Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vom Elend der Fürbitten
  2. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  3. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  4. Der entschärfte Gott
  5. Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach
  6. EuGH-Urteil: Deutscher Kirchenaustritt kein automatischer Kündigungsgrund
  7. Botschaft von Papst Leo zum 10. Jahrestag des nachsynodalen Apostolischen Schreibens Amoris Laetitia
  8. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  9. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  10. "Die Zahl der Seminaristen ist im Bistum Chur leider sehr klein geworden"
  11. Theologe Thomas Söding: „Es braucht eine katholische Internationale!“
  12. Peinlich - Deutsche Protestanten glauben mehrheitlich nicht an den dreieinigen Gott
  13. Realitätsverlust im Bistum Chur
  14. Muslime wählen SPD und Linke, Christen wählten CDU
  15. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!

Vor 100 Jahren starb Gustav Mahler

28. Mai 2011 in Chronik, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der bedeutende Komponist und gefeierte Dirigent (1860-1911) konvertierte vor seiner Berufung an die Wiener Oper zum Katholizismus - "Kathpress"-Hintergrundbericht von Robert Mitscha-Eibl


Wien (kath.net/KAP) Der Todestag Gustav Mahlers jährte sich zum 100. Mal (7. Juli 1860 bis 18. Mai 1911). Das aus Mähren stammende Musikgenie war nicht nur einer der bedeutendsten Komponisten der Spätromantik, sondern auch einer der berühmtesten Dirigenten seiner Zeit und als Operndirektor vor allem in seiner Wiener Ära zwischen 1897 und 1907 ein bedeutender Reformer des Musiktheaters.

"Statt eines Ganzen, Abgeschlossenen, wie ich geträumt, hinterlasse ich Stückwerk, Unvollendetes: Wie es dem Menschen bestimmt ist": Mit diesen Worten verabschiedete sich Mahler von den "geehrten Mitgliedern der Hofoper" im Dezember 1907 in Wien und wechselte an die aufstrebende Metropolitan Opera in New York. Damit endete ein künstlerisch ergiebiges Jahrzehnt, das mit Wagners Lohengrin am 11. Mai 1897 glanzvoll begonnen hatte.

Gustav Mahler wurde als Spross einer jüdischen Familie 1860 in Kalischt geboren und wuchs im nahe gelegenen Iglau (heute: Jihlava) auf. Schon während seiner Schulzeit wird sein musikalisches Talent erkannt und gefördert. Nach der Ausbildung am Wiener Konservatorium ab 1875 und an der Wiener Universität u.a. als Schüler Anton Bruckners beginnt Mahler eine Dirigentenlaufbahn, die ihn über die Stationen Bad Hall (ab 1880) Laibach, Olmütz, Kassel, Prag, Leipzig, Budapest und Hamburg auf den prestigeträchtigen Posten des Kapellmeisters und kurz darauf Direktors der Hofoper in Wien führte.

Als ihr künstlerischer Leiter begann Mahler mit unermüdlicher Energie die Hofoper zu erneuern. Szenisch - mit seinem kongenialen Partner, dem Bühnenbildner Alfred Roller - und musikalisch. Er verjüngte das Ensemble und trieb seine Sänger unerbittlich zu musikalischen und darstellerischen Leistungen, die seiner Vision des Gesamtkunstwerks Oper nahe kamen. Mit seinem Ensemble mit Sängergrößen wie Anna von Mildenburg, Leo Slezak oder Marie Gutheil-Schoder erwarb sich Mahler europaweiten Ruhm und festigte Wiens Ruf als Welthauptstadt der Musik.


Konversion von Judentum zum Katholizismus

Gegenstand von Spekulationen war immer wieder seine Konversion vom Judentum zum Katholizismus, die seiner Berufung nach Wien unmittelbar vorausging. Mahler hatte schon in seiner Jugendzeit mit dem Christentum sympathisiert, und seine Konversion war vermutlich nicht nur ein Zugeständnis an sein Dirigentenamt in der katholisch dominierten Habsburger-Metropole, sondern auch Glaubenssache. Jedenfalls wurde Mahler in der letzten Phase seiner Hamburger Zeit, am 23. Februar 1897, in der St. Ansgar-Kirche der Hansestadt, getauft, kurz nachdem seine Kontakte in Richtung Wien begonnen hatten.

Mit antisemitischen Kampagnen war Mahler schon als 25-jähriger in seiner Kasseler Kapellmeisterzeit konfrontiert worden. Dort hieß es in einer Lokalzeitung, "der Jude Mahler" spiele nunmehr die erste Geige, statt besser geeigneter "deutscher" Kandidaten. Auch später war er mehrfach mit subtilem Antisemitismus konfrontiert. Mahler selbst empfand seine jüdische Herkunft als Belastung, die er zwar nie versteckte, aber sie habe ihm - wie er einmal bekannte - auch "keine Freude gemacht". Auch seine Konversion ebnete nicht alle Wege: Mit Siegfried und Cosima Wagner seit 1883 bekannt, wurde der weltberühmte Dirigent und Interpret viele Wagner-Opern doch niemals nach Bayreuth eingeladen. Für die deutschtümelnde Witwe und Verwalterin der Wagnerschen Erbes in Bayreuth, Cosima, blieb Jude nun einmal Jude.

Mahlers religiöse Überzeugungen lassen sich kaum auf eine schlichte konfessionelle Formel bringen. Seine Weltanschauung war von naturreligiösen und philosophischen Theorien geprägt. In seinem Schaffen wurde jedenfalls immer wieder ein großes Interesse an religiösen Themen deutlich, etwa in der in Hamburg entstandenen zweiten Symphonie: Das in mehreren Etappen entstandene Werk erhielt seinen Titel "Auferstehungs-Symphonie" durch die Vertonung der Klopstock Ode "Auferstehn", die Mahler beim Begräbnis des großen Dirigenten Hans von Bülow im Jahre 1894 erstmals hörte. Mahler schilderte diesen einzigartigen Fall einer genau datierbaren und lokalisierbaren Inspiration zu einem großen Werk am Vormittag des 29. März 1894 in der Hamburger Michaeliskirche geradezu als musikalisch-mystischen Moment: "Wie ein Blitz traf mich dies und alles stand ganz klar und deutlich vor meiner Seele! Auf diesen Blitz wartet der Schaffende, dies ist die 'heilige Empfängnis'! ... Und doch - hätte ich dieses Werk nicht schon in mir getragen - wie hätte ich das erleben können? Saßen doch Tausende mit mir in jenem Momente in der Kirche!"

Blütezeit der Wiener Oper

Von Kaiser Franz Joseph I. zum "artistischen Direktor" des damals größten Theaters, der Wiener Hofoper, ernannt, erfüllten sich hier Mahlers nicht nur künstlerische Sehnsüchte nach der Realisierung eines Gesamtkunstwerkes Oper, sondern auch seine privaten. Im März 1902 heiratete er in der Karlskirche die beträchtlich jüngere Alma Schindler, die spätere Alma Mahler-Werfel. Obwohl diese selbst Künstlerin war und im Umfeld von Gustav Klimt und Max Klinger aufgewachsen war, bestand Mahler darauf, dass Alma sich nur mehr ihren Aufgaben als Ehefrau und Mutter der beiden Töchter Maria Anna (*1902) und Anna Justine (*1904) widmete. Die Familie lebte in der Auenbruggergasse im 3. Wiener Gemeindebezirk in einem vom Jugendstil-Architekten Otto Wagner erbauten Haus und war eine Fixgröße im gesellschaftlichen Leben der Donaumetropole.

1907 gibt Mahler seine Stellungen in Wien resigniert auf, als er sich Intrigen und einer Kampagne in der Presse - mit zum Teil antisemitischem Hintergrund - ausgesetzt sieht. Im gleichen Jahr stirbt seine älteste Tochter, bei ihm selbst wird ein Herzfehler diagnostiziert. 1908 wird Mahler Dirigent an der New Yorker "Met", 1911 kehrt er - an einer Infektion schwer erkrankt - nach Europa und Wien zurück. Hier stirbt er im selben Jahr an einer Blutvergiftung in einem Sanatorium.

Die Nationalsozialisten zählten Mahlers Werke zur "entarteten" Kunst, verboten jegliche Aufführungen. Eine nachhaltige Mahler-Renaissance setzte erst mehr als 50 Jahre nach Mahlers Tod in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein.

Die Österreichische Mediathek des Technischen Museums Wien nimmt den 100. Todestag Mahlers zum Anlass, eine Webausstellung mit Einspielungen von Sängern/innen des Hofopernensembles der Wiener Ära des Dirigenten zu gestalten: Schellack-Aufnahmen der Jahre 1902 bis 1912 sind online abrufbar unter www.mediathek.at .

Copyright 2011 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Musik

  1. Neuer Hit: „Für dich gehe ich das volle Risiko ein“
  2. "Der Wind dreht sich. Es gibt immer mehr Menschen, die sich die Frage nach Gott stellen"
  3. „Driving home for Christmas“ – Nun ist Chris Rea auf dem Weg in seine ewige Heimat
  4. Christlicher Prediger warnt vor neuem Taylor Swift-Album
  5. Familienmusical „Pauline – Mut verändert die Welt“ startet im April
  6. ‚Zwingt mich nicht, da hinunter zu kommen’
  7. "For God is with us"
  8. Christliche Country-Musikerin Loretta Lynn gestorben
  9. Erstmals christliches Musikfestival in Sanremo
  10. Beethoven war "religiös mit fast missionarischem Anliegen"






Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDE-DEADLINE - 25. MÄRZ!!!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
  4. Realitätsverlust im Bistum Chur
  5. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  6. Heimisch sein im Vatikan - Papst Leo XIV. wohnt wieder in der klassischen Papstwohnung
  7. Vom Elend der Fürbitten
  8. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  9. Einladung zur Novene zum Hl. Josef
  10. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  11. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  12. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  13. Papst bezieht diesen Samstag seine Wohnung im Apostolischen Palast
  14. Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach
  15. Der entschärfte Gott

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz