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Kommunionempfang für Politiker, welche für Abtreibung stimmen?

1. April 2011 in Weltkirche, 10 Lesermeinungen
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Bischof Aquila: Als Diener Christi „werden wir jene korrigieren, welche sündigen“. Auch wenn dies „zu unserer eigenen Ablehnung oder Verfolgung führen mag“


Fargo (kath.net/CNA)
Wenn Priester und Bischöfe zögerten, ihre Autorität auszuüben, könne der „Vater der Lüge“ nach Herz und Verstand der Gläubigen greifen, warnte der Bischof der US-amerikanischen Diözese Fargo, Samuel J. Aquila, vor kurzem bei einem Symposium mit Diözesanpriestern.

„Man muss ernsthaft fragen: wie oft und wie viele Jahre kann ein katholischer Politiker für das sogenannte ‚Recht auf Abtreibung‘ stimmen … und trotzdem die Heilige Kommunion empfangen?“, sagte Aquila. Der fortgesetzte Kommunionempfang durch jene, welche „derart offensichtlich widersprechen und welche ein großes Übel fördern“, sei „ein schwerer Skandal“ und untergrabe die Lehr- und Leitungshoheit der Kirche, warnt er. Die Gläubigen könnten den Eindruck bekommen, wer in Regierungsverantwortung stehe, dürfe der Lehre Christi und der Kirche gegenüber gleichgültig sein.

„Wenn wir uns ernsthaft mit dem Evangelium beschäftigen, dann sehen wir, dass Zögerlichkeit und mangelnde Zuverlässigkeit nicht der Weg Jesu ist“. Jesus selbst gibt in Mt 18 Kriterien dafür, wie man einen sündigenden Bruder oder eine sündigende Schwester korrigiere. Hätte man von Anfang an diese Kriterien gegenüber jenen befolgt, die nicht mit der Lehre der Kirche über die Empfängnisverhütung von 1968 übereinstimmten, „müsste man sich dann heute immer noch mit dem Problem beschäftigen, dass auch heute die Lehre der Kirche über Empfängnisverhütung, Abtreibung, gleichgeschlechtliche Partnerschaften, Euthanasie und so viele andere Lehren der Kirche abgelehnt werden?“, fragt der Bischof.


Der Bischof verwies auf das Buch “Licht der Welt“, wo Papst Benedikt XVI. im Gespräch mit Peter Seewald die Haltung mancher Kirchenoffizieller korrigierte, dass man sexuellen Missbrauch durch Kleriker nicht bestrafen dürfe: Seit Mitte der 60er Jahre war „das Bewusstsein, dass Strafe ein Akt der Liebe sein kann“ Papst Benedikt zufolge erloschen. „Damals kam es auch bei ganz guten Leuten zu einer merkwürdigen Verdunkelung des Denkens“, zitierte Fargo den Papst weiter. Papst Benedikt sagte, dass die Liebe zum Sünder und die Liebe zum Geschädigten dann im rechten Ausgleich stünden, wenn der Sünder angemessen bestraft wird.

Bischöfe und Priester sollen sich, mahnte Aquila, nicht für die Lehre Christi und der Kirche entschuldigen. Vielmehr sollten sie in „Güte die Wahrheit ohne Zögern“ lehren.

Die Ausübung der kirchlichen Autorität stößt auf Hindernisse, weil die säkulare Kultur „den Menschen zu Gott macht“ und jegliche Autorität untergräbt. Bischofe und Priester sollen sich Jesus Christus zuwende, um zu lernen, wie sie ihre Leitung in der Kirche ausüben sollen, fuhr der Bischof von Fargo fort. Jesus habe die Menschen „direkt“ darauf angesprochen, dass sie sich bekehren, dass sie ihre Art des Handelns und Denkens ändern. „So viel Direktheit wirkt auf uns heute unbequem“. Doch „wir sollten seinem Beispiel und seiner Sprache folgen, auch wenn wir nicht genau dieselben Worte benutzen. Es ist gut, über Jesu Sprache nachzudenken, und diese sollte uns dazu herausfordern, nachzuschauen, wie wir die Gläubigen korrigieren, einschließlich der Priester und Bischöfe, und wie wir die Wahrheit besonders jenen sagen, die behaupten, sie stünden zu Christus und der Kirche, die aber die Lehre von Jesus und der Kirche nicht akzeptieren.

Jesus mache seine direkten Aussagen in Liebe, „um denjenigen die Augen zu öffnen, deren Herz und Sinn verhärtet ist.“ Heutzutage verstünden jedoch zu viele Korrektur und Strafe so, als ob man den anderen nicht lieben wolle oder als ob man ihn beherrschen wolle. Dies sei aber das Denken des „Vaters der Lüge“. Wenn man zögere, zu korrigieren und entsprechend zu bestrafen, lädt man den anderen nicht zu der Wahrheit ein, welche freimacht. „Als Diener der Wahrheit, als Diener Christi, werden wir jene korrigieren, welche sündigen. Denn dies ist für ihr eigenes Wohl und für die Liebe zu anderen. Auch wenn dies sogar zu unserer eigenen Ablehnung oder Verfolgung führen mag”, sagte Bischof Aquila.


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