23 Mai 2011, 14:26
Europa: Wirkliche Einheit gründet in der Achtung der Würde
 
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Benedikt XVI. an die Delegationen von Makedonien und Bulgarien: das Fundament der tiefen Einheit Europas ist als das natürliche Sittengesetz in das Herz eines jeden Menschen eingeschrieben. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Anlässlich der Feiern zum orthodoxen liturgischen Gedenken der heiligen Cyrill und Methodius, Patrone Europas, empfing Papst Benedikt XVI. am heutigen Montag Vormittag die Delegationen von Makedonien und Bulgarien in getrennten Audienzen. Dabei betonte der Papst die Bedeutung der Slawenapostel für Geschichte und Gegenwart des europäischen Kontinents. Benedikt XVI. erklärte, dass sich die Einheit der Völker Europas nicht aus wirtschaftlichen Interessen ergebe, sondern aus den christlichen Wurzeln.

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Gegenüber der Delegation von Makedonien unter der Leitung des Staatspräsidenten Gjorge Ivanov betonte der Papst, dass der Festtag der Patrone Europas für alle Grund zu großer Freude sei. Cyrill und Methodius seien von der Leidenschaft beseelt gewesen, die Menschen das Evangelium Christi kennenlernen zu lassen. Hierzu hätten sie sich darum bemüht, die Lehre Christi in Büchern slawischer Sprache zu sammeln. Dabei habe es sich um ein entscheidendes Ereignis für das Wachstum und die Entwicklung der slawischen Zivilisation und Kultur gehandelt.

Indem die Völker den Heilsplan Gottes annähmen, so Benedikt XVI. weiter, sei es möglich, die Fundamente neu zu finden, auf denen eine Kultur und eine Gesellschaft errichtet werden könnten, die von einem Geist der Versöhnung und des friedlichen Zusammenlebens durchrungen seien. Es gebe keine wirkliche Einheit ohne die Achtung der Würde einer jeden Person und ihrer unveräußerlichen Rechte. Das Evangelium sei in der Lage, jeden Bereich und jede Dimension der menschlichen Erfahrung zu erhellen, um sie in Fülle menschlich zu gestalten.

„Das Wort Gottes ruft stets zur Umkehr der Herzen auf“, so der Papst abschließend, „damit jede Entscheidung, jede Wahl von egoistischen Interessen gereinigt werde. Gerade aus dieser ständigen Umkehr zu Gott ist es möglich, eine neue Menschheit entstehen zu lassen“.

Die Delegation der Republik Bulgarien wurde von der Präsidentin des Parlaments, Tsetska Tsacheva, geleitet. In seiner Ansprache an die Obrigkeiten und Vertreter der orthodoxen Kirche des Landes unterstrich Benedikt XVI. erneut die geistliche und kulturelle Bedeutung der heiligen Patrone des alten Kontinents, „Pioniere der Evangelisierung Europas“, deren Gestalten sowohl im Westen wie im Osten verehrt würden. Dank ihrer Verkündigung hätten sie eine breite geistliche Erneuerung begünstigt und als „lebendige Evangelien“ die Grundlagen für eine echte Förderung der Freiheit und der Einheit des christlichen Europas geschaffen.

Den Völkern Europas, für die sich in diesen Jahren neue Perspektiven der Kooperation erschließen würden, würden die heiligen Cyrill und Methodius in Erinnerung rufen, „dass ihre Einheit fester sein wird, wenn sie auf den gemeinsamen christlichen Wurzeln gründet“. In der komplexen Geschichte Europas bilde das Christentum ein zentrales und qualifizierendes Element: „Der christliche Glaube hat die Kultur des Alten Kontinents geformt“, so Benedikt XVI., „und sich unauflöslich mit seiner Geschichte verwoben, bis zu dem Punkt, dass diese nicht verstehbar wäre, ohne auf die Umstände Bezug zu nehmen, die zuerst die große Zeit der Evangelisierung und dann die langen Jahrhunderte ausgezeichnet haben, in denen das Christentum eine immer bedeutendere Rolle übernommen hat“.

Aus diesem Grund sei es wichtig, dass Europa auch in der geistlichen Dimension wachse. Die Einheit des Kontinents repräsentiere eine Perspektive großer Hoffnung, so der Papst: „Die Europäer sind dazu aufgerufen, sich dafür einzusetzen, die Bedingungen eine tiefen Kohäsion und einer effektiven Zusammenarbeit unter den Völkern zu schaffen“.

Um das neue Europa auf festen Fundamenten zu errichten, „reicht es nicht, sich allein auf wirtschaftliche Interessen zu berufen. Es ist vielmehr notwendig, die echten Werte hervorzuheben, deren Grund im universalen Sittengesetz liegt, das im Herzen eines jedem Menschen eingeschrieben ist“.


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