Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  2. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  3. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  4. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  5. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  6. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  7. Katholische Kirche in Island hilft Menschen mit homosexuellen Neigungen enthaltsam zu leben
  8. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  9. Beschließen ohne zu entscheiden?
  10. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  11. Niedersachsen plant Religionsunterricht ohne Gott!
  12. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  13. Exorzismus-Experte: Aktuelle Weltlage nicht nur Werk des Bösen
  14. "Herr Kardinal Parolin, wieviele zehntausende Tote brauchen Sie noch im Iran, bis Sie aufwachen?"
  15. Die Nazi-Projektion

Ostergedanken eines Märtyrers

21. April 2011 in Spirituelles, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Alois Andritzki, Priester aus Meißen, wird an Pfingsten selig gesprochen. Er hat im KZ Dachau eine Betrachtung zu Ostern niedergeschrieben. Von Marcus Knaup


Freiburg (kath.net) „’Am Abend des Sabbat eilte Maria Magdalena und ihre Freundin zum Grab, um es zu schauen. Alleluja.’ Es ist gerade um diese Zeit. Kurz vorher haben wir mit der Schola die herrlichen Ostergesänge geprobt. Ich habe sie dabei durchbetrachtet und wurde froh dabei; so dass das Alleluja wirklich aus einem österlichen Herzen emporwuchs und all diese kommenden Tage auch durch nichts getrübt werden können.“

Diese Zeilen stammen aus der Feder von Alois Andritzki (1914-1943). Er hat sie am Ostertag 1942 im KZ Dachau geschrieben. Andritzki war ein junger, sorbischer Priester aus dem Bistum Meißen, der gegen den Naziwahn gepredigt hat und schließlich im KZ Dachau die Giftspritze erhalten hat. Seine Asche wird in der Hofkirche zu Dresden aufbewahrt. Am kommenden Pfingstfest wird Andritzki in Dresden selig gesprochen.


Die zitierten Zeilen machen deutlich, dass Alois Andritzki an der Passion Jesu teilnimmt, der auch als österlicher Herr seine Wundmahle behält und sie seinen Jüngern immer wieder als Erkennungszeichen zeigt. In seiner durchbohrten Hand hält er jedes Leid. Und davon gab es für Andritzki eine ganze Menge. Dennoch: Das Leid behält für ihn trotz menschenverachtender Umstände nicht die führende Stimme: „Die Gedanken der Sonnabend-Komplet sind so der rechte Ausdruck meiner Seelenverfassung: tiefstes Leid und dennoch klingt hindurch, ja frohlockt der Geist im Loblied auf unseren Herrn und Gott. Das Leid läutert und erlöst den Menschen von allen Fehlern und Schwächen, und gebe es Gott, dass es so an mir geschehe!“ (Brief vom 16. März 1941).

Die Ausrichtung auf den auferstandenen Christus gibt Andritzki Kraft und Zuversicht. In einem mit dem 16. April 1941 datierten Brief schreibt er: „[A]uch bei mir und in mir ist Ostern. Christus der Auferstandene hat auch mich aufgesucht, hat auch mir seinen Friedensgruß gebracht. […] Darum höre ich nicht auf, auch hier in dieser Niedrigkeit, das jauchzende Alleluja aus frohem Herzen zu singen.“ Diese bemerkenswerte Stelle zeigt, dass derjenige am Leben des Auferstandenen Anteil hat, der auf Christus vertraut und an ihn glaubt. Diese Textstelle lässt sich als eine moderne Ostererfahrung verstehen. Wie in den neutestamentlichen Ostererfahrungen – z. B. in der Emmaus-Geschichte – scheint Andritzki in der überaus schwierigen Situation seiner Gefängnishaft die Erfahrung gemacht zu haben, plötzlich vor dem Gott Jesu Christi zu stehen. Wie die Emmaus-Jünger sieht er plötzlich „mit anderen Augen“. Sein Herz „brennt“. Ostererfahrungen gibt es nicht nur im Neuen Testament, sondern immer wieder, da Christus in seiner Kirche lebendig ist.

Heiligkeit ist gewiss kein Privileg religiöser Hochleistungsgenies. Wer sich immer tiefer auf Jesus einlässt, in ihm lebt, kann heilig werden. „Heiligkeit besteht darin, wie Christus zu sein, seine Haltung, seine Gedanken und Taten in unsere Leben zu übersetzen“, so Papst Benedikt XVI. Der Osterzeuge und neue Selige Alois Andritzki kann da ein leuchtendes Vorbild sein.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Ostern

  1. Neue Perspektive auf die Auferstehung einnehmen
  2. Papst Franziskus möchte an Ostermesse teilnehmen
  3. Patriarch Bartholomaios: Ostern immer gemeinsam feiern
  4. Ukrainischer Bischof: "Gott ist unsere einzige Zuflucht"
  5. Der auferstandene Christus: der endgültige Wendepunkt der menschlichen Geschichte
  6. Großerzbischof: "Auch in der Ukraine ist Christus auferstanden"
  7. Zeitung: Ostern womöglich erstmals ohne Segen des Papstes
  8. Weißes Haus: keine religiösen Motive auf Ostereiern bei der traditionellen Osterfeier
  9. Kardinal Nichols verbietet Ostertriduum im Alten Ritus für Erzdiözese Westminster
  10. Warum die Ostergeschichte wahr ist







Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDE-DEADLINE - 25. MÄRZ!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  4. "Europa hat die Gefahr der islamischen Republik Iran noch immer nicht begriffen"
  5. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  6. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  7. Vier von sieben: Die unglaubliche Berufungs-Geschichte der Familie Morrison
  8. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  9. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  10. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  11. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  12. "Herr Kardinal Parolin, wieviele zehntausende Tote brauchen Sie noch im Iran, bis Sie aufwachen?"
  13. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  14. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  15. Die Nazi-Projektion

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz