Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  2. Katholische Kirche in Island hilft Menschen mit homosexuellen Neigungen enthaltsam zu leben
  3. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  4. Der stumme Gott unserer Zeit
  5. Niedersachsen plant Religionsunterricht ohne Gott!
  6. Wenn der Wiener Erzbischof den Heiligen Geist gegen das Kirchenrecht ausspielen möchte
  7. Realitätsverlust im Bistum Chur
  8. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  9. Theologe Thomas Söding: „Es braucht eine katholische Internationale!“
  10. BDKJ Nordrhein-Westfalen will Verbot der AfD
  11. Ramadan sorgte für Unfrieden an Wiener Schulen!
  12. "Er hat meine Pläne durchkreuzt": Warum der Teufel Angst vor Johannes Paul II. hatte
  13. Michelle Obama ermutigt Mütter arbeiten zu gehen
  14. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  15. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung

Der Mittelpunkt der Welt

2. April 2011 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die Erinnerungen des päpstlichen Zerimoniärs Konrad Krajewski 6 Jahre nach dem Tod Johannes Pauls II. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Wir knieten um das Bett Johannes Pauls II. Der Papst lag im Halbdunkeln. Das milde Licht der Lampe beleuchtete die Wand, doch man konnte ihn gut sehen. Als die Stunde gekommen war, von der wenige Augenblicke später die ganze Welt wissen sollte, stand Erzbischof Dziwisz unvermittelt auf. Er machte das Licht im Zimmer an und unterbrach so die Stille des Todes Johannes Pauls II. Mit bewegter, doch überraschenderweise fester Stimme begann er mit dem für einen aus den Bergen stammenden Mann typischen Akzent, eine der Silben verlängernd, zu singen: ‚Dich Gott, loben wir, dich, Herr, preisen wir’.“

Mit diesen Worten beschreibt einer der direkten Zeugen des Hinscheidens Papst Johannes Pauls II., der aus Polen stammende päpstliche Zeremoniär Konrad Krajewski, die letzten Augenblicke des Lebens Johannes Pauls II. auf Erden. Die Erinnerungen wurden in der Ausgabe vom heutigen 2. April der vatikanischen Zeitung „L’Osservatore Romano“ anlässlich des sechsten Todestages des Papstes unter dem Titel „Wo der Mittelpunkt der Welt liegt“ veröffentlicht.

Der Augenblick des Todes des Papstes war laut Krajewski vom „Te Deum“ geprägt, das der Privatsekretär des Papstes angestimmt hatte. Nicht eventuelle letzte Worte Johannes Pauls II. werden erwähnt, sondern das Lob Gottes, denn: „Johannes Paul II. ist gestorben, was heißt: Er lebt für immer“. Die um das Totenbett versammelten Menschen hätten „mit dem Hymnus des ‚Te Deum’ Gott gepriesen, der in der Person des Papstes sichtbar und erkennbar war. In einem gewissen Sinne ist dies auch die Erfahrung all derer, die ihm im Lauf seines Pontifikats begegnet sind".


Bewegt führt Krajewski aus, dass – wer mit Johannes Paul II. in Kontakt trat – Jesus begegnete. Der Papst sei eine ganz von Gott erfüllte Person gewesen, „für die Welt sichtbares Zeichen einer unsichtbaren Wirklichkeit“. So erzählt der Zeremoniar, dass die von Johannes Paul II. ausstrahlende Heiligkeit ihn immer dazu gedrängt habe, vor jeder Feier mit dem Papst zur Beichte zu gehen: „Ich bedurfte der Absolution, um neben ihm sein zu können. Wenn man in Gegenwart einer heiligen Person steht, wenn der Mensch in gewisser Weise die Heiligkeit berührt, so strahlt diese auf die ganze Person aus. Doch gleichzeitig verspürt man auf seiner Haut auch die Versuchung: offensichtlich gefällt dem bösen Geist die Luft der Heiligkeit nicht“.

In jener Nacht und in jenen Tagen nach dem Tod Johannes Pauls II. sei Rom zu einem einzigen Abendmahlssaal geworden: „Die Welt war stehen geblieben, sie hatte sich niedergekniet und geweint. Die einen weinten allein aufgrund der Tatsache, dass sie einen geliebten Menschen verloren hatten, und dann kehrten sie heim, wie sie gekommen waren. Bei anderen vereinten sich die äußeren Tränen mit den inneren, welche losbrachen, da sie sich vor dem Herrn unangemessen und untreu fühlten. Dieses Weinen war sein Segen. Es war der Beginn des Wunders der Umkehr“.

