Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  2. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  3. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  4. Die Mitwirkung der seligen Jungfrau Maria an der Erlösung
  5. Schwester Helen und angebliche Flirt-Fantasien der Dominikaner
  6. Papst verkündet neuen Friedensappell der Weltreligionen in Assisi
  7. NZZ: 'Die Kirchen arbeiten an der Ächtung der AfD mit'
  8. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  9. Forscher sprechen von neuen Beweisen für möglichen Fundort der Arche Noah
  10. Zehn Jahre Amoris laetitia: die Schule des Zuhörens
  11. Wir können NICHT schweigen!
  12. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare
  13. „Meine Lieben! Darum soll der Rosenkranz nicht vergessen auf dem Boden einer Schublade liegen“
  14. Papst Leo: 'Ehe offenbart etwas von Gottes Geheimnis'
  15. Christliche Eltern beten für den Mann, der ihre Töchter bei Autounfall tötete

Hungersnot in Somalia: Islamische Extremisten vereiteln Hilfe

24. Juli 2011 in Aktuelles, 9 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Zehntausende Kinder verhungern - Shabab-Miliz: Helfer sind „nicht willkommen“


Mogadischu/Nairobi (kath.net/idea) Die Hungerkatastrophe am Horn von Afrika weitet sich immer stärker aus. Mehr als 11,3 Millionen Menschen hungern. Am schlimmsten betroffen ist Somalia. In zwei Regionen im Süden des Landes haben die Vereinten Nationen die „Hungersnot“ ausgerufen. Täglich verhungern dort sechs von 10.000 Menschen; mehr als 30 Prozent der Kinder sind unterernährt. 3,8 Millionen der 8,7 Millionen Einwohner des Landes sind betroffen. Zehntausende, meist Kinder, seien bereits gestorben, erklärte der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe in Somalia, Mark Bowden.

Viele Hilfsorganisationen, darunter auch christliche, wollen zwar helfen, aber die radikal-islamische Terrororganisation Al Shabab, die weite Teile Somalias kontrolliert, sperrt sie aus. Sie seien „nicht willkommen“, erklärte jetzt Shabab-Sprecher Ali Mohammed Rage. Die UN-Erklärung sei falsch und „politisch motiviert“. Es gebe in Somalia keine Hungersnot, sondern lediglich eine Dürre. Damit änderte die Shabab-Miliz zum wiederholten Mal ihre Haltung.

Schon im Jahr 2009 hatte die Gruppe, die mit dem Terrornetzwerk El Kaida in Verbindung steht, einen Bann über nicht-islamische Hilfswerke verhängt. Betroffen war unter anderem das christlich-humanitäre Hilfswerk World Vision. Vor kurzem ließ Shabab verlauten, aufgrund der Not seien westliche Organisationen willkommen, solange sie rein humanitäre Arbeit leisteten und keine „hinterhältigen“ Ziele verfolgten.


Die Hilfsaktionen in Somalia sind laut UN die riskantesten weltweit. Das Welternährungsprogramm hat dort seit 2008 nach eigenen Angaben 14 Mitarbeiter verloren. Die Shabab-Miliz will das Land am Horn von Afrika von Christen „säubern“ und strebt danach, das islamische Religionsgesetz, die Scharia, durchzusetzen. In den vergangenen vier Jahren hat Shabab mehr als 18.000 Zivilisten getötet; eine Million Menschen mussten fliehen. Weniger als ein Prozent der Einwohner Somalias sind Christen, die übrigen meist Muslime.

World Vision: Schutz vor gewaffneten Gruppen verstärken

World Vision ist weiterhin in Gebieten Somalias tätig, die nicht von Shabab kontrolliert werden. Am stärksten betroffen seien aber die anderen Regionen. Dort lebten 2,8 Millionen von der Dürre betroffene Menschen. World Vision ruft die internationale Gemeinschaft auf, die Bemühungen zum Schutz der Helfer vor bewaffneten Gruppen zu verstärken. Seit mehr als 20 Jahren herrscht in Somalia Bürgerkrieg. Das Land gilt als unregierbar.

CDU-Politikerin: Banden tragen Mitschuld an Katastrophe

Gewiss trügen in Somalia diktatorische Regierungen, korrupte Verwaltungen und organisierte Banden eine Mitschuld an der Katastrophe, erklärt die entwicklungspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Sibylle Pfeiffer. „Aber wir dürfen nicht zulassen, dass die geplagten und hilflosen Menschen das ausbaden müssen“, fährt sie fort. Die Bundesregierung und die EU müssten die Soforthilfe verstärken und prüfen, wie der längerfristige Wiederaufbau der Land- und Viehwirtschaft gewährleistet werden könne.

