforderung von Benedikt XVI. während seiner Deutschlandreise in Freiburg sei auf «blankes Unverständnis» gestoßen, schreibt der Bischof von Mainz in einem Beitrag für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (Dienstag). Allerdings stehe hinter dessen Worten die Überzeugung, dass die Kirche zu weltlichen «verführerischen Mächten» Distanz wahren müsse, ohne sich aus der Verantwortung zu ziehen. «Man kann angesichts mancher Einwände gegen die Rede nur staunen, wie fremd und unbekannt dieses Verständnis der Kirche offenbar vielen geworden ist», so Lehmann.

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Mit Blick auf die Debatte um die Kirchensteuer erinnerte der Kardinal an die historischen Wurzeln der Abgabe. Sie sei im 19. Jahrhundert nicht von der Kirche, sondern von den Herrschenden eingeführt worden, damit die Kirche den Staat mit karitativer Arbeit unterstützen könne. Zuvor sei sie wegen der Säkularisierung «bettelarm» gewesen. Indes hatte Benedikt XVI. in seiner Freiburger Rede erklärt, die Enteignung von Besitz der Kirche habe zu deren «Läuterung und inneren Reform wesentlich beigetragen». Lehmann gab zu bedenken, dass hieraus auch Anweisungen abgeleitet werden könnten «für jene, die die Kirche nicht wohlwollend erneuern, sondern kleinkriegen und in ihren Möglichkeiten grundlegend schwächen wollen».

Lehmann betonte, dass der Papst in seiner Rede den karitativen Helfern in der Kirche ausdrücklich gedankt habe. Er kritisierte aber, dass Benedikt XVI. unmittelbar danach erklärte, Agnostiker, die aufrichtig Gott suchten, seien näher an dessen Reich «als kirchliche Routiniers, die in ihr nur noch den Apparat sehen, ohne vom Glauben berührt zu sein». «Der Dank wird durch eine solche Sprache schal. Schade!», so Lehmann.

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