Krajewski war es auch, der den verstorbenen Johannes Paul II. zusammen mit drei Krankenpflegern wusch und ankleidete: „Auch wenn bereits eine Stunde seit seinem Hinscheiden vergangen war, sprachen sie weiter mit dem Papst, als sprächen sie mit ihrem Vater. Bevor sie ihm die Soutane, die Albe, die Kasel anzogen, küssten sie ihn, sie streichelten und berührten ihn mit Liebe und Ehrfurcht, als handle es sich um einen Familienangehörigen. Ihre Haltung zeigte nicht nur Ehrfurcht vor dem Papst: für mich stellte sie die schüchterne Ankündigung einer nahen Seligsprechung dar.“ Sofort sei ihm klar gewesen, dass damit die Seligsprechung bereits begonnen hatte.

Der Mittelpunkt des Lebens Johannes Pauls II. sei das Gebet gewesen: „Mit Johannes Paul II. zusammenzusein hieß, im Evangelium zu leben, mitten im Evangelium zu sein“. Der Papst habe alles, was er von Gott empfangen habe, diesem aufgeopfert: „Der Athlet, der in den Bergen wanderte und Ski fuhr, hatte jetzt aufgehört zu gehen; der Schauspieler hatte die Stimme verloren. Stück für Stück war ihm alles genommen worden“. Das ganze Leben des Papstes sei in Gott verborgen gewesen. Nie habe er Gott verfinstert.

Der Mittelpunkt der Welt: dieser liege im Gebet, was Johannes Paul II. besonders sehen lassen habe: „Wenn er betete, hatte ich den Eindruck, als werfe er sich zu Füßen Jesu. Wenn er betete, war auf seinem Antlitz sichtbar, wie er sich völlig Gott anvertraute. Er war wirklich transparent; er war, um ein poetisches Bild zu gebrauchen, wie ein Regenbogen, der den Himmel an die Erde bindet, und seine Seele lief auf den Stufen einer Treppe von der Erde zum Himmel“.

Johannes Paul II. habe überall gebetet: „Der Papst hat es Gott gestattet, durch ihn zu atmen: jeden Tag verbrachte er viel Zeit vor dem Tabernakel. Das allerheiligste Sakrament war die Sonne, die sein Leben erleuchtete. Und er ging zu jener Sonne, um sich am Licht Gottes zu wärmen. Das Leben Johannes Pauls II. war vom Gebet durchwoben“.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Johannes Paul II.

  1. Meloni besuchte neues Museum zu Ehren von Johannes Paul II. in Rom
  2. Polnische Bischofskonferenz: „Wir appellieren um Respekt vor dem hl. Johannes Paul II.“
  3. „Genossen, wir haben ein Problem“ – So reagierten die Kommunisten auf die Wahl Karol Wojtyłas
  4. „Johannes Paul II. – Prophet der Hoffnung“
  5. Kann uns eine möglicherweise erfundene Anekdote über Johannes Paul II. Wahres lehren?
  6. Karol Wojtyła 1976: „Wir stehen vor der finalen Konfrontation zwischen Kirche und Antikirche“
  7. Als Papst Johannes Paul II. gegen die „gay pride“ Parade in Rom protestierte
  8. Studie entdeckt ‚Johannes Paul II. – Effekt‘ auf Geburtenrate in Lateinamerika
  9. Die geheimnisvolle Nonne, die half, die Ermordung von Papst Johannes Paul II. zu verhindern
  10. ‚Veritatis splendor – der 30. Jahrestag einer vergessenen Enzyklika’






Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDUNG nur mehr bis 25. MÄRZ möglich!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. "Er hat meine Pläne durchkreuzt": Warum der Teufel Angst vor Johannes Paul II. hatte
  4. Vier von sieben: Die unglaubliche Berufungs-Geschichte der Familie Morrison
  5. Wenn der Wiener Erzbischof den Heiligen Geist gegen das Kirchenrecht ausspielen möchte
  6. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  7. Realitätsverlust im Bistum Chur
  8. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  9. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung
  10. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  11. Hatte J.D. Vance doch Recht? Wenn Hitler-Vergleiche in Deutschland die Polizei auf den Plan rufen
  12. Abtreibungs-Aktivisten greifen Profemina-Beratungszentrum an
  13. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  14. 'Ich verstehe Gott nicht': Ältester Deutscher feiert 110. Geburtstag
  15. Exorzismus-Experte: Aktuelle Weltlage nicht nur Werk des Bösen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz