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Erwin Gatz gestorben

9. Mai 2011 in Weltkirche, 4 Lesermeinungen
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Der bekannte deutsche Kirchenhistoriker ist am Sonntag in Alter von 78 Jahren gestorben. Gatz war über 35 Jahre lang Rektor am deutschen Priesterkolleg Campo Santo Teutonico in Rom und Dozent an der Gregoriana.


Rom (kath.net)
Der bekannte deutsche Kirchenhistoriker Erwin Gatz ist am Sonntag in Alter von 78 Jahren gestorben. Dies wurde am Montag in Rom bekannt. Gatz erlitt bei einem Ausflug einen Herzstillstand und starb in einem Krankenhaus.

Der Kirchenhistoriker war von 1975 bis 2010 Rektor des deutschen Priesterkollegs Campo Santo Teutonico in Rom und als Gastprofessor an der Päpstlichen Universität Gregoriana tätig. Der Campo Santo Teutonico ist der "deutsche Friedhof" in Rom, zu dem auch die Kirche Santa Maria della Pietà, das Priesterkolleg und das Römische Institut der Görres-Gesellschaft gehören. Der Theologe hat zahlreiche Werke publiziert und war auch geschäftsführender Direktor des Römischen Instituts der Görres-Gesellschaft. Papst Benedikt XVI. ernannte Gatz im Jahr 2008 zum Apostolischen Protonotar.


Seine zahlreichen wissenschaftlichen Forschungen machten Gatz zu einem festen Bezugspunkt für die kirchengeschichtliche Forschung und Lehre. Mit seinen Veröffentlichungen in der deutschsprachigen Ausgabe des "L'Osservatore Romano" bot er zudem einem breiten Publikum besondere Einblicke in die Geschichte der Kirche von Rom und Italien.

2010 hatte Gatz in einem Gespräch mit der ARD die von einigen Medien angeheizte Zölibatsdiskussion kritisiert und als hysterisch bezeichnet. Wörtlich sagte Gatz damals: "Natürlich verfolgen wir die Diskussion in Deutschland. Zum Teil ist sie ja ein bisschen hysterisch. Das Beunruhigendste an der ganzen Sache ist nicht, das hie und da mal ein Priester einen Fehltritt macht, was, gemessen an anderen Bevölkerungsgruppen, ja relativ selten vorkommt, sondern, dass die Masse der katholischen Bevölkerung nicht mehr für den Pflichtzölibat ist. Sie ist zwar für den Zölibat, aber als Wahlmöglichkeit. Und das beunruhigt uns am meisten. Denn die Atmosphäre, aus der die künftigen Priester heraus kommen, ist nicht mehr so gegeben wie früher. Als ich mich vor über 60 Jahren langsam dem Gedanken annäherte, Priester zu werden, hat die große Mehrheit dem Pflichtzölibat noch zugestimmt. Und das ist heute nicht mehr der Fall.“

Kathpedia: Erwin Gatz


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