18 Mai 2011, 09:21
Forschungsprojekt: Der Mensch ist von Natur aus religiös
 
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Internationale Studien zeigen: Menschen haben eine eingebaute Neigung, an Gott und ein Leben nach dem Tod zu glauben.

Oxford (kath.net/idea) Menschen sind von Natur aus religiös. Sie haben eine eingebaute Neigung, an Gott und ein Leben nach dem Tod zu glauben. Das ist die Schlussfolgerung aus einem internationalen Forschungsprojekt, das zwei Wissenschaftler von der englischen Universität Oxford federführend über drei Jahre mit einem Aufwand von 2,2 Millionen Euro durchgeführt haben. Beteiligt an dem Projekt „Erkennen, Religion und Theologie“ waren 57 Forscher, die mehr als 40 Studien in 20 religiös und atheistisch geprägten Ländern produzierten.

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Das menschliche Denken ist darauf ausgerichtet, die Welt in einer religiösen Dimension zu sehen. Das sagte Co-Direktor, der Philosophieprofessor Roger Trigg, bei der Vorstellung der Untersuchung. Es wäre jedoch zu einfach zu behaupten, dass der Mensch darauf „programmiert“ sei, an Gott zu glauben. Äußere Einflüsse – etwa die Kultur – spielten auch eine Rolle. Der übernatürliche Instinkt sei auch keineswegs auf den Glauben an einen Gott beschränkt; es könnten auch viele Götter sein.

Kinder trauen Gott alles zu

In einer Studie nahm der Projektleiter, der Philosophieprofessor Justin Barrett, die religiöse Einstellung von Kleinkindern unter die Lupe. Bis etwa zum vierten Lebensjahr glaubten sie, dass sowohl ihre Mutter wie auch Gott übermenschliche Fähigkeiten besitzen, also etwa den Inhalt einer verschlossenen Schachtel sehen können. Später zweifelten sie eher daran, dass ihre Mütter dies erkennen können, aber Gott trauten sie es weiterhin zu.

In China und Nordirland glauben die meisten Menschen instinktiv, dass die Seele oder der Geist des Menschen nach dem Tod weiterlebt. Sie dächten „dualistisch“, so die Forscher, glaubten also, dass Körper und Seele verschieden sind.

Religion beeinflusst öffentliches Leben

Wir Barrett erläuterte, sei es den Forschern nicht um einen Gottesbeweis gegangen. Dass es den Menschen leichter falle, auf eine bestimmte Art zu denken, bedeute nicht, dass dies auch die Wahrheit sei.

Man habe aber festgestellt, dass Religion immer einen Einfluss auf das öffentliche Leben habe. Gläubige Menschen hielten eher zusammen und stützten die Gesellschaft. Es scheine, dass Religion weniger in einer städtischen Umgebung in Industrieländern floriere. Dort gebe es bereits ein starkes soziales Netz.

Foto: (c) kathpedia; Hll. Monica und Augustinus



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