21 Mai 2011, 14:35
Seht ihr Zeichen, die wir aufmerksamer beachten müssten?
 
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Um 13:11 Uhr am Samstag, den 21. Mai, sprach Papst Benedikt XVI. via Satellit mit der Besatzung der Internationalen Raumstation ISS. Fünf Fragen zu den großen Themen, die die Welt bewegen. Von Armin Schwibach kathTube: Video

Rom (kath.net/as) Am heutigen Samstag um 13:11 Uhr hat sich Papst Benedikt XVI. via Satellit mit der Internationalen Raumstation ISS verbunden und rund 20 Minuten mit den Astronauten in „IFC“ (In-Flight Call) gesprochen. Der Papst saß in der „Sala Foconi“ der Apostolischen Bibliothek an einem Schreibtisch vor einem Fernsehschirm, auf dem er die Besatzung der ISSN sehen konnte. Die offizielle Sprache des „Papal Call“, wie er von der europäischen Raumfahrtagentur ESA genannt wurde, war Englisch. Zum Schluss wandte sich Benedikt XVI. an die an Bord anwesenden italienischen Astronauten Roberto Vittori und Paolo Nespoli in deren Muttersprache. Der Papst sah die Astronauten auf dem Bildschirm, während diese ihn nicht sehen, sondern nur seine Stimme hören konnten.

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Nach einem kurzen einleitenden Grußwort wandte sich der Papst mit fünf Fragen an die Besatzung. Der Zeitunterschied, mit dem die Fragen vom Vatikan in die ISS in 400 Kilometer Höhe übertragen wurden, belief sich auf fünf Sekunden. In den zwanzig Minuten des Gesprächs legte die Raumstation mehr als 8.000 Kilometer zurück.

Benedikt XVI. brachte gegenüber den Astronauten seine Freude über die Gelegenheit des Gesprächs während ihrer Mission zum Ausdruck. Die Menschheit stehe in einem Zeitalter des äußerst schnellen Fortschrittes, so der Papst. In diesem Sinn repräsentierten die Astronauten alle Menschen, die auf der Suche nach neuen Räumen und Möglichkeiten für die Zukunft seien und dabei jenseits der Grenzen des alltäglichen Lebens gingen: „Wir alle bewundern sowohl euren Mut als auch die Disziplin und Hingabe, mit der ihr euch auf diese Mission vorbereitet habt. Wir sind überzeugt, dass ihr von edlen Idealen inspiriert seid und die Absicht habt, die Ergebnisse eurer Forschungen und Entdeckungen der ganzen Menschheit und für das Gemeinwohl zur Verfügung zu stellen.

In seiner ersten Frage ging Benedikt XVI. von der besonderen Position der Raumstation aus, die mehrmals am Tag über die verschiedenen Kontinente und Nationen der Erde fliege. Dabei müsse es besonders offensichtlich werden, wie absurd es sei, dass sich die Menschen gegenseitig bekämpfen und töten. „Wenn ihr die Erde von dort oben betrachte, wundert ihr euch über die Art und Weise, wie Nationen und Völker hier unten zusammenleben, oder fragt ihr euch, wie die Wissenschaft ihren Beitrag zur Sache des Friedens leisten kann?“

Die zweite Frage betraf die Verantwortung des Menschen für die Zukunft des Planeten. Benedikt XVI. erinnerte an seine häufig geäußerte Sorge um das Umweltproblem und das Überleben der künftigen Generationen und fragte die Astronauten, wie sie von ihrer außerordentlichen Warte aus das Problem sähen: „Seht ihr Zeichen oder Phänomene, die wir aufmerksamer beachten müssten?“

Die Erfahrung eines Astronauten sei außerordentlich und sehr wichtig. Somit stelle sich die Frage, worin die Astronauten bei ihrer Rückkehr zur Erde die wichtigste Botschaft sähen, die sie den Menschen und besonders den Jugendlichen vermitteln möchten, die in einer Welt lebten, die sehr von den Erfahrungen und Entdeckungen der Astronauten beeinflusst werde.

Mit seiner vierten Frage ging der Papst von dem „faszinierenden Abenteuer der Erforschung des Weltalls“ aus. Dabei stelle sich auch die Frage nach dem Ursprung und der Bestimmung des Universums und der Menschheit. Benedikt XVI. erinnerte an eine Medaille mit der Darstellung der „Schöpfung“ Michelangelos, die er dem italienischen Astronauten Roberto Vittori vor der Mission gegeben hatte und die er nach dessen Rückkehr als Andenken an diese denkwürdige Konversation aufbewahren will: „Haltet ihr bei eurer intensiven Arbeit und Forschung je ein und denkt darüber nach, oder betet ihr sogar zum Schöpfergott? Oder wird es einfacher für euch sein, über diese Dinge nach eurer Rückkehr auf die Erde nachzudenken?“.

Schließlich sprach Benedikt XVI. dem zweiten italienischen Astronauten, Paolo Nespoli, seine Anteilnahme zum Tod seiner Mutter aus, die in diesen Tagen verstorben ist, und erkundigte sich, wie er diese Zeit des Schmerzes verbracht habe: „Fühlt ihr euch in eurer Station fern und isoliert und leidet ihr an der Trennung, oder seid ihr untereinander vereint und in eine Gemeinschaft eingegliedert, die euch aufmerksam und zuneigungsvoll begleitet?“

Nespoli dankte dem Papst für sein Interesse und der europäischen Raumfahrtagentur dafür, dass es ihm ermöglicht worden sei, in den letzten Stunden mit seiner Mutter in Verbindung zu sein. Auch seine Kollegen hätten ihn nach der traurigen Nachricht unterstützt.

Abschließend dankte der Papst erneut für die „wunderbare Gelegenheit, euch zu begegnen und mit euch zu sprechen“: „Ihr helft mir und anderen Menschen, zusammen über die wichtigen Probleme nachzudenken, welche die Zukunft der Menschheit betreffen. Ich wünsche auch das Beste für eure Arbeit und für den Erfolg eurer großen Mission im Dienst der Wissenschaft, der internationalen Zusammenarbeit, des echten Fortschritts und für den Frieden in der Welt“.

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