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Theologieprofessor: Kirchenmachtstrukturen ähneln Diktaturen

11. April 2011 in Deutschland, 148 Lesermeinungen
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Dekan der katholischen Fakultät Münster an die Erstsemester: Sie dürfen "Ihren Professorinnen und Professoren“ vertrauen, denn keiner „von ihnen – dafür verbürge ich mich – muss sich den Vorwurf mangelnder Kirchlichkeit gefallen lassen. Von niemandem


Münster (kath.net)
Dekan Klaus Müller (Universität Münster) hat vor einigen Tagen bei der Begrüßung der Erstsemestrigen das umstrittene Theologenreferendum verteidigt und heftige Angriffe auf die katholische Kirche gestartet. Müller bezeichnet das Memorandum als einen "Aufschrei", dass ein einfaches „Weiter so“ und ein Aussitzen des Problemstaus nicht mehr gehe, "wenn es nicht zu einer Implosion der katholischen Kirche in Deutschland kommen soll – so ähnlich wie am Ende der DDR oder der Ceausescu-Diktatur in Rumänien wo sich von heute auf morgen herausstellte, dass es sich bei den ganzen Machtkulissen nur noch um potemkinsche Dörfer handelte, die ein kleiner Stoß in einer Staubwolke versinken lässt." Für Müller sei die katholische Kirche in Deutschland davon "in Teilen nicht mehr weit entfernt". "Viele hohe Amtsträger lassen sich nach wie vor von den formellen Referenzbezeugungen politischer Instanzen und feiertäglich gefüllter Bischofskirchen blenden."


Müller, der aus dem Bistum Regensburg stammt, gesteht dann ein, dass er zu denen gehöre, "die – entgegen der Meinung etlicher von mir geschätzter Kollegen – die ersten Jahre des Pontifikats Benedikts XVI. wertgeschätzt haben." Sein immer neu variiertes Votum für das innere Zusammengehören von Glaube und Vernunft habe ihn als Philosoph immer überzeugt. Dann meint er aber wörtlich: "Aber je länger, je mehr driften da in meinen Augen Theorie und Praxis auseinander. Längst lässt er sich von den reaktionären Mitgliedern der Pius-Bruderschaft buchstäblich vorführen und von einigen aus seinem Mitarbeiter- und Beraterstamm zur Marionette eines ästhetischen Rollback ins theologische 19. Jahrhundert mit dessen fixer Idee von der Kirche als ein geschlossenen Trutzburg inmitten gottloser Barbarenstürme machen."

Fast trotzig verteidigte Müller dann die eigene Fakultät, von der das umstrittenen Memorandum offensichtlich gestartet wurde und wo auch die meisten unterschrieben haben: "Und Sie dürfen dabei Ihren Professorinnen und Professoren an dieser Fakultät vertrauen, denn keine und keiner von ihnen – dafür verbürge ich mich – muss sich den Vorwurf mangelnder Kirchlichkeit gefallen lassen. Von niemandem!"


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