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Selbsttötung: Gunter Sachs ist kein 'Held'

12. Mai 2011 in Aktuelles, 19 Lesermeinungen
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Alexander Kissler: Wird es künftig heißen „Mach doch den Sachs“?


Berlin (kath.net/idea) Der „egoistische Abschied“ des Unternehmers, Fotografen und Lebemanns Gunter Sachs taugt nicht zum Vorbild und zur Heroisierung. Diese Ansicht vertritt der Kulturjournalist Alexander Kissler (München) in einem am 11. Mai veröffentlichten Beitrag im Online-Magazin „The European“ (Berlin).

Der 78-jährige Sachs hatte sich am 7. Mai in seinem Haus im schweizerischen Gstaad erschossen. In seinem Abschiedsbrief begründete er seinen Freitod mit Hinweisen auf eine Alzheimer-Erkrankung: „In den letzten Monaten habe ich durch die Lektüre einschlägiger Publikationen erkannt, an der ausweglosen Krankheit A. zu erkranken.“ Weiter schrieb er: „Der Verlust der geistigen Kontrolle über mein Leben wäre ein würdeloser Zustand, dem ich mich entschlossen habe, entschieden entgegenzutreten.“


Kissler dazu in seinem Kommentar: „Traurig, nicht heroisch ist diese Alterspanik.“ Für Sachs sei Menschenwürde an Denkvermögen gekoppelt gewesen. „Insofern dachte er soziobiologisch. Würde war ihm nicht die unverlierbare Beigabe zur menschlichen Existenz, sondern eine Leistung, die es intellektuell zu verdienen galt, die auch verspielt werden konnte.“ Kissler hält dies für einen „traurigen und verbreiteten Kurzschluss in einer Gesellschaft, die das Gehirn verherrlicht, die Seele verleugnet und den Menschen als Kostenstelle und Genpool missversteht“. Sachs habe vor einer als mitleidlos erfahrenen Gesellschaft kapituliert, „deren Normen er so stark verinnerlicht hatte, dass er deren destruktive Widersprüche übersah“. Kissler fragt, ob man künftig den Satz hören wird „Mach doch den Sachs“, wenn Alzheimer diagnostiziert werde.



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