Überfüllte Flüchtlingslager

Neben Somalia sind vier weitere Länder in der Region betroffen: Dschibuti, Äthiopien, Uganda und Kenia. Hunderttausende sind auf der Flucht. Das kenianische Flüchtlingslager Dadaab war für 90.000 Hilfesuchende ausgelegt; im Augenblick leben dort mehr als 400.000 Menschen; täglich kommen etwa 1.500 zusätzlich an. Dort ist auch die Diakonie Katastrophenhilfe (Stuttgart) aktiv. Einheimische Mitarbeiter versorgen ferner in einem Projekt in Somalia rund 18.000 Personen.

Äthiopien: 4,5 Millionen Hungernde

In Äthiopien hungern nach Angaben der christlichen Hilfsorganisation humedica (Kaufbeuren) rund 4,5 Millionen Menschen. Unter den 120.000 Menschen in den Auffanglagern von Dolo Ado sind zwei medizinische Hilfsteams in Partnerschaft mit der Kindernothilfe (Duisburg) tätig. Immer noch strömen täglich Kinder mit ihren Eltern nach bis zu 200 Kilometer langen Fußmärschen nach Dolo Ado.

„Geschenke der Hoffnung“ in Kenia aktiv

In den kenianischen Provinzen Wajir und Garissa hat das christliche Hilfswerk „Geschenke der Hoffnung“ (Berlin) mit Hilfsmaßnahmen für Hungerflüchtlinge begonnen. Dort gebe es bislang nur ein sehr begrenztes Hilfsangebot von der Regierung und anderen Organisationen, teilte Reinhard Scheumann, Leiter für den Bereich Internationale Projekte, mit. Mit den Kirchen vor Ort würden zusammen mit der internationalen Partnerorganisation „Samaritan’s Purse“ (Geldbeutel des Samariters) derzeit 2.100 Familien mit Lebensmitteln versorgt. Zum Transport von Hilfsgütern und Helfern verlegt der Missionsflugdienst MAF eine Maschine von Südafrika nach Kenia. Damit sind in dem ostafrikanischen Land sieben MAF-Flugzeuge stationiert.

Beten und spenden

Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben zu Spenden aufgerufen. „Millionen in Ostafrika sind nach mehreren ausbleibenden Regenzeiten am Ende ihrer Kräfte und leiden Hunger. Bitte nehmen Sie sich ihre Not zu Herzen: Schließen sie die Menschen in Ostafrika in ihr Gebete ein und unterstützen Sie die Hungernden mit ihren Spenden“, schreiben der EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf) und der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch (Freiburg), in einem gemeinsamen Aufruf.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Afrika

  1. Afrikas Bischöfe erklären Umgang mit Polygamie
  2. 'Wir sind bereit, willens und fähig, unsere große christliche Bevölkerung weltweit zu schützen!'
  3. Papst im Kongo eingetroffen
  4. 20 Tote bei islamistischem Terror-Angriff auf christliches Dorf in Nigeria
  5. Terrorismus breitet sich im Norden Mosambiks aus
  6. Kein Ende im orthodoxen Kirchenstreit um Afrika
  7. Äthiopien: Kämpfe um Tigray eskalieren
  8. Mosambik: Katechet rettet „Schatz“ seiner Pfarrei vor einem Terroranschlag
  9. Afrikanischer Kardinal: Christen sollen gegen ‚Homo-Ehe’ rebellieren
  10. Nigeria: 17-Jährige seit drei Jahren verschleppt







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Jakobsweg steuert auf neues Pilger-Rekordjahr zu
  3. Finnische Langzeitstudie: Anstieg an psychiatrischen Erkrankungen nach ‚Geschlechtsumwandlung‘
  4. Neuer Eichstätter Bischof Würtz will jetzt beim deutsch-synodalen Irrweg mitmachen
  5. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  6. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare
  7. US-Studie: Regelmäßiger Kirchgang sorgt für glücklichere Ehen und mehr Intimität
  8. USA: Monat des Respekts für das Leben im Zeichen des Kampfs gegen Abtreibungspillen
  9. Florentiner Klosterapotheke entwickelte eines der frühesten Cola-Rezepte
  10. Gericht in Tschechien rehabilitiert "Märtyrer-Kardinal" Trochta
  11. Thilo Sarrazin warnt vor Folgen der demografischen Entwicklung in Berlin
  12. Vatikan beendet Reflexionsprozess bei den Servi Jesu et Mariae
  13. „Meine Lieben! Darum soll der Rosenkranz nicht vergessen auf dem Boden einer Schublade liegen“
  14. Der verworfene Stein wurde zum Fundament: Gott wirft unser Leben niemals weg
  15. Papst ernennt Petersdom Nachfolger von Kardinal Gambetti

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz