24 Februar 2011, 12:04
Kreuzzüge: Al-Azhar-Repräsentant will Vatikan-Entschuldigung
 
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Früherer Sprecher der angesehensten Bildungsinstitutionen der islamischen Welt, Rifaa al-Tahtawi, sieht aber Chancen für baldige Wiederaufnahe des Dialogs zwischen Vatikan und Al-Azhar

Rom (kath.net/KAP) Muhammad Rifaa al-Tahtawi, früherer Sprecher der angesehensten Bildungsinstitution der islamischen Welt, der Kairoer Al-Azhar-Universität, sieht Chancen für eine baldige Wiederaufnahe des Dialogs zwischen dem Vatikan und seiner Institution. Der Papst solle sich allerdings zuerst bei den Muslimen für die Kreuzzüge entschuldigen, so wie er sich bei den Juden für den Holocaust entschuldigt habe, erklärte Tahtawi am Mittwoch am Rand einer Vortragsveranstaltung in Rom.

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Am 20. Jänner hatte das Al-Azhar-Rektorat, das seit 1998 in einem offiziellen Dialog-Prozess mit dem Vatikan stand, die Gespräche auf Eis gelegt. Die Entscheidung sei von Al-Azhar-Großimam Scheich Ahmed El-Tayeb und den Mitgliedern des universitären Islamischen Forschungszentrums gemeinsam in einem "Emergency Meeting" erfolgt, hatte es in einem anschließenden Kommunique geheißen. "Die Suspendierungsentscheidung erfolgt wegen der wiederholten Kritik Papst Benedikts am Islam und wegen seiner ungerechtfertigten Behauptung, Kopten würden in Ägypten und Christen im Nahen Osten verfolgt", hieß es wörtlich.

Zehn Tage zuvor war bereits die ägyptische Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Lamia Aly Hamada Mekhemar, zu Konsultationen nach Kairo berufen worden. Anlass für die beiden Maßnahmen waren Irritationen über Äußerungen des Papstes zum Terroranschlag auf die koptische Al-Qiddissine-Kirche in Alexandria am 31. Dezember. Bislang ist unklar, ob und wann die ägyptische Botschafterin auf ihren römischen Dienstposten zurückkehrt.

Beobachter in Rom gehen davon aus, dass die Weichen für eine künftige Zusammenarbeit im diplomatischen wie im interreligiösen Bereich erst nach einer politischen Neuordnung im Zuge von Neuwahlen gestellt werden. Denn auch auf Führungspositionen an Al-Azhar saßen bislang vor allem Vertrauensleute des früheren Präsidenten Hosni Mubarak.

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