Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nicht mehr ernst zu nehmen
  2. Der Vatikan ringt um die Definition der "Umweltsünde"
  3. Bischof Timmerevers legt sein Amt als Bischof von Dresden-Meißen nieder
  4. Die umstrittene Synodalkonferenz der Kirche in Deutschland wurde leise abgesagt
  5. Matthäi am Letzten will Bischof Feige nicht mehr
  6. Papst äußert sich skeptisch zu fundamentalen Risiken der KI
  7. US-Diözesen mit ungewöhnlich hoher Zahl an Priesterweihen
  8. ‚Tritt hinter mich!’ Der Weg des Messias führte über das Kreuz
  9. 'Ruft AfD-Wähler auf, sich die Kirchensteuer zu sparen'
  10. „Synodalität wird den Katholizismus zerstören“
  11. Regierung von Pennsylvania will Begriffe ‚Mutter‘ und ‚schwangere Frau‘ streichen
  12. Die konzilswidrige deutsche Synodalkonferenz
  13. Wenn die Erinnerung bleibt, aber der Glaube schwindet
  14. US-Diözese errichtet Pfarre, die dem Märtyrer Matthew Ayariga geweiht ist
  15. Musikvideo zeigt Frau bei ‚Abtreibungsritual‘ auf der Toilette

Angola: Anhaltender Bürgerkrieg in Cabinda

14. Juli 2011 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Rüstungshandel mit Angola verstößt gegen deutsche Exportrichtlinien


Göttingen (kath.net/GfbV) Die geplante Lieferung von Patrouillenbooten an Angola ist ein flagranter Verstoß gegen deutsche Rüstungsexportrichtlinien, kritisiert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). "Denn es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Angolas Marine die Schiffe auch für den Transport von Soldaten und Militärgütern in die umkämpfte ölreiche Exklave Cabinda einsetzt", sagte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius am Donnerstag in Göttingen. Zudem könnten die Schiffe für eine See-Blockade Cabindas eingesetzt werden. Eine Genehmigung des Rüstungsexports würde somit gegen die "Allgemeinen Prinzipien" der deutschen Rüstungsexportrichtlinien verstoßen. Demnach ist jede Lieferung verboten, wenn "hinreichender Verdacht" besteht, dass Rüstungsgüter zur internen Repression genutzt werden könnten. Gemäß den Rüstungsexportrichtlinien ist außerdem vor jeder Genehmigung die Menschenrechtslage besonders zu gewichten. In der ölreichen angolanischen Provinz Cabinda ist die Menschenrechtssituation katastrophal. Dort herrschen seit Jahrzehnten bürgerkriegsähnliche Zustände.


"Das geplante Rüstungsgeschäft erinnert fatal an den Verkauf von 39 Kriegsschiffen der NVA an Indonesien im Jahr 1993", sagte Delius. "Auch damals beruhigte die Bundesregierung Kritiker mit der Behauptung, die Schiffe würden nur zur Grenzsicherung eingesetzt. Von 1999 an kamen die ehemaligen DDR-Marineeinheiten jedoch nachweislich mehrfach beim Transport von Soldaten in Unruhegebiete auf Westpapua und Osttimor zum Einsatz."

In der ehemaligen portugiesischen Kolonie Cabinda, die heute eine Exklave Angolas ist und in der rund 360.000 Menschen leben, kämpfen seit 1960 mehrere Freiheitsbewegungen unter Einsatz von Waffen für einen unabhängigen Staat. Am 8. November 2010 wurden bei Kämpfen mit Aufstandsbewegungen zwölf angolanische Soldaten getötet. Am 2. und am 19. März 2011 wurden in der Republik Kongo zwei führende Vertreter der militärischen Flügel der Unabhängigkeitsbewegungen Cabindas unter mysteriösen Bedingungen entführt und ermordet. Weltweite Aufmerksamkeit erregte ein Anschlag mutmaßlicher Separatisten auf die Fußballmannschaft Togos beim Africacup im Januar 2010, bei dem mehrere Menschen getötet oder schwer verletzt wurden.

Die Menschenrechtsorganisation Mpalabanda wurde im Juli 2006 verboten, nachdem sie Menschenrechtsverletzungen der angolanischen Armee in Cabinda dokumentiert hatte. Seit Januar 2010 wurden mehrfach Menschenrechtler inhaftiert. Zurzeit betreibt Angola aktiv die Auslieferung des am 20. Juni 2011 in der Demokratischen Republik Kongo verhafteten Menschenrechtlers Agostinho Chicaia. Er ist ehemaliger Vorsitzender der Menschenrechtsorganisation Mpalabanda aus Cabinda.

Der Bürgerkrieg in Cabinda zählt zu den vergessenen Konflikten Afrikas. Angolas Regierung versucht den Eindruck zu erwecken, dass in der wegen ihrer Öl-Produktion bedeutenden Provinz Frieden herrscht. Zwar unterzeichnete eine Splittergruppe der Unabhängigkeitsbewegung 2006 ein Friedensabkommen. Es wurde jedoch von allen maßgeblichen Kräften in Cabinda abgelehnt. Proteste gegen den Friedensvertrag wurden gewaltsam niedergeschlagen und Menschenrechtsgruppen verboten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Afrika

  1. Afrikas Bischöfe erklären Umgang mit Polygamie
  2. 'Wir sind bereit, willens und fähig, unsere große christliche Bevölkerung weltweit zu schützen!'
  3. Papst im Kongo eingetroffen
  4. 20 Tote bei islamistischem Terror-Angriff auf christliches Dorf in Nigeria
  5. Terrorismus breitet sich im Norden Mosambiks aus
  6. Kein Ende im orthodoxen Kirchenstreit um Afrika
  7. Äthiopien: Kämpfe um Tigray eskalieren
  8. Mosambik: Katechet rettet „Schatz“ seiner Pfarrei vor einem Terroranschlag
  9. Afrikanischer Kardinal: Christen sollen gegen ‚Homo-Ehe’ rebellieren
  10. Nigeria: 17-Jährige seit drei Jahren verschleppt






Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  3. Jüngerschaft in Wien und darüber hinaus
  4. ‚Wir steuern auf eine Katastrophe zu‘: Warnung vor gescheiterter Integration in Deutschland
  5. Polizei in Papst-Städtchen auf E-Bikes im Einsatz
  6. ‚Tritt hinter mich!’ Der Weg des Messias führte über das Kreuz
  7. Goethes Lieblingsheiliger: Ein Meister der Freude und der Seelenschau
  8. Papst erlässt neues Verfahren zu Absetzung ostkirchlicher Patriarchen
  9. Papst äußert sich skeptisch zu fundamentalen Risiken der KI
  10. Papst Leo XIV. beruft obersten Kolumbusritter in den Vatikan
  11. Nur der Weg der Liebe ist der Weg des Lebens
  12. US-Diözesen mit ungewöhnlich hoher Zahl an Priesterweihen
  13. USA: Rosenkranz-Teams besuchen Altersheime
  14. Die Vision der Hölle und warum wir dringend die Göttliche Barmherzigkeit anrufen sollten
  15. Papst würdigt Norwegens König Harald für "hingebungsvollen Dienst"